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Das Innenministerium hat den „Lagebericht Hate-Crime“ für 2025 veröffentlicht: Demnach registrierte die Polizei in Österreich 6.751 vorurteilsmotivierte Straftaten, ein Wert, der gegenüber 2024 (6.786) nahezu unverändert blieb. Häufigste Vorurteilsmotive waren Weltanschauung (4.009) und nationale bzw. ethnische Herkunft (1.523), gefolgt von Religion, sexueller Orientierung und Hautfarbe. Ein Drittel der Tatverdächtigen war jünger als 21 Jahre, und das Internet blieb mit 1.917 Motiven häufigster Tatort vor dem öffentlichen Raum (1.497). Die Aufklärungsquote stieg von 67 auf 71 Prozent.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) wertete die gestiegene Aufklärungsquote positiv, warnte zugleich vor einer jüngeren und digitaleren Hasskriminalität. Die Grünen forderten erneut einen Nationalen Aktionsplan, den die Regierung laut Parlamentsbeschluss längst hätte vorlegen sollen. Die SPÖ verwies auf laufende Arbeiten und kündigte eine Umsetzung ab Herbst 2026 an, ohne dass dafür ein offizieller Regierungsbeschluss vorliegt.

Offen bleiben die konkrete Ausgestaltung des Aktionsplans, Details zu den genutzten digitalen Kanälen sowie Reaktionen von Opferschutzorganisationen. Auch warum die Gesamtzahl trotz zunehmender Digitalisierung stabil blieb, lässt der Bericht laut vorliegenden Quellen offen.

Was der Bericht zeigt

Das Innenministerium hat am Montag den „Lagebericht Hate-Crime“ für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach registrierte die Polizei in Österreich 6.751 vorurteilsmotivierte Straftaten – ein Wert, der gegenüber 2024 (6.786 Fälle) nahezu unverändert blieb. Insgesamt wurden den Straftaten 7.327 einzelne Vorurteilsmotive zugeordnet, da bei einer Tat mehrere Motive gleichzeitig zutreffen können.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) verwies laut Aussendung darauf, dass sich Hasskriminalität zunehmend verjüngt und ins Digitale verlagert: Ein Drittel der Tatverdächtigen war jünger als 21 Jahre. Als positive Entwicklung nannte er die gestiegene Aufklärungsquote, die von 67 Prozent im Jahr 2024 auf 71 Prozent im Jahr 2025 kletterte – zurückzuführen laut Karner auf die konsequente Ermittlungsarbeit der Sicherheitsbehörden.

Motive und Tatorte

Die mit Abstand häufigsten Vorurteilsmotive waren 2025 die Weltanschauung mit 4.009 sowie die nationale beziehungsweise ethnische Herkunft mit 1.523 registrierten Fällen. Bei der Weltanschauung zählen laut Bericht auch die Ablehnung von Parteien und westlichen Demokratien dazu. Es folgten Religion (696 Fälle), sexuelle Orientierung (330), Hautfarbe (288), Geschlecht (172), Alter (107), Behinderung (104) und sozialer Status (98).

Bei den konkreten Straftatformen dominierten laut ORF-Wiedergabe des Berichts Verstöße gegen das Verbotsgesetz mit 2.939 Motiven, gefolgt von Sachbeschädigungen (1.021), Körperverletzungen (595), Verhetzungen (545) und gefährlichen Drohungen (529). Als Tatort blieb das Internet mit 1.917 Motiven die häufigste Umgebung, noch vor dem öffentlichen Raum mit 1.497 Motiven – ein Befund, den die Presseaussendung des Ministeriums mit konkreten Zahlen unterlegt, während die ausgewerteten Medienberichte dazu nur die Reihenfolge, aber keine Werte nennen.

Politische Reaktionen

Die Zahlen lösten parteipolitische Reaktionen aus. Die Grünen forderten die Bundesregierung neuerlich auf, einen Nationalen Aktionsplan gegen Hasskriminalität vorzulegen. Deren Sprecher David Stögmüller verwies darauf, dass das Parlament die Regierung nach rechtsextremen Angriffen auf bi- und homosexuelle Männer im Vorjahr bereits dazu aufgefordert habe – die Regierung sei seit über einem Jahr „säumig“.

SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner erklärte laut Aussendung, am Aktionsplan werde derzeit „mit Hochdruck“ gearbeitet. Die „erschreckend hohen“ Zahlen zeigten, wie wichtig es sei, dass der Aktionsplan ab Herbst 2026 in Umsetzung gehe. Eine offizielle Bestätigung eines konkreten Zeitplans durch die Bundesregierung selbst liegt bislang nicht vor.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie der angekündigte Nationale Aktionsplan konkret ausgestaltet sein und ob der von SPÖ-Seite genannte Zeitpunkt Herbst 2026 tatsächlich eingehalten wird. Ebenfalls nicht näher aufgeschlüsselt sind die genutzten digitalen Plattformen und Kanäle, über die sich Hassverbrechen laut Ministerium zunehmend verlagern. Stellungnahmen von Opferschutz- oder Antidiskriminierungsorganisationen zu den aktuellen Zahlen liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Unklar bleibt zudem, warum die Gesamtzahl der Fälle trotz der vom Ministerium selbst beschriebenen Verjüngung und Digitalisierung der Taten nahezu stabil blieb.

Einordnung

Der Bericht ist eine jährliche Routineveröffentlichung des Innenministeriums und bietet damit eine amtliche Vergleichsgrundlage zum Vorjahr, ersetzt aber keine unabhängige Auswertung der zugrunde liegenden Rohdaten. Die zentralen Kennzahlen – Gesamtfallzahl, Motivverteilung und Aufklärungsquote – werden von zwei voneinander unabhängigen Medien sowie der Presseaussendung des Ministeriums übereinstimmend wiedergegeben, was die Datenlage vergleichsweise solide macht. Die politische Bewertung, insbesondere Tempo und Inhalt des geforderten Nationalen Aktionsplans, bleibt hingegen Gegenstand laufender Auseinandersetzung zwischen Regierung und Opposition.