Der Wiener Journalist und Publizist Hellmut Butterweck ist tot. Er starb in der Nacht auf den 9. September 2026 im Alter von 98 Jahren, wie die Wochenzeitung „Furche“ unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Butterweck war über 70 Jahre lang für das Blatt tätig – als Leitartikler, Theater-, Film- und Literaturkritiker sowie Leiter des Buchressorts, bis zu seiner Pensionierung 2003.
Sein Werk war geprägt vom Kampf gegen das Vergessen der NS-Verbrechen und gegen ein Wiedererstarken von Faschismus. Er verfasste Sachbücher, etwa zum Nürnberger Prozess, sowie Romane und organisierte 1964 eine Demonstration gegen das Urteil im Franz-Murer-Prozess. Laut der Furche-Aussendung prägte ihn dabei auch eine als Kind miterlebte Zerstörung beim Novemberpogrom 1938 – eine Angabe, die bislang nur aus dieser einen Quelle stammt.
2016 erhielt Butterweck den Preis der Stadt Wien, 2025 den Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler würdigte ihn als kritische und kluge Stimme der österreichischen Debattenlandschaft.
Was passiert ist
Der Wiener Journalist und Publizist Hellmut Butterweck ist tot. Er starb in der Nacht auf den 9. September 2026 im Alter von 98 Jahren, wie die Wochenzeitung „Furche“ unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Butterweck war über 70 Jahre lang für das Blatt tätig – zuletzt als Autor, zuvor über Jahrzehnte als Leitartikler, Kritiker und Leiter des Buchressorts, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2003.
Jahrzehntelange Stimme der Furche
1953 begann Butterweck bei der Furche im Kulturressort als Theater-, Film- und Literaturkritiker, nachdem er zuvor unter anderem für das ÖVP-nahe „Volksblatt“ geschrieben hatte. Über die Kulturkritik hinaus trat er als politischer Glossist, Wirtschaftskommentator und Leitartikler in Erscheinung. Neben seiner journalistischen Arbeit verfasste er Sachbücher, etwa zum Nürnberger Prozess und zur Berichterstattung österreichischer Tageszeitungen über die Volksgerichtsprozesse, sowie Romane wie „Tote im Verhör“ (2008) und „Möglichkeiten“ (2026).
Politische Prägung und Auszeichnungen
Ein Schwerpunkt seines Werks war der Kampf gegen das Vergessen der NS-Verbrechen und gegen ein Wiedererstarken von Faschismus. 1964 organisierte er eine Demonstration gegen das Urteil im Franz-Murer-Prozess. Laut der Presseaussendung der Furche prägte ihn dabei auch eine Kindheitserfahrung: Er soll bereits als Kind Zerstörungen beim Novemberpogrom 1938 in Wien miterlebt haben – eine Angabe, die bislang nur aus dieser einen Quelle vorliegt. Für sein publizistisches Lebenswerk erhielt Butterweck 2016 den Preis der Stadt Wien und 2025 den Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) würdigte ihn in einer Aussendung als „wichtige kritische und kluge Stimme innerhalb der österreichischen Debattenlandschaft“.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie die österreichische Kultur- und Medienszene über die bisherigen offiziellen Stellungnahmen hinaus auf Butterwecks Tod reagiert, etwa durch Weggefährten oder andere Institutionen. Ebenso unklar ist, welche Teile seines umfangreichen Werks im Zuge der Würdigung wieder stärker rezipiert oder neu aufgelegt werden, und wie detailliert seine frühen Jahre als Journalist vor 1953 dokumentiert sind.

