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Nach der bereits bekannten Junibilanz liegt die vollständige Zahl für Juli vor: Laut AGES-Berechnungen starben im Juli 2026 weitere 251 Menschen an Hitzefolgen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zusammen mit den 395 Fällen aus dem Juni ergibt das für Juni und Juli eine Gesamtzahl von 646 hitzebedingten Todesfällen – der höchste bekannte Wert für diesen Zeitraum. Zum Vergleich: Im ebenfalls sehr heißen Sommer 2024 waren es bis Ende Juli 570, im Jahr 2025 rund 284 Fälle. Die Zahl für August steht noch aus.

Was viele bereits spürten, ist nun laut GeoSphere Austria amtlich bestätigt: Der Sommer 2026 war um 2,6 Grad wärmer als das Klimamittel 1991–2020 und damit der heißeste seit Messbeginn 1858. Am 5. August wurde in Bad Deutsch-Altenburg mit 41,2 Grad die höchste je in Österreich gemessene Temperatur registriert, an mehr als 100 Wetterstationen fielen laut ORF weitere Rekorde, und österreichweit gab es sechs Tage über 40 Grad – zuvor war das nur einmal der Fall, 2013. Laut Der Standard war auch der August 2026 für sich genommen der heißeste seit Messbeginn, bislang aber nur einfach belegt.

Neu bestätigt eine eigene Presseaussendung des Landwirtschaftsministeriums (BMLUK) die Trockenheit mit amtlichen Zahlen: Von Juni bis August lag die Temperaturabweichung demnach bei 2,7 Grad (eine geringfügig andere Angabe als die 2,6 Grad von GeoSphere), das Niederschlagsdefizit bei 32 Prozent. Ende Juli wiesen knapp 90 Prozent der Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Stände auf, auch viele Flussabflüsse lagen unter dem Mittel – eine kurzfristige Entspannung ist laut Ministerium nicht in Sicht. Regional war die Trockenheit sehr ungleich verteilt: Laut ORF Tirol kam Tirol mit 19 Prozent Niederschlagsdefizit vergleichsweise glimpflich davon, im Osten Österreichs waren es teils rund 50 Prozent, in Kärnten nur 17 Prozent; einzelne Tiroler Stationen wie St. Leonhard im Pitztal verzeichneten sogar mehr Regen als im Schnitt, wo zugleich Muren Schäden verursachten.

646 Hitzetote in zwei Monaten – neuer Höchstwert

Nach der bereits bekannten vorläufigen Junibilanz liegt die vollständige Zahl für Juli vor: Laut Berechnungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) starben im Juli 2026 weitere 251 Menschen an den Folgen der Hitze, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zusammen mit den 395 Fällen aus dem Juni ergibt das für die beiden Monate eine Gesamtzahl von 646 hitzebedingten Todesfällen – der höchste Wert, der für einen Juni-Juli-Zeitraum in Österreich bislang berechnet wurde.

Zum Vergleich nennt das Ministerium den ebenfalls sehr heißen Sommer 2024, in dem bis Ende Juli 570 Menschen an Hitzefolgen starben, sowie das Jahr 2025 mit rund 284 Fällen im selben Zeitraum. Als ein Faktor hinter der neuerlichen Belastung gilt der 31. Juli, an dem die Messstation Wieselburg in Niederösterreich mit 40,3 Grad einen neuen Rekord für einen Juli-Tag in Österreich verzeichnete.

Wie die Zahl zustande kommt

Die Werte zur hitzeassoziierten Sterblichkeit beruhen laut ORF-Berichterstattung auf einem wissenschaftlichen Modell der AGES. Hintergrund ist, dass „Hitze“ nur selten in offiziellen Dokumenten und Sterberegistern direkt als Todesursache vermerkt wird – sie kann aber bestehende Herz- und Lungenerkrankungen verschlechtern und so indirekt zum Tod beitragen. Die AGES berechnet die Zahl der hitzeassoziierten Sterbefälle daher modellbasiert und vorgezogen, bevor eine vollständige amtliche Todesursachenstatistik vorliegt. Diese methodische Erklärung liegt bislang nur in einem Bericht vor und wurde nicht anhand einer eigenständigen AGES-Publikation geprüft.

Offiziell bestätigt: der heißeste Sommer seit Messbeginn

Was für viele Menschen in Österreich bereits spürbar war, ist nun nach Angaben der GeoSphere Austria amtlich: Der Sommer 2026 war der heißeste seit Beginn der Messungen im Jahr 1858. Er lag im Mittel um 2,6 Grad über dem Klimamittel 1991–2020 und um 4,4 Grad über der Periode 1961–1990. Drei voneinander unabhängige Medien – ORF, Der Standard und Die Presse – berichten übereinstimmend unter Berufung auf dieselbe amtliche Datenquelle darüber; eine eigene, direkt einsehbare Pressemitteilung der GeoSphere Austria zur Sommerbilanz 2026 wurde bei eigener Recherche nicht gefunden. Laut Der Standard bezeichnete GeoSphere-Klimatologe Alexander Orlik es inzwischen als schwierig, für die Temperaturverhältnisse dieses Sommers noch treffende Adjektive zu finden.

Am 5. August 2026 wurde an der Messstation Bad Deutsch-Altenburg mit 41,2 Grad die höchste je in Österreich gemessene Temperatur registriert. Laut ORF-Wiedergabe der GeoSphere-Daten verzeichneten mehr als 100 Wetterstationen im Land neue absolute Höchstwerte, und österreichweit gab es sechs Tage mit mehr als 40 Grad – vor diesem Sommer war die 40-Grad-Marke erst ein einziges Mal erreicht worden, im August 2013. In Bregenz wurden demnach 47 Tage mit mindestens 30 Grad gezählt, deutlich mehr als der bisherige Rekord von 29 Tagen aus dem Jahr 2015; diese Detailzahlen sind bislang nur durch einen einzelnen Bericht dokumentiert. Für sich genommen war laut einem Bericht von Der Standard auch der August 2026 der heißeste seit Messbeginn in Österreich – bislang ebenfalls nur einfach belegt. Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle für August 2026 liegt laut ORF noch nicht vor.

Grundwasser und Abflüsse: Ministerium meldet weiter angespannte Lage

Neu hinzugekommen ist eine eigene Presseaussendung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), das monatlich beziehungsweise saisonal über den Wasserhaushalt Österreichs berichtet. Darin wird die Lufttemperatur von Juni bis August 2026 mit einer Abweichung von 2,7 Grad über dem Klimamittel 1991–2020 beziffert, bei einem österreichweiten Niederschlagsdefizit von 32 Prozent. Diese Zahl stammt im Unterschied zu den übrigen meteorologischen Rekordwerten direkt aus einer amtlichen Aussendung und nicht aus Medienwiedergabe – sie liegt in ähnlicher Größenordnung wie die von GeoSphere Austria über Medien berichtete Temperaturabweichung von 2,6 Grad, beruht aber auf einer eigenen Institution und Methodik (Wasserhaushaltsbilanz statt Klimastatistik); die geringe Differenz wird hier bewusst nicht vereinheitlicht.

Laut Ministerium blieb die hydrologische Situation über den Sommer angespannt: Niederschlag fiel überwiegend in kurzen Schauern und Gewittern, die nur begrenzt zur Grundwasserneubildung beitrugen, während die hohen Temperaturen die Verdunstung erhöhten. Ende Juli wiesen demnach knapp 90 Prozent der Grundwassermessstellen österreichweit niedrige oder sehr niedrige Stände auf – nach rund 80 Prozent im Juni –, auch die Abflüsse vieler Flüsse lagen unter dem langjährigen Monatsmittel. Eine kurzfristige, breite Entspannung der Grundwassersituation sei laut Ministerium nicht in Sicht.

Regionale Unterschiede: Tirol kommt glimpflicher davon als der Osten

Wie ungleich die Trockenheit im Land verteilt war, zeigt eine Bilanz von ORF Tirol auf Basis von GeoSphere-Austria-Daten: Mit rund 19 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt blieb die sommerliche Trockenheit in Tirol moderater als in den östlichen Bundesländern, wo das Defizit teils bei rund 50 Prozent lag; am geringsten war es in Kärnten mit 17 Prozent. Innerhalb Tirols war es vor allem am Nordrand sowie im Raum Kufstein und Kitzbühel trocken, während in Osttirol der Niederschlag nahe am langjährigen Mittel lag. An einzelnen Stationen wie dem Patscherkofel (plus 12 Prozent) oder St. Leonhard im Pitztal (plus 5 Prozent) fiel sogar mehr Regen als im Schnitt – im Pitztal und im benachbarten Ötztal verursachten Muren in diesem Sommer schwere Schäden.

Die höchste Temperatur in Tirol wurde am 27. Juni an der Universität Innsbruck mit 38,7 Grad gemessen, die Temperaturabweichung lag mit 2,6 Grad im österreichischen Schnitt. Bei der Sonnenscheindauer verzeichnete Tirol ein Plus von 10 Prozent, österreichweit waren es 13 Prozent über dem langjährigen Mittel. Diese Regionaldaten stammen bislang nur aus einem einzelnen Bericht und wurden nicht durch eine zweite Quelle mit denselben Werten gegengeprüft.

Gesundheitssystem laut GÖG-Analyse zunehmend gefordert

Über die reinen Todesfallzahlen hinaus berichten mehrere Medien, darunter ORF und Kleine Zeitung, übereinstimmend über eine österreichweite Auswertung der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), die zeigen soll, welche Krankenanstalten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Primärversorgungseinheiten besonders stark von Hitze betroffen sind. Im langjährigen Durchschnitt seien rund 20 Prozent der untersuchten Einrichtungen einer hohen Hitzebelastung ausgesetzt gewesen. Im Sommer 2026 waren es demnach bis Ende Juli bereits mehr als 70 Prozent der Krankenanstalten sowie der Senioren- und Pflegeeinrichtungen und rund 80 Prozent der Primärversorgungseinheiten mit mindestens 20 Hitzetagen, rund ein Viertel aller Einrichtungen sogar mit mindestens 30 Hitzetagen. Diese Zahlen sind weiterhin nur als Wiedergabe der ministeriellen Mitteilung zur GÖG-Analyse zu verstehen, eine eigenständig veröffentlichte Studie wurde nicht gefunden.

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) wird mit den Worten zitiert, man müsse bei Hitze nicht nur auf die Zahl der Hitzetoten schauen, sondern auch darauf, was die zunehmende Hitze für das Gesundheitssystem bedeute – besonders wichtig sei der Blick auf Einrichtungen, in denen Menschen mit höherer Vulnerabilität versorgt und gepflegt werden. Man befinde sich „mitten in der Analyse“, um genau herauszufinden, wo die Problemstellen liegen, welche Einrichtungen besonders betroffen sind und wo gezielt angesetzt werden müsse; die vorliegenden Daten schafften dafür erstmals eine österreichweite Grundlage. Konkrete Maßnahmen kündigte sie darüber hinaus nicht an.

ÖGB fordert weitere Hitzeschutzmaßnahmen für Arbeitnehmer

Der Chef des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB), Wolfgang Katzian, bekräftigte angesichts des Klimawandels und des heurigen Hitzesommers in einer Aussendung den Ruf nach weiteren Hitzeschutzmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dies sei auch im Regierungsprogramm vorgesehen, so Katzian. Welche konkreten Maßnahmen daraus in welchem Zeitrahmen folgen, geht aus der vorliegenden Berichterstattung nicht hervor – die Aussage ist als politische Positionierung des ÖGB einzuordnen, nicht als bereits beschlossene Maßnahme.

Vorgeschichte und offene Fragen

Wie im bisherigen Bericht zur Junibilanz dargestellt, hatte die AGES bereits für Juni 2026 mit 395 Fällen einen Rekordwert für diesen Monat ermittelt, während die Umweltorganisation Greenpeace mit einer eigenen, methodisch anderen Berechnung auf einen niedrigeren Wert kam. Die Juli-Bilanz vervollständigte die Zwei-Monats-Zahl und wurde um die Systemanalyse zur Belastung von Gesundheitseinrichtungen sowie um Stellungnahmen von Ministerin Schumann und ÖGB-Chef Katzian ergänzt. Die amtliche Sommerbilanz der GeoSphere Austria lieferte dazu den meteorologischen Gesamtkontext eines historischen Rekordsommers. Neu hinzugekommen ist nun eine eigene amtliche Wasserhaushalts-Bilanz des Landwirtschaftsministeriums, die die Trockenheit erstmals mit einer direkt amtlichen Zahl (32 Prozent Niederschlagsdefizit, fast 90 Prozent niedrige Grundwasserstände) unterlegt, sowie Regionaldaten aus Tirol, die zeigen, dass die Trockenheit im Land sehr ungleich verteilt war.

Offen bleibt insbesondere, ob die für den Herbst angekündigte AGES-Jahresbilanz die bisherigen Sommerzahlen bestätigt, wie hoch die noch ausständige August-Zahl der Hitzetoten ausfällt und wann sich die laut Ministerium angespannte Grundwassersituation wieder normalisiert. Ein direkter, selbst geprüfter Kausalzusammenhang zwischen einzelnen Wetter- oder Wasserhaushaltsrekorden und der Todesfallzahl ist damit weiterhin nicht belegt, auch wenn der Gesamtkontext die berichtete Belastung von Gesundheit und Pflege plausibel erscheinen lässt. Wer akut unter Hitze leidet, kann sich laut den vorliegenden Berichten österreichweit gratis an das Hitzetelefon (0800 880 800) oder bei akuten Beschwerden an die Gesundheitshotline 1450 wenden.