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Iran lässt laut eigenen Angaben mehrere irakische Öltanker durch die Straße von Hormus passieren. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Wochenende, der irakische Präsident Nisar Amedi bestätigte die Erleichterung bei einer Konferenz in Bagdad. Auffällig: Nach einem mehrfach zitierten IRNA-Wortlaut soll diese Praxis bereits seit rund sechs Monaten bestehen – die Ankündigung würde demnach eher eine bislang nicht offiziell kommunizierte Praxis öffentlich machen als eine neue Entscheidung verkünden. Wie viele Tanker es waren und ob die Genehmigung dauerhaft gilt, bleibt unklar und ist nur über iranische und irakische Regierungsangaben belegt, nicht unabhängig bestätigt.

Wie im bisherigen Bericht zur Straße von Hormus dargestellt, verhandeln Iran, USA und Oman seit Wochen über eine Neuregelung der Durchfahrt – zwischen einem Gesetzentwurf zum Verbot US-amerikanischer und israelischer Schiffe und einer geplanten, gebührenpflichtigen zivilen Route mit dem Oman. Der Irak, eng mit Iran verflochten und von einer Hormus-Blockade besonders betroffen, tritt in diesem Kontext nun als eigener Akteur mit einer eigenen Ausnahmeregelung auf.

Die Ankündigung fällt mit für 24. August angekündigten neuen US-Sanktionen zusammen: Finanzminister Scott Bessent sprach von den „härtesten Sanktionen der Geschichte“, die auch Handelspartner wie China treffen könnten, während Präsident Trump Ländern mit einer „Lebensader“ für Iran wirtschaftliche Konsequenzen androhte. Irans Außenamt wies die Sanktionen als ohne völkerrechtliche Grundlage zurück. Ob die Tanker-Ausnahme für den Irak mit den Sanktionen oder den Oman-Verhandlungen zusammenhängt, ist aus den vorliegenden Quellen nicht zu klären – ebenso wenig, ob sich Irans Praxis selektiver Genehmigungen mit der US-Position verträgt, jegliche Durchfahrtsauflagen an der Meerenge abzulehnen.

Bagdad erhält Ausnahme – offenbar keine ganz neue Entscheidung

Iran lässt nach eigenen Angaben mehrere irakische Öltanker durch die Straße von Hormus passieren. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am Wochenende. Der irakische Präsident Nisar Amedi bestätigte auf einer Konferenz in Bagdad, Teheran habe die Passage von Schiffen mit irakischem Öl in den vergangenen Tagen erleichtert – die Angelegenheit bleibe aber „kompliziert“.

Bemerkenswert ist ein Detail, das in mehreren international aufgegriffenen IRNA-Zitaten auftaucht: Die Agentur beschreibt die Praxis nicht als brandneue Entscheidung, sondern als etwas, das trotz „der schwersten militärischen Maßnahmen und der durch die feindlichen Handlungen der USA verursachten Unsicherheit“ in der Meerenge bereits seit rund sechs Monaten laufe. Die Wochenend-Ankündigung würde demnach eher eine bislang nicht offiziell kommunizierte Praxis öffentlich machen, als eine grundsätzlich neue Öffnung zu verkünden. Wie viele Tanker seither tatsächlich passiert sind und ob die Sondergenehmigung dauerhaft oder nur fallweise gilt, geht aus den Angaben nicht hervor – und lässt sich derzeit nicht unabhängig überprüfen, etwa über Schiffsverfolgungsdaten.

Vorgeschichte: Hormus als Druckmittel im Iran-Konflikt

Wie im bisherigen Bericht zur Straße von Hormus dargestellt, ringen Iran, die USA und der Oman seit Wochen um eine Neuregelung der Durchfahrt durch die Meerenge – von einem iranischen Parlamentsentwurf zum Verbot US-amerikanischer und israelischer Schiffe bis zu einer geplanten zivilen Route mit dem Oman, für die Teheran Gebühren in Höhe mehrerer Prozent des Frachtwerts anstrebt. Der Irak nimmt darin laut den vorliegenden Berichten eine besondere Rolle ein: Das Land verbindet mit Iran eine rund 1.600 Kilometer lange Grenze sowie ein enges Netz politischer und wirtschaftlicher Beziehungen, und es gilt als eines jener Länder, die eine Blockade der Meerenge am stärksten träfen.

Neue US-Sanktionen ab Montag verschärfen den Kontext

Die Ausnahme für irakische Tanker wird just vor neuen US-Sanktionen bekannt, die laut US-Finanzminister Scott Bessent am Montag, 24. August 2026, in Kraft treten sollen. Bessent kündigte nach eigenen Worten die „härtesten Sanktionen der Geschichte“ gegen Iran an und sprach von einer „größten koordinierten wirtschaftlichen Isolation in der Geschichte der Welt“ – Formulierungen, die er nach mehreren übereinstimmenden internationalen Medienberichten bereits Tage zuvor öffentlich verwendet hatte. Die Sanktionen könnten demnach auch wichtige Handelspartner Irans wie China treffen.

US-Präsident Donald Trump drohte laut ORF/Agenturen Ländern mit wirtschaftlichen Konsequenzen, sollten sie dem Iran eine „Lebensader“ bieten. Die Führung in Teheran wies die Sanktionen zurück: Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei erklärte, ihnen fehle jede völkerrechtliche Grundlage – eine Position, über die auch internationale Medien unabhängig berichten. Ob und wie die für Irak geltende Ausnahme mit den neuen Sanktionen zusammenhängt, wird in den Quellen nicht belegt; laut ORF sehen die USA in der iranisch-irakischen Kooperation generell ein Mittel zur Sanktionsumgehung, ohne dass dafür in der vorliegenden Berichterstattung ein konkreter Beleg genannt wird.

Einordnung: Selektive Genehmigung statt offener Durchfahrt

Für die größere Hormus-Geschichte ist vor allem das Muster bemerkenswert: Iran gewährt nicht eine allgemeine Öffnung der Meerenge, sondern eine länderspezifische Ausnahme für einen Partner, der wirtschaftlich und geografisch eng an Teheran gebunden ist. Das passt zu der bereits berichteten iranischen Linie, die Kontrolle über die Durchfahrt selbst in der Hand zu behalten – etwa über den geplanten Gesetzentwurf zum Schiffsverbot oder über Gebührenmodelle in der zivilen Oman-Route –, statt sie, wie von den USA gefordert, ganz aufzugeben. Ob sich daraus Rückschlüsse auf die laufenden Iran-Oman-Gespräche oder auf die grundsätzliche US-Position ziehen lassen, die jegliche Genehmigungspflicht ablehnt, lässt sich mit den vorliegenden Quellen nicht beantworten; die Tanker-Ausnahme für den Irak ist bislang ein eigenständiger, nicht offiziell verknüpfter Vorgang.