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Der Iran verfolgt in den Hormus-Verhandlungen offenbar zwei parallele Stränge. Laut einem ORF-Bericht vom 7. August, gestützt auf Bloomberg, prüft ein Ausschuss im iranischen Parlament einen Gesetzentwurf, der Schiffen aus den USA, Israel und anderen als „feindlich“ eingestuften Staaten die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verbieten würde, bis der Iran für Kriegsschäden entschädigt wird; Verstöße sollen laut übereinstimmenden Berichten von Bloomberg, NPR, CNBC und US News mit einer Strafe von bis zu 20 Prozent des Frachtwerts geahndet werden, zusätzlich soll auch israelischer Warentransport verboten werden. Dieses Vorhaben ist laut Berichten von den zivilen Iran-Oman-Verhandlungen über Schifffahrtsrouten getrennt. Die US-Regierung wies laut CNBC jegliche Restriktionen oder Gebühren zurück und erklärte, die Meerenge sei eine internationale Wasserstraße ohne Kontrolle einzelner Parteien.

Getrennt davon hatte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, bereits am 5. August laut IRNA erklärt, Iran und Oman hätten sich auf die geografischen Koordinaten für eine neue zivile Route verständigt; eine gemeinsame Erklärung werde vorbereitet. Diese Darstellung wird von mehreren unabhängigen Medien bestätigt. Laut Die Presse, unter Berufung auf Reuters-Insider, strebt der Iran dabei Gebühren von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts an, der Oman rund drei Prozent – ein Modell, das die US-Regierung inzwischen ausdrücklich zurückgewiesen hat. Parallel berichten US-Medien, Trump und Finanzminister Bessent hielten eine umfassendere Übergangslösung für unmittelbar möglich; ein Golf-Beamter bezifferte die Erfolgschance gegenüber CNN dagegen nur auf „50:50“, auch weil Iran laut CNN weiterhin bestreitet, direkt mit den USA zu verhandeln – ein Widerspruch zu Trumps Darstellung. Laut ORF steht Trump zudem wegen der Midterm-Wahlen im November und mangelnder Kriegsunterstützung in der US-Bevölkerung unter innenpolitischem Druck.

Der Bericht reiht sich in eine wochenlange Eskalationsserie ein: Ende Juli hatte sich die iranische Revolutionsgarde erstmals öffentlich zu einem Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien bekannt, dessen genauer Ausgang weiter strittig ist; die Ukraine hatte zudem einen tödlichen Angriff auf ein iranisches Frachtschiff eingeräumt, und von einer verschärften Sicherheitslage in Isfahan nach öffentlichen Hinrichtungen wird berichtet. Ob der iranische Gesetzentwurf verabschiedet wird, ob eine vollständige Übergangslösung zustande kommt, ob die Gebührensätze Bestand haben und der wahre Ausgang des Raketenangriffs sind nicht abschließend verifiziert.

Was passiert ist

Der Iran verfolgt in den laufenden Verhandlungen zur Straße von Hormus offenbar zwei parallele Stränge. Laut einem ORF-Bericht vom 7. August, der sich auf einen Bloomberg-Bericht unter Berufung auf Medienberichte aus der Region stützt, prüft ein Ausschuss im iranischen Parlament – laut US News unter Berufung auf die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars der Nationale Sicherheitsausschuss – derzeit einen Gesetzentwurf, der Schiffen aus den USA, Israel und anderen als „feindlich“ eingestuften Staaten die Durchfahrt durch die Meerenge verbieten würde, bis der Iran für Kriegsschäden entschädigt wird. Verstöße sollen laut übereinstimmenden Berichten von Bloomberg, NPR, CNBC und US News mit einer Strafe von bis zu 20 Prozent des Frachtwerts geahndet werden; zusätzlich soll auch der Transport israelischer Waren verboten werden, da laut ORF nur wenige Schiffe tatsächlich unter israelischer oder US-Flagge fahren. Dieses Vorhaben ist laut Berichten ausdrücklich ein von den zivilen Iran-Oman-Verhandlungen über Schifffahrtsrouten getrenntes, innenpolitisches Gesetzesverfahren.

Die US-Regierung reagierte darauf laut CNBC ablehnend: Washington erklärte, die Straße von Hormus sei eine internationale Wasserstraße, über deren Zufahrt keine einzelne Partei verfügen könne, und etwaige temporäre Routen müssten ohne Genehmigungen, Gebühren oder sonstige Hindernisse befahrbar sein – eine direkte Absage an sowohl den neuen Gesetzentwurf als auch an die zuvor kolportierten Durchfahrtsgebühren.

Getrennt davon hatte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, bereits am 5. August laut der Staatsagentur IRNA erklärt, Iran und Oman hätten sich auf die geografischen Koordinaten für eine neue zivile Route durch die Straße von Hormus verständigt; eine gemeinsame Erklärung werde derzeit fertiggestellt, sofern „bestimmte dritte Parteien den Prozess nicht behindern“. Diese Darstellung wird von mehreren unabhängigen internationalen Medien bestätigt. Laut Die Presse, unter Berufung auf Reuters-Insider und zwei Regierungsvertreter aus der Golfregion, strebt der Iran bei dieser zivilen Route Gebühren von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts durchfahrender Schiffe an, der Oman rund drei Prozent – das könnte Teheran laut Berichten mehrere Millionen Dollar täglich einbringen.

Parallel berichten US-Medien (Axios, CBS, NBC, CNBC), Präsident Trump und Finanzminister Bessent hielten eine umfassendere Übergangslösung mit den USA für unmittelbar möglich; ein Golf-Beamter bezifferte gegenüber CNN die Erfolgschance bis Freitag jedoch nur auf „50:50“, unter anderem weil die iranische Delegation nicht die Position der Revolutionsgarden vertrete. Iran bestreitet laut CNN zugleich weiterhin, direkte Gespräche mit den USA zu führen – ein offener Widerspruch zu Trumps Darstellung. Trump stellte Teheran zugleich erneut ein Ultimatum: Öffnung „sehr bald“, oder ein „sehr harter“ Schlag; laut ORF steht Trump dabei auch deshalb unter Druck, weil im November die Midterm-Wahlen anstehen und sein Krieg gegen den Iran in den USA von einer großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird.

Der Bericht reiht sich in eine wochenlange Eskalationsserie ein: Die iranische Revolutionsgarde hatte sich Ende Juli erstmals öffentlich zu einem Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien bekannt, dessen genauer Ausgang weiter strittig ist; die Ukraine hatte zudem einen tödlichen Angriff auf ein iranisches Frachtschiff eingeräumt. Zentrale Detailfragen – ob der iranische Gesetzentwurf verabschiedet wird, ob und wie eine vollständige Übergangslösung tatsächlich zustande kommt, ob die kolportierten Gebührensätze Bestand haben, der wahre Ausgang des Raketenangriffs sowie die Hintergründe der Isfahan-Sicherheitslage – sind nicht abschließend verifiziert.

Was die Quellen zeigen

Der neue Gesetzentwurf zum Schiffsverbot stützt sich in letzter Instanz auf die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars – eine Regierungsnahe Quelle ohne eigenständige internationale Verifikation. Die Kernaussage wird allerdings von mindestens vier voneinander unabhängigen internationalen Medien (Bloomberg, NPR, CNBC, US News) sowie von ORF mit übereinstimmendem Kerninhalt wiedergegeben, was eine vergleichsweise breite Bestätigungsbasis für eine solche Meldung darstellt. Dennoch handelt es sich um einen Entwurf, der laut den vorliegenden Berichten noch nicht verabschiedet wurde; eine amtliche Bestätigung durch die iranische Regierung selbst oder eine Einschätzung, wie wahrscheinlich eine Verabschiedung ist, fehlt bislang. Die US-Reaktion darauf ist über CNBC als offizielle Regierungsposition zugänglich, auch wenn ein wörtliches Originalzitat des State Department nicht direkt eingesehen wurde.

Die Bakaei-Ankündigung vom 5. August zur zivilen Route ist inzwischen vergleichsweise breit abgestützt: Sie stammt aus einer offiziellen iranischen Regierungsquelle und wird von mindestens sechs voneinander unabhängigen internationalen und österreichischen Medien – Al Jazeera, Bloomberg, Gulf News, Euronews, DER STANDARD und Kurier – mit übereinstimmendem Kernwortlaut wiedergegeben. Es handelt sich weiterhin ausschließlich um eine iranische Selbstauskunft; eine eigenständige Bestätigung durch Oman fehlt. Die kolportierten Gebührensätze für diese zivile Route (fünf bis sieben Prozent Iran, rund drei Prozent Oman) stammen laut Die Presse aus einem einzelnen iranischen Insider und zwei anonymen Regierungsvertretern der Golfregion gegenüber Reuters und sind ebenfalls nicht amtlich bestätigt.

Auffällig ist, dass sich in der Gesamtschau zwei widersprüchliche iranische Interessen abzeichnen: Die zivile Routenregelung mit Oman zielt auf eine (wenn auch gebührenpflichtige) Wiederöffnung der Meerenge, während der separate Parlamentsentwurf gezielt US- und israelische Schiffe dauerhaft ausschließen würde. Beide Vorhaben wurden bislang nicht offiziell miteinander in Beziehung gesetzt. Die Berichterstattung über eine mögliche umfassendere Übergangslösung mit den USA stützt sich auf eine wachsende, aber weiterhin lückenhafte Quellenbasis, darunter direkte Zitate von US-Außenminister Rubio (PBS NewsHour) und dem iranischen Außenamtssprecher Baghaei/Bakaei (Al Jazeera, IRNA). Die CNN-Berichterstattung liefert dazu eine deutlich vorsichtigere Einschätzung (50:50-Chance, fehlende IRGC-Einbindung) als die öffentlichen, zuversichtlichen Äußerungen von Trump und Bessent.

Der iranische Raketenangriff auf Jordanien sowie die US-saudischen Gegenschläge im Irak werden von einer breiten Medienbasis gestützt, inklusive einer öffentlichen Selbstbezichtigung der iranischen Revolutionsgarde. Die Ukraine-Iran-Schiffsattacke ist über eine direkte Wiedergabe einer Aussage des ukrainischen Außenministers vergleichsweise solide belegt. Die Isfahan-Sicherheitslage stützt sich weiterhin nur auf eine knappe Erwähnung ohne eigene Recherche zu Gerichtsverfahren; angesichts der Sensibilität von Hinrichtungen wird hier bewusst zurückhaltend berichtet. Die bereits zuvor bewerteten Quellenlagen zu Todesopfern, früheren Angriffszielen, der iranischen Öltanker-Behauptung und der Rahmenabkommen-Aussetzung bleiben im Übrigen unverändert bestehen.

Was unklar bleibt

Zentral offen bleibt, ob der iranische Parlamentsgesetzentwurf zum Verbot US-amerikanischer und israelischer Schiffe tatsächlich verabschiedet wird, wie verbindlich er derzeit bereits ist und wie die USA offiziell darauf reagieren – über die bereits erfolgte Ablehnung jeglicher Restriktionen durch die US-Regierung hinaus. Ebenso unklar bleibt, wie sich dieser innenpolitische Gesetzentwurf zu der separat verhandelten zivilen Routenregelung mit Oman verhält: ob beide Vorhaben nebeneinander bestehen können, sich gegenseitig ausschließen, oder ob am Ende nur eines von beiden tatsächlich umgesetzt wird.

Weiterhin offen ist, ob die von Bakaei angekündigte gemeinsame Erklärung zwischen Iran und Oman zur zivilen Route tatsächlich veröffentlicht wird und ob die Revolutionsgarden (IRGC) den ausgehandelten Details zustimmen. Ebenso unklar bleibt, ob die kolportierten Gebührensätze (Iran fünf bis sieben, Oman rund drei Prozent) tatsächlich Eingang in eine finale Vereinbarung finden, nachdem die US-Regierung jegliche Gebühren nun ausdrücklich zurückgewiesen hat. Ebenso ungeklärt bleibt, ob und wie eine umfassendere, auch die USA einschließende Übergangslösung amtlich verkündet und unterzeichnet wird, und wie sich der offene Widerspruch zwischen Irans Dementi direkter US-Gespräche und Trumps Behauptung „sehr guter Gespräche“ auflöst.

Weiterhin ungeklärt ist, ob Iran mit dem Raketenangriff vom 29. Juli tatsächlich ein Ziel getroffen hat oder ob sämtliche Raketen wirkungslos abgefangen wurden. Offen bleibt zudem, wie sich die Spannungen zwischen der Ukraine und dem Iran nach der Attacke auf das Frachtschiff weiterentwickeln, was den Hinrichtungen in Isfahan konkret zugrunde lag, und ob tatsächlich ein Zusammenhang mit der militärischen Eskalation besteht. Wie schon zuvor offen bleiben: eine iranische Stellungnahme zu den Vorwürfen, Milizen im Irak zu Drohnenangriffen angewiesen zu haben; eine Bestätigung durch irakische Behörden zu den US-saudischen Angriffen; die Verifizierbarkeit der iranischen Öltanker-Behauptung; die Belastbarkeit der iranischen Opferzahlen; die Identität der in Jordanien gefundenen sterblichen Überreste; sowie der genaue Inhalt des im Juli ausgesetzten Rahmenabkommens und sein Verhältnis zur jetzt verhandelten Hormus-Regelung.

Einordnung

Der neue Parlamentsgesetzentwurf verändert das Bild der Hormus-Verhandlungen: Bislang stand vor allem eine zivile, kommerziell orientierte Routenregelung mit Oman im Vordergrund. Der nun bekanntgewordene, separate Vorstoß zu einem dauerhaften Verbot für US- und israelische Schiffe zeigt, dass innerhalb des iranischen Systems offenbar auch deutlich konfrontativere Positionen verfolgt werden – und dass diese beiden Stränge nicht notwendigerweise auf dasselbe Ziel hinauslaufen. Die sofortige und unmissverständliche US-Reaktion, jegliche Restriktionen oder Gebühren abzulehnen, deutet darauf hin, dass Washington in dem Gesetzentwurf ebenso wie in den kolportierten Gebührenmodellen zur zivilen Route eine Belastung für die eigene Verhandlungsposition sieht – zumal Trump laut ORF wegen der bevorstehenden Midterm-Wahlen und der im eigenen Land unpopulären Kriegsführung ohnehin unter innenpolitischem Druck steht, rasch zu einem Ergebnis zu kommen.

Damit bestätigt sich eine bereits zuvor von CNN aufgeworfene Einschätzung: Eine Einigung zwischen Iran und Oman zeichnet sich zwar ab, ist aber nicht notwendigerweise die Art von Abkommen, die sich die USA wünschen. Bemerkenswert ist zudem, dass frühere Ankündigungen in diesem Konflikt – etwa das im Juni vereinbarte, im Juli von Iran ausgesetzte Rahmenabkommen oder die nur zweitägige Angriffspause Ende Juli – sich als nicht dauerhaft belastbar erwiesen haben. Sollte auch die jetzt gemeldete Iran-Oman-Teileinigung nicht in eine vollständige, von allen Seiten getragene Regelung münden – zumal parallel ein Gesetzentwurf verfolgt wird, der genau jene Partei ausschließen würde, mit der Trump eine umfassendere Lösung sucht –, wäre dies ein weiteres Beispiel für ein wiederkehrendes Muster in diesem Krieg: konkrete Teilfortschritte, die öffentlich als kurz vor dem Abschluss stehend präsentiert werden, ohne dass eine belastbare, amtlich bestätigte Gesamtlösung folgt.

Der neue Raketenangriff auf Jordanien bestätigt zugleich, dass parallel zu den Hormus-Gesprächen weiter militärisch eskaliert wurde: Iran bekannte sich diesmal offen zu dem Angriff – anders als beim vorherigen Vorfall –, was eher auf eine bewusste, öffentlich kommunizierte Machtdemonstration als auf einen unbeabsichtigten Zwischenfall hindeutet, sich aus den vorliegenden Quellen aber nicht abschließend einordnen lässt. Insgesamt bleibt bei allen nicht unabhängig bestätigten Details – vom Gesetzentwurf über die Hormus-Gebührensätze bis zu Zielorten, Erfolgsquoten und Opferzahlen – weiterhin Zurückhaltung geboten.