Die Verhandlungen um eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran haben laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ eine neue Wendung genommen: US-Präsident Donald Trump habe seinen Beratern mitgeteilt, dass er den iranischen Sieben-Tage-Plan zur Öffnung der Straße von Hormus für nicht erfüllbar hält, und rechne intern mit einer Wiederaufnahme von Angriffen nach den Kongress-Zwischenwahlen im November. Die auf anonyme Regierungsvertreter gestützte Meldung wurde von zahlreichen internationalen Medien, darunter CNBC und Bloomberg, unabhängig aufgegriffen — eine offizielle Bestätigung durch das Weiße Haus fehlt bislang. Öffentlich gab sich Trump derweil widersprüchlich zuversichtlich: Beim Treffen mit Xi Jinping sagte er, man werde eine Lösung „großartig hinbekommen“, veröffentlichte zugleich aber auf Truth Social eine mit „Trump-Straße“ beschriftete Karte der Meerenge.
Teheran hielt derweil öffentlich an seinem Vorschlag fest: Außenminister Araqchi erklärte bei der UNO in New York, die Sieben-Tage-Frist beginne, sobald Washington zustimme, die nötigen Schritte seien bereits Teil des Juni-Rahmenabkommens. Präsident Pezeshkian warb gegenüber CBS für eine Rückkehr zu diesem Abkommen und betonte, die Abstimmung mit Obersten Führer Khamenei sei erfolgt.
Wie im bisherigen Bericht zu den Hormus-Verhandlungen dargestellt, hatten beide Seiten zuletzt wiederholt zwischen Fortschritt und Rückschlag geschwankt. Die offene Frage, ob der Iran sein Ultimatum umsetzt oder es zu einer harten Reaktion Trumps kommt, bekommt durch den aktuellen Bericht eine vorläufige Antwort Richtung Eskalation statt Einigung — allerdings zeitlich auf die Zeit nach den Midterms verschoben und laut Berichten ohne bereits feststehenden Umfang möglicher neuer Angriffe.
Trump soll Vorschlag ablehnen und Angriffe nach den Wahlen ins Auge fassen
Die Verhandlungen um eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran haben laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ eine neue, unerwartete Wendung genommen: US-Präsident Donald Trump habe seinen Beratern mitgeteilt, dass er den iranischen Sieben-Tage-Plan zur Öffnung der Straße von Hormus für nicht erfüllbar hält, und rechne intern mit einer Wiederaufnahme von Angriffen auf den Iran nach den Kongress-Zwischenwahlen im November. Die Meldung stützt sich auf anonyme US-Regierungsvertreter und wurde in den Tagen danach von zahlreichen internationalen Medien, darunter CNBC und Bloomberg, unabhängig voneinander aufgegriffen — eine eigene, öffentlich einsehbare Bestätigung durch das Weiße Haus oder Trump selbst liegt dazu nicht vor.
Öffentlich gab sich Trump derweil widersprüchlich zuversichtlich: Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Chinas Präsident Xi Jinping im Nationalarchiv in Washington sagte er auf eine entsprechende Journalistenfrage zur Straße von Hormus, er denke, „wir werden das großartig hinbekommen“. Am selben Wochenende veröffentlichte er auf seiner Plattform Truth Social eine Karte der Meerenge, die er mit „Trump-Straße“ beschriftete — ein Symbol, das eher auf einen Anspruch auf Kontrolle als auf eine baldige Verhandlungslösung hindeutet.
Teheran bekräftigt seinen Vorschlag bei der UNO
Parallel dazu hielt der Iran öffentlich an seinem Angebot fest. Außenminister Abbas Araqchi erklärte bei den Vereinten Nationen in New York, die Sieben-Tage-Frist zur Öffnung der Straße von Hormus beginne, sobald Washington den iranischen Plan akzeptiere; die Entscheidung liege nun bei den USA. Die dafür nötigen Schritte seien „nicht neu“, sondern bereits Teil des im Juni zwischen beiden Ländern unterzeichneten Rahmenabkommens, so Araqchi.
Präsident Masoud Pezeshkian warb im Sender CBS ebenfalls für eine Rückkehr zu diesem Juni-Abkommen: Stimmten die USA zu, werde „alles wieder so wie vorher“, der Prozess könne noch am Tag der Zustimmung beginnen. Die „Abstimmung“ des Plans mit dem Obersten Führer Mojtaba Khamenei sei bereits erfolgt, betonte er. Ob diese innenpolitische Rückendeckung tatsächlich so weit reicht, wie Pezeshkian sie darstellt, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht unabhängig prüfen.
Vorgeschichte
Die Straße von Hormus ist seit Kriegsbeginn Ende Februar zentraler Streitpunkt zwischen den USA und dem Iran, der die für den Welthandel wichtige Meerenge weitgehend blockiert hält, während die USA ihrerseits eine Seeblockade iranischer Häfen verhängt haben. Wie im bisherigen Bericht zu den Verhandlungen um eine zivile Route mit Oman und einem möglichen Schiffsverbot-Gesetzentwurf im iranischen Parlament dargestellt, hatten beide Seiten zuletzt wiederholt Fortschrittsmeldungen und Rückschläge im Wechsel verzeichnet, ohne dass eine umfassende, alle Seiten einschließende Lösung zustande kam.
Eine der offenen Fragen bekommt eine — vorläufige — Antwort
Der bisherige Bericht hatte offengelassen, ob der Iran das Ultimatum Trumps zur Öffnung der Straße „sehr bald“ umsetzt oder es zu einer angedrohten „sehr harten“ Reaktion kommt. Der aktuelle WSJ-Bericht liefert dazu, sofern er zutrifft, eine vorläufige Antwort in Richtung Eskalation statt Deeskalation: Trump signalisiert demnach nicht Zustimmung zum iranischen Plan, sondern Skepsis und die interne Erwartung neuer Angriffe — allerdings zeitlich verschoben auf die Zeit nach den Novemberwahlen und laut Berichten ohne bereits feststehenden Umfang. Damit bleibt offen, ob es sich um eine taktische Verzögerung, eine ernsthafte Kriegsfortsetzungsabsicht oder lediglich um eine von mehreren innerhalb der US-Regierung kursierenden Einschätzungen handelt.


