Die vom Iran eingerichtete Hormus-Behörde PGSA hat Schiffe und Reedereien vor Konsequenzen gewarnt, sollten sie „nicht autorisierte“ Routen in der Straße von Hormus befahren – bei nachgewiesenen Verstößen drohen künftige Durchfahrtsbeschränkungen für die betroffenen Unternehmen. Parallel dazu ist ein diplomatischer Vorstoß Irans bekannt geworden: Außenminister Abbas Araktschi hatte den USA über Katar einen Sieben-Tage-Plan übermittelt, der die Wiedereröffnung der Meerenge an die Freigabe eingefrorener Gelder, ein Ende von Ölsanktionen und der US-Seeblockade knüpfte. US-Präsident Donald Trump lehnte den Vorschlag jedoch öffentlich ab und warf Iran vor, wegen eigener Verluste auf eine sofortige Öffnung zu drängen.
Teheran hält trotz dieser Absage offiziell an der Diplomatie fest: Araktschi betonte, eine formelle US-Ablehnung sei über die Vermittler bislang nicht eingegangen, und bekräftigte Irans Bedingungen. Gleichzeitig warnte der Sprecher der iranischen Armee, Mohammad Akraminia, laut staatlichen iranischen Medien vor einem möglichen neuen US-Angriff und erklärte, sein Land sei zur Konfrontation bereit – eine Aussage, die als Einzelmeldung einer Konfliktpartei unabhängig nicht bestätigt ist.
Wie im bisherigen Bericht zur Eskalation rund um die Straße von Hormus dargestellt, hatten zuvor Angriffe und eine Wasserkrise in der Region Jask die Lage verschärft; zudem wurde bereits über einen Oman-Iran-Rahmenplan für eine temporäre Route und eine iranische Sperrliste von rund 45 Tankern berichtet. Ob sich Kooperationsansätze und neue Drohinstrumente wie die PGSA-Warnung ergänzen oder widersprechen, bleibt offen.
PGSA formalisiert Kontrolle über die Meerenge
Die vom Iran zur Verwaltung der Straße von Hormus eingerichtete Behörde PGSA hat Schiffe und Reedereien vor Konsequenzen gewarnt, sollten diese „nicht autorisierte“ Routen in der Region befahren. Laut einer Mitteilung der Behörde auf der Plattform X drohen dabei nicht nur finanzielle und menschliche Risiken für Schiff, Reederei, Kapitän und Besatzung, sondern auch dauerhafte Einschränkungen der künftigen Durchfahrt. Schiffseigner müssten gegenüber möglichen rechtswidrigen Anweisungen von Charterern die gebotene Sorgfalt walten lassen; im Fall nachgewiesener Verstöße sollen sämtliche Schiffe der betroffenen Unternehmen künftig beschränkt werden.
Damit setzt Teheran eine bereits sichtbare Linie fort, restriktive Instrumente gegen den Schiffsverkehr in der Meerenge zu etablieren, ohne dass die PGSA-Warnung ausdrücklich mit früher gemeldeten Maßnahmen verknüpft würde.
Diplomatischer Vorstoß scheitert vorerst an Trump
Parallel zur PGSA-Warnung wird ein diplomatischer Vorstoß Irans bekannt: Außenminister Abbas Araktschi hatte den USA über Katar einen sogenannten Sieben-Tage-Plan übermittelt, demzufolge die Meerenge am Persischen Golf sieben Tage nach Erfüllung bestimmter US-seitiger Bedingungen wieder geöffnet werden sollte. Laut mehreren internationalen Medienberichten zählten dazu die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder, die Aufhebung von Ölsanktionen und ein Ende der US-Seeblockade gegen iranische Häfen; der Plan soll Berichten zufolge am Rande der UN-Generalversammlung an Trumps Unterhändler Steve Witkoff übergeben worden sein.
US-Präsident Donald Trump lehnte den Vorschlag ab. „Ich lehne ihren Deal ab“, sagte er laut Berichten vor Journalisten im Weißen Haus, und warf Iran vor, wegen eigener Verluste auf eine sofortige Öffnung der Straße zu drängen.
Teheran hält an Diplomatie fest
Trotz Trumps öffentlicher Absage lässt Iran den diplomatischen Kanal offiziell nicht als geschlossen gelten. Araktschi erklärte, die eigenen Bedingungen für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus seien klar und blieben Voraussetzung jedes weiteren Schritts. Zugleich betonte er, die Vermittler hätten eine offizielle Ablehnung des Sieben-Tage-Plans durch die USA bislang nicht übermittelt – eine Formulierung, die die öffentliche Trump-Aussage von einer formellen diplomatischen Antwort unterscheidet, ohne dass sich dieser Unterschied unabhängig einordnen ließe.
Scharfe Töne aus dem Militär
Begleitet wird die diplomatische Pattsituation von schärferer Rhetorik auf iranischer Seite: Der Sprecher der iranischen Armee, Mohammad Akraminia, warnte laut staatlichen iranischen Medien, die USA könnten wegen ihrer schwierigen Lage in der Region einen erneuten Angriff auf Iran starten. Sein Land sei bereit für eine Konfrontation und könne den USA größeren Schaden zufügen, so Akraminia. Die Aussage stammt von einer Konfliktpartei und ist unabhängig nicht überprüfbar; sie fügt sich aber in ein Bild anhaltender wechselseitiger Drohgebärden ein.
Vorgeschichte
Wie im bisherigen Bericht zur Eskalation zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus dargestellt, hatten Angriffe, eine zeitweise Seeblockade und eine Wasserkrise in der Küstenregion Jask die Lage zuvor zugespitzt. Auf „Neue Nachrichten“ wurde zudem bereits berichtet, dass Iran und Oman sich auf einen Rahmenplan für eine temporäre Route samt Minenräumung verständigt hatten, während Iran parallel rund 45 Tanker auf eine Sperrliste setzte. Die aktuelle PGSA-Warnung und der gescheiterte Sieben-Tage-Plan zeigen, dass Kooperationsansätze und Drohinstrumente weiterhin nebeneinander bestehen.


