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Islands Regierung hat angekündigt, im Februar einen Gesetzesentwurf für ein dauerhaftes Verbot des kommerziellen Walfangs ins Parlament einzubringen. Das geht aus einer Mitteilung der Regierung in Reykjavik hervor, über die ORF, Der Standard und Kleine Zeitung übereinstimmend berichten. Die Regierungskoalition verfügt im isländischen Parlament über eine eigene Mehrheit. Käme das Verbot, blieben mit Norwegen und Japan nur noch zwei Länder mit kommerziellem Walfang übrig.

In der laufenden Jagdsaison von Juni bis Ende September wurden laut Angaben der Tierschutzorganisation Humane World for Animals bis zum 9. September 80 Finnwale getötet; die Quote erlaubt heuer bis zu 150 Tiere. Die Weltnaturschutzunion stuft Finnwale als gefährdet ein. Island hatte den kommerziellen Walfang 2006 wieder aufgenommen, nach einem internationalen Moratorium von 1986.

Offen bleiben der genaue Wortlaut des Gesetzentwurfs, Reaktionen der isländischen Fischereiwirtschaft sowie aus Norwegen und Japan, und ob das Vorhaben im Parlament tatsächlich beschlossen wird.

Was passiert ist

Islands Regierung hat angekündigt, im Februar einen Gesetzesentwurf für ein dauerhaftes Verbot des kommerziellen Walfangs ins Parlament einzubringen. Das teilte die Regierung in Reykjavik nach übereinstimmenden Berichten von ORF, Der Standard und Kleine Zeitung auf ihrer eigenen Website mit. Die Regierungskoalition verfügt im isländischen Parlament, dem Althing, über eine eigene Mehrheit, was die Chancen auf eine Verabschiedung des Gesetzes erhöht. Sollte das Verbot beschlossen werden, blieben mit Norwegen und Japan nur noch zwei Länder übrig, die kommerziellen Walfang betreiben.

Zahlen zur laufenden Fangsaison

Die aktuelle isländische Jagdsaison läuft von Juni bis Ende September. Laut Angaben der Tierschutzorganisation Humane World for Animals, auf die sich die Berichte stützen, wurden bis zum 9. September 80 Finnwale getötet; die Quote für heuer erlaubt den Fang von bis zu 150 Tieren. Unabhängig davon bestätigte Zahlen liegen nach den vorliegenden Quellen nicht vor. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Finnwale, das Hauptziel der isländischen Walfänger, als gefährdet ein. 2024 hatte eine isländische Übergangsregierung dem einzigen verbliebenen Walfangunternehmen des Landes eine Lizenz für fünf Jahre erteilt.

Politischer und internationaler Kontext

Der Schritt markiert laut den Berichten eine Kehrtwende in der isländischen Walfangpolitik. Island hatte den kommerziellen Walfang 2006 wieder aufgenommen, nachdem 1986 ein internationales Moratorium zum Schutz der Walbestände in Kraft getreten war. Norwegen nahm den Walfang bereits 1993 wieder auf, Japan trat 2019 aus der Internationalen Walfangkommission aus, um die Jagd in eigenen Hoheitsgewässern fortzusetzen. Der Walfang in Island sorgt seit Jahren für Proteste von Tierschutzorganisationen und prominenten Persönlichkeiten. Die Sprecherin von Humane World for Animals, Wendy Higgins, sprach laut ORF von „beträchtlicher politischer und öffentlicher Unterstützung“ für das geplante Gesetz.

Was unklar bleibt

Der genaue Wortlaut des Gesetzesentwurfs liegt ebenso wenig vor wie eine direkte, im Volltext einsehbare Stellungnahme der isländischen Regierung selbst – die vorliegenden Berichte stützen sich auf deren Website-Ankündigung, ohne diese vollständig wiederzugeben. Auch eine Reaktion des betroffenen Walfangunternehmens oder der isländischen Fischereiwirtschaft ist bislang nicht bekannt, ebenso wenig offizielle Stellungnahmen aus Norwegen oder Japan. Offen ist zudem, ob der Entwurf im Althing tatsächlich die für ein Verbot nötige Mehrheit findet und wie das Gesetz im Detail ausgestaltet sein wird.