Fünf Forschende des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg erhalten in der aktuellen Runde der ERC Starting Grants zusammen 9,2 Millionen Euro. Damit stellt das ISTA die meisten der insgesamt 18 Starting Grants, die in dieser Runde an in Österreich tätige Forschende gingen.
Die geförderten Projekte reichen von einem neuen Mikroskop für Quantenmaterie (Denitsa Baykusheva) über die Erforschung bakterieller Abwehrmechanismen gegen fremde DNA (Jack Bravo) und die Verschmelzung Weißer Zwerge (Ilaria Caiazzo) bis zu KI-Modellen für Ursache-Wirkungs-Beziehungen in wissenschaftlichen Daten (Francesco Locatello) und einer neuen Röntgendetektor-Technologie (Charles Roques-Carmes).
Europaweit wurden in dieser Ausschreibungsrunde 421 von 4.807 eingereichten Projekten gefördert, die Förderquote lag bei 8,8 Prozent. Offen bleiben die genauen Einzel-Fördersummen der meisten ISTA-Projekte sowie Details zur Verteilung der übrigen österreichischen Grants auf andere Institutionen.
Was passiert ist
Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg im Bezirk Tulln hat in der aktuellen Ausschreibungsrunde der Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) fünf Förderungen erhalten. Die fünf Projekte werden zusammen mit 9,2 Millionen Euro unterstützt. Damit stellt das ISTA die meisten der insgesamt 18 Starting Grants, die in dieser Runde an in Österreich tätige Forschende gingen – vor Institutionen wie der Universität Innsbruck, der Universität Wien oder der TU Wien, die laut Berichten jeweils mehrere Grants erhielten.
Die ERC Starting Grants richten sich an Forschende, deren Promotion maximal zehn Jahre zurückliegt, und sollen ihnen den Aufbau eigener Teams sowie den Einstieg in eigenständige Grundlagenforschung ermöglichen.
Die fünf geförderten Projekte
Die Bandbreite der Themen reicht von Quantenphysik bis Astrophysik. Denitsa Baykusheva, seit 2024 am ISTA und ursprünglich aus Bulgarien, entwickelt ein Mikroskop, das schwer nachweisbare Zustände der Quantenmaterie sichtbar machen soll. Sie erhofft sich davon langfristig neue Ansätze für Optoelektronik und verlustarmen Energietransport.
Der britische Strukturbiologe Jack Bravo, ebenfalls seit 2024 am Institut, untersucht, wie Bakterien fremde DNA erkennen und zerstören – ein Einblick in die molekularen Grundlagen bakterieller Immunabwehr. Die italienische Astrophysikerin Ilaria Caiazzo widmet sich der Verschmelzung sogenannter Weißer Zwerge, stellarer Überreste, die als Ursprung mancher Sternexplosionen und als mögliche Quelle von Gravitationswellen gelten.
Francesco Locatello, der seit 2023 eine eigene Forschungsgruppe am ISTA leitet, entwickelt KI-Modelle, die in wissenschaftlichen Daten Ursache-Wirkungs-Beziehungen zuverlässiger erkennen sollen. Der französische Physiker Charles Roques-Carmes, der erst im Juni 2026 ans Institut kam, arbeitet an einer neuen Röntgendetektor-Technologie, die künftig schärfere Bilder bei geringerer Strahlenbelastung ermöglichen könnte.
Einordnung: Rekordandrang bei den ERC-Förderungen
Die Ausschreibungsrunde 2026 war laut den vorliegenden Angaben von besonders hoher Konkurrenz geprägt: Europaweit gingen 4.807 Bewerbungen ein, von denen 421 – rund 8,8 Prozent – gefördert wurden. Das ISTA gilt als vergleichsweise kleine, aber forschungsintensive Institution mit Fokus auf Grundlagenforschung in Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik; die fünf neuen Grants reihen sich in eine Serie früherer ERC-Erfolge der Einrichtung ein.
Was unklar bleibt
Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, wie hoch die Einzel-Fördersummen für die Projekte von Bravo, Caiazzo, Locatello und Roques-Carmes ausfallen – nur für Baykushevas Vorhaben liegt mit rund 1,7 Millionen Euro eine konkrete Zahl vor. Ebenso wenig lässt sich aus den Quellen ablesen, wie genau sich die übrigen 13 österreichischen Grants dieser Runde auf die anderen genannten Institutionen aufteilen, auch wenn erste Medienberichte eine grobe Verteilung nennen.


