Die italienische Regierung senkt die Verbrauchsteuer auf Diesel befristet bis 6. August 2026 um insgesamt 17 Cent je Liter. Das teilte Finanzminister Giancarlo Giorgetti am Montagabend nach einer Kabinettssitzung mit. Benzin- und Tabaksteuer bleiben unverändert, die Kosten der Maßnahme bezifferte Giorgetti auf rund 125 Millionen Euro. Als Grund nannte er den stärkeren Preisanstieg bei Diesel infolge internationaler Konflikte.
Berichten zufolge wird der Rabatt unter anderem über variable Verbrauchsteuern, Kartellstrafen und Strukturmittel finanziert. Das Kabinett verlängerte zudem Hilfen für den Straßengüterverkehr und einen Steuerbonus für die Landwirtschaft. Der Verbraucherschutzverband Codacons rechnete vor, dass ein voller Dieseltank rund 8,50 Euro weniger koste, der Durchschnittspreis aber weiterhin über 2 Euro je Liter liege – aus seiner Sicht bleibt die Entlastung unzureichend, weil Benzinfahrzeuge nicht profitieren.
Ob der Rabatt nach dem 6. August verlängert wird, ist offen: Das Kabinett will erst am 4. August erneut über die Kraftstoffpreise und das weitere Vorgehen entscheiden.
Was passiert ist
Die italienische Regierung senkt die Verbrauchsteuer auf Diesel befristet bis 6. August 2026. Wie Finanzminister Giancarlo Giorgetti am Montagabend nach einer Kabinettssitzung mitteilte, wird Diesel dadurch um insgesamt 17 Cent je Liter billiger. Benzin- und Tabaksteuer bleiben von dem Eingriff unberührt – eine zwischenzeitlich diskutierte Erhöhung der Tabaksteuer zur Gegenfinanzierung wurde nicht umgesetzt. Die Kosten der Maßnahme bezifferte Giorgetti auf rund 125 Millionen Euro.
Was die Quellen zeigen
Vier österreichische Medien – DER STANDARD, Kurier, Kleine Zeitung und ORF – sowie unabhängig davon die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichten übereinstimmend über die Ankündigung Giorgettis. Als Begründung verwies der Minister auf den seiner Darstellung nach deutlich stärkeren Preisanstieg bei Diesel gegenüber Benzin infolge internationaler Konflikte. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass der zuletzt gesunkene Brent-Ölpreis in den kommenden Tagen auch an den Zapfsäulen ankomme. Finanziert werden soll der Rabatt laut Kurier unter anderem über das System variabler Verbrauchsteuern, Kartellstrafen sowie Mittel aus einem Fonds für strukturpolitische Maßnahmen. Das Kabinett verlängerte zudem Unterstützungsmaßnahmen für den Straßengüterverkehr sowie einen Steuerbonus für die Landwirtschaft. Der Verbraucherschutzverband Codacons rechnete vor, dass ein voller Dieseltank durch die Senkung rund 8,50 Euro weniger koste – der Durchschnittspreis liege aber weiterhin bei etwa 2,015 Euro je Liter und damit über der psychologisch wichtigen Zwei-Euro-Marke. Der Verband bezeichnete die Entlastung als unzureichend, weil sie ausschließlich Dieselfahrzeuge begünstige.
Was unklar bleibt
Ob die Regierung den Rabatt nach dem 6. August verlängert, aufstockt oder auslaufen lässt, ist offen – darüber will das Kabinett erst am 4. August entscheiden. Unklar ist auch, wie Transportgewerbe-Verbände und weitere Verbraucherschutzorganisationen über Codacons hinaus die Maßnahme bewerten; entsprechende Stimmen liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor. Ebenso wenig lässt sich derzeit einschätzen, ob der von Giorgetti erhoffte Rückgang des Brent-Ölpreises tatsächlich an den italienischen Tankstellen ankommt, und welche konkrete Form die für den Herbst in Aussicht gestellten zusätzlichen Entlastungen bei Strom- und Gaspreisen annehmen werden.
Einordnung
Der Schritt reiht sich in eine Serie kurzfristiger, eng befristeter Preiseingriffe europäischer Regierungen bei steigenden Energiekosten ein. Dass Rom die Entlastung auf Diesel beschränkt und schon in wenigen Tagen erneut über das weitere Vorgehen beraten will, deutet auf eine Übergangslösung statt eine strukturelle Reform hin. Die Kritik von Codacons zeigt zudem, dass die Maßnahme innerhalb Italiens selbst umstritten ist – auch wenn diese Einschätzung bislang nur über ein einzelnes Medienzitat vorliegt und keine unabhängige Bestätigung erfahren hat.


