Die Wiener Theaterkritikerin und -wissenschafterin Karin Kathrein ist am 28. Juli 2026 im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit in Wien gestorben. Das teilte ihre Familie der Nachrichtenagentur APA mit, wie mehrere österreichische Medien übereinstimmend berichten. Kathrein zählte über Jahrzehnte zu den prägendsten Stimmen der heimischen Theaterkritik.
Nach einem Studium der Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Wien, das sie 1965 abschloss, arbeitete sie unter anderem für „Die Presse“, die Zeitschrift „Bühne“, die sie leitete, und den „Kurier“. Von 1999 bis 2018 war sie Vorsitzende der Jury des von ihr mitbegründeten Nestroy-Theaterpreises.
Mehrere heimische Medien berichten übereinstimmend über Todesdatum und Lebenslauf. Offizielle Würdigungen von Kulturinstitutionen sowie Details zu einer Trauerfeier liegen bislang nicht vor.
Was passiert ist
Die Wiener Theaterkritikerin und -wissenschafterin Karin Kathrein ist am 28. Juli 2026 nach langer Krankheit in Wien gestorben. Das teilte ihre Familie der Nachrichtenagentur APA mit, wie mehrere österreichische Medien übereinstimmend berichten. Kathrein wurde 88 Jahre alt. Sie zählte über Jahrzehnte zu den einflussreichsten Stimmen der heimischen Theaterkritik und war insbesondere als Mitbegründerin und langjährige Jury-Vorsitzende des Nestroy-Theaterpreises bekannt.
Werdegang und Wirken
Geboren am 7. Juni 1938 in eine großbürgerliche Wiener Familie, studierte Kathrein nach einem kurzen Ausflug an die Akademie für Angewandte Kunst Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Wien, wo sie 1965 promovierte. Nach ersten praktischen Erfahrungen am Theater – unter anderem als Regieassistentin bei Salzburger Festspielen-Produktionen und als Dramaturgin am Theater an der Wien – wechselte sie auf die Kritikerseite. 1970 wurde sie Kulturredakteurin bei der „Presse“, wo sie von 1985 bis 1988 auch als Ressortleiterin den Amtsantritt Claus Peymanns am Burgtheater journalistisch begleitete. Es folgten Stationen als Kulturressortleiterin bei „Die ganze Woche“, als Chefredakteurin der Theaterzeitschrift „Bühne“ (1990–1993) und schließlich bis 2001 als Kulturredakteurin und Theaterkritikerin beim „Kurier“. Von 1999 bis 2018 stand sie der Jury des von ihr mitbegründeten Nestroy-Theaterpreises vor; zum Abschied wurde ihr dort ein Ehrenpreis verliehen.
Was die Quellen zeigen
Der Standard, der Kurier, ORF Wien und Die Presse berichteten binnen weniger Tage übereinstimmend über den Tod Kathreins, Todesdatum, Alter und die Information, dass die Familie die Nachricht der APA übermittelt hat. Der Kurier veröffentlichte dabei die ausführlichste biografische Würdigung, aus der auch die Details zu Studium, beruflichem Werdegang und ihrer Rolle als Nestroy-Jury-Vorsitzende stammen. Die Presse, bei der Kathrein selbst lange als Kritikerin tätig war, würdigte sie unter kostenpflichtigem Zugang gesondert.
Was unklar bleibt
In den vorliegenden Berichten fehlen bislang offizielle Stellungnahmen von Institutionen wie dem Burgtheater, den Salzburger Festspielen oder dem Nestroy-Preis-Trägerverein sowie Reaktionen von Kolleginnen und Kollegen aus der Theaterszene. Auch Angaben zu einer möglichen öffentlichen Trauerfeier liegen nicht vor. Eine vollständige Würdigung ihres publizistischen Werks, etwa des von ihr herausgegebenen Schauspielführers, ist auf Basis der bisherigen Berichterstattung nur in Ansätzen möglich.

