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Nach 115 Jahren schließt das Kloster Maria Rast der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Gratkorn. Die sechs zuletzt dort lebenden Ordensfrauen sind am 31. August 2026 ins Mutterhaus des Ordens in der Grazer Mariengasse übersiedelt, nach einem letzten gemeinsamen Gebet und Mittagessen in der Gemeinschaft.

Das Kloster wurde 1911 gegründet und diente vor allem als Alters- und Pflegeheim für Ordensfrauen; in Spitzenzeiten während des Zweiten Weltkriegs lebten dort rund 109 Schwestern. Als Gründe für die Schließung nennen die Diözese Graz-Seckau und der Dachverband der Ordensgemeinschaften Österreichs fehlenden Nachwuchs, hohen Sanierungsbedarf des großen Gebäudes und die wachsende Belastung der wenigen, selbst alternden verbliebenen Schwestern.

Was mit dem Gebäude künftig geschieht, ist offen; laut einem Lokalmedium hat die Gemeinde Gratkorn bislang kein Interesse an einer Nachnutzung bekundet, eine unabhängige Bestätigung dafür fehlt noch. Am 18. und 19. September ist im Kloster noch ein Flohmarkt geplant, bevor die Türen endgültig geschlossen werden.

Was passiert ist

Nach 115 Jahren schließt das Kloster Maria Rast der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Gratkorn seine Türen. Die sechs zuletzt dort lebenden Ordensfrauen sind am 31. August 2026 ins Mutterhaus des Ordens in der Grazer Mariengasse übersiedelt. Zuvor gab es laut steiermark.ORF.at noch ein letztes gemeinsames Gebet und ein letztes gemeinsames Mittagessen der Gemeinschaft, bevor es an das Kofferpacken ging.

Geschichte eines Ordenshauses

Das Kloster wurde 1911 gegründet, wie die Diözese Graz-Seckau und der Dachverband der Ordensgemeinschaften Österreichs auf ihren Webseiten festhalten. In Spitzenzeiten, während des Zweiten Weltkriegs, lebten dort rund 109 Ordensfrauen – darunter viele aus Jugoslawien vertriebene Schwestern. Maria Rast diente vor allem als Alters- und Pflegeheim für Ordensfrauen, war laut ORF aber stets auch offen für Menschen von außerhalb – Ausdruck des Selbstverständnisses der Barmherzigen Schwestern, die sich dem Dienst an Armen verschrieben haben.

Warum das Haus aufgegeben wird

Die Kleine Zeitung bringt den Hauptgrund auf den Punkt: Es kommen keine neuen Schwestern mehr nach. Dazu kommen laut Diözese und Ordensdachverband der hohe Sanierungsbedarf des großen Gebäudes sowie eine wachsende Überlastung – die wenigen verbliebenen, selbst zunehmend betagten Schwestern konnten die Pflege ihrer Mitschwestern kaum mehr leisten. Schwester Roswitha Bauer beschrieb den Abschied laut ORF als Realität, die abzusehen war: Der Verstand sage, dass ein großes Haus nicht in dieser Form weitergeführt werden könne, das Herz empfinde dennoch Schmerz über den Weggang.

Was unklar bleibt

Was mit dem Gebäude in Gratkorn künftig geschieht, ist derzeit offen – das bestätigen sowohl ORF als auch die Diözese. Ein Lokalmedium berichtete zusätzlich, wonach die Gemeinde Gratkorn bislang kein Interesse an einer Nachnutzung habe; diese Angabe liegt bislang nur in einer einzelnen Quelle vor und ist nicht unabhängig bestätigt. Bevor das Haus endgültig verlassen wird, ist für den 18. und 19. September 2026 noch ein Flohmarkt angekündigt, bei dem nicht mehr benötigtes Mobiliar, Geschirr, Bücher und Handarbeiten verkauft werden sollen.

Einordnung

Die Schließung von Maria Rast reiht sich in einen längeren Trend ein: In Österreich geben immer mehr Ordensgemeinschaften einzelne Häuser auf, weil kein Nachwuchs mehr kommt und die verbliebenen Schwestern selbst altern. Für die Barmherzigen Schwestern bedeutet der Umzug ins Grazer Mutterhaus eine Konzentration auf einen Standort, an dem sich die Pflege der älteren Mitschwestern nach eigenen Angaben leichter organisieren lässt.