Textlänge

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat die Abstimmung zur „Konsum-Ente 2026“ gestartet: Bis 9. Oktober 2026 kann online darüber abgestimmt werden, welches von fünf nominierten Lebensmitteln als „ärgerlichstes Lebensmittel des Jahres“ gilt. Das geht aus einer VKI-Presseaussendung hervor, über die auch „Die Presse“ und die „Kleine Zeitung“ berichteten.

Zur Wahl stehen laut VKI „Bardollini Pistachio Cookies“ (überdimensionierte Verpackung), „Ferrero Fiesta l’Originale“ (wenig auffällig gekennzeichneter Alkoholzusatz), „Neoh Crunch“-Riegel (Größenunterschied zur Verpackung), Rama Margarine (laut VKI seit 2022 wiederholt geschrumpfte Füllmenge bei gestiegenem Preis) sowie „Ruben’s Pistaziencreme“ (laut VKI gesunkener Pistazienanteil bei gleichem Preis). Rama war bereits 2022 „Konsum-Ente“.

Stellungnahmen der betroffenen Hersteller liegen nicht vor, die genannten Zahlen stammen ausschließlich aus der Einschätzung des VKI. Wer die Abstimmung 2026 gewinnt, steht erst nach Fristende fest.

Was passiert ist

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine neue Runde seiner jährlichen Abstimmung zur „Konsum-Ente“ gestartet. Bis zum 9. Oktober 2026 können Verbraucherinnen und Verbraucher online darüber abstimmen, welches von fünf nominierten Lebensmitteln aus ihrer Sicht am ärgerlichsten ist. Das teilte der VKI laut einer am Mittwoch verbreiteten Presseaussendung mit; „Die Presse“ und die „Kleine Zeitung“ berichteten inhaltlich übereinstimmend darüber.

Die „Konsum-Ente“ ist ein seit Jahren laufendes Format, mit dem der VKI auf aus seiner Sicht unlautere Praktiken bei Lebensmittelverpackungen und -rezepturen aufmerksam macht. Nominiert wurden heuer Beispiele aus den Kategorien überdimensionierte Verpackung, mutmaßliche „Shrinkflation“ (Mengenreduktion bei gleichem oder höherem Preis), mutmaßliche „Skimpflation“ (Qualitäts- bzw. Rezepturkürzung bei gleichem Preis) sowie ein Produkt mit einer laut VKI wenig auffällig gekennzeichneten Zutat.

Die fünf nominierten Produkte

Laut einem ausführlichen Bericht von „Die Presse“ stehen zur Wahl: „Bardollini Pistachio Cookies“, weil der Karton laut VKI Platz für acht Kekse böte, tatsächlich aber nur sechs enthalte. „Ferrero Fiesta l’Originale“, weil ein Alkoholzusatz von 8,5 Prozent Likör nur in der Zutatenliste auf der Rückseite ausgewiesen sei und nicht auf der Vorderseite erkennbar wäre. Die „Neoh Crunch“-Riegel, bei denen laut VKI die Verpackungsgröße einen deutlich größeren oder zahlreicheren Rieglinhalt suggeriere, als tatsächlich enthalten sei.

Rama Margarine steht laut VKI bereits zum zweiten Mal zur Wahl – 2022 hatte das Produkt die „Konsum-Ente“ bereits gewonnen, nachdem die Füllmenge von 500 auf 450 Gramm gesunken war. Seit Frühjahr 2026 seien es laut VKI nur noch 400 Gramm bei unveränderter Verpackungsgröße und deutlich höherem Preis. „Ruben’s Pistaziencreme“ war laut VKI im Dezember 2025 Siegerin einer VKI-Blindverkostung gewesen; kurz danach seien Hinweise auf eine veränderte Rezeptur eingegangen, laut VKI sei der Pistazienanteil von 45 auf 15 Prozent gesunken, bei gleichbleibendem Preis und gleicher Aufmachung.

Was unklar bleibt

Zu den einzelnen Vorwürfen liegen keine Stellungnahmen der betroffenen Hersteller vor – weder in der Presseaussendung noch in den vorliegenden Medienberichten wird eine Reaktion von Ferrero, dem Rama-Hersteller oder den anderen genannten Unternehmen zitiert. Die konkreten Zahlen zu Preissteigerungen und veränderten Rezepturen stammen ausschließlich aus der Einschätzung des VKI und wurden nicht unabhängig nachvollzogen.

Offen ist zudem, wie hoch die Beteiligung an der laufenden Abstimmung ausfällt und wie sie sich zu früheren Jahren verhält. Auch das Endergebnis – welches Produkt die „Konsum-Ente 2026“ trägt – steht erst nach Ablauf der Abstimmungsfrist am 9. Oktober 2026 fest.

Einordnung

Der VKI sammelt nach eigenen Angaben seit mehr als 15 Jahren auf der Plattform konsument.at Hinweise zu Unstimmigkeiten bei Lebensmitteln, prüft diese und holt laut eigener Darstellung Stellungnahmen der betroffenen Unternehmen ein, bevor er Ergebnisse veröffentlicht. Insgesamt seien so laut VKI bereits mehr als 1500 Lebensmittel-Checks entstanden, aus denen jährlich die Nominierten für die „Konsum-Ente“ hervorgehen. Rund ein Viertel der kritisierten Produkte werde laut VKI im Interesse der Kundschaft in der Folge verändert. Diese Selbstauskünfte des VKI zu seiner eigenen Prüftätigkeit wurden nicht unabhängig überprüft, sondern als Selbstbeschreibung der Organisation übernommen.