Auf der Südautobahn (A2) ist der Autoverkehr im Koralmkorridor im ersten Halbjahr 2026 um 4,6 Prozent zurückgegangen. Das zeigt eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Asfinag-Daten. Damit fiel der Rückgang deutlich stärker aus als im österreichweiten Schnitt, der laut VCÖ nur ein Minus von 0,6 Prozent verzeichnete. Der VCÖ bringt den überdurchschnittlichen Effekt mit der neuen Koralmbahn in Verbindung, die eine schnellere Zugverbindung zwischen Kärnten und der Steiermark bietet.
Die Zahlen wurden von mehreren großen österreichischen Medien übereinstimmend berichtet, darunter DER STANDARD, Die Presse und die Kleine Zeitung. Ursprung ist jedoch eine einzelne Quelle, die VCÖ-Analyse; eine unabhängige Prüfung der zugrundeliegenden Asfinag-Daten liegt nicht vor, ebenso wenig eine Einordnung durch Asfinag oder ÖBB selbst.
Offen bleibt daher, wie stark neben der Koralmbahn auch andere Faktoren wie Treibstoffpreise oder Konjunktur zum Rückgang beigetragen haben, und ob sich der Trend in der zweiten Jahreshälfte 2026 fortsetzt.
Was passiert ist
Auf der Südautobahn (A2) ist der Autoverkehr im sogenannten Koralmkorridor im ersten Halbjahr 2026 um 4,6 Prozent zurückgegangen. Das geht aus einer Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) hervor, der sich dabei auf Daten der Autobahnbetreiberin Asfinag beruft. Damit fiel der Rückgang deutlich stärker aus als im österreichweiten Durchschnitt, wo die Asfinag-Zahlen laut VCÖ im selben Zeitraum nur ein Minus von 0,6 Prozent zeigten. Der VCÖ bringt diesen überdurchschnittlichen Effekt mit der neuen Koralmbahn in Verbindung, die eine deutlich schnellere Zugverbindung zwischen Kärnten und der Steiermark ermöglicht und damit für Pendlerinnen und Pendler sowie Reisende eine Alternative zum Auto bietet.
Was die Quellen zeigen
Die Zahlen wurden am Dienstag von mehreren großen österreichischen Medien übereinstimmend berichtet, darunter DER STANDARD, Die Presse und die Kleine Zeitung. Alle drei Redaktionen nennen dieselben Eckdaten – 4,6 Prozent im Koralmkorridor gegenüber 0,6 Prozent bundesweit – und führen sie auf dieselbe VCÖ-Analyse zurück. Diese Übereinstimmung mehrerer unabhängiger Redaktionen spricht dafür, dass die Zahlen tatsächlich aus einer VCÖ-Mitteilung stammen und korrekt wiedergegeben wurden. Ursprung der Zahlen bleibt aber eine einzelne Quelle, der VCÖ, der als Interessensvertretung für umweltfreundliche Mobilität auftritt. Weder die Asfinag noch die ÖBB, die die Koralmbahn betreiben, werden in den vorliegenden Berichten mit einer eigenen Einordnung zitiert.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie belastbar der von VCÖ hergestellte Kausalzusammenhang zwischen Koralmbahn und Verkehrsrückgang tatsächlich ist. Faktoren wie Treibstoffpreise, allgemeine Konjunkturentwicklung oder saisonale Effekte könnten ebenfalls eine Rolle spielen, werden in den vorliegenden Berichten aber nicht quantifiziert. Auch fehlen Angaben dazu, wie die Fahrgastzahlen der Koralmbahn selbst im gleichen Zeitraum verlaufen sind und ob sich daraus ein direkter Zusammenhang ableiten lässt. Ebenso unklar ist, ob sich der Rückgang im zweiten Halbjahr 2026 fortsetzt oder ob es sich um einen vorübergehenden Neuheitseffekt rund um die frisch eröffnete Zugverbindung handelt.
Einordnung
Die Koralmbahn zählt zu den größten heimischen Infrastrukturprojekten der vergangenen Jahre und soll Bahnfahren zwischen Kärnten und der Steiermark massiv beschleunigen. Ein Rückgang des Autoverkehrs auf der parallel verlaufenden Südautobahn gilt politisch und verkehrsplanerisch als erwünschter Effekt einer solchen Investition, weshalb Zahlen wie die des VCÖ mit Interesse aufgenommen werden. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass der VCÖ als Verkehrsclub mit klarer Präferenz für Bahn und öffentlichen Verkehr auftritt – seine Analysen sind fachlich anerkannt, aber keine neutrale Instanz. Für eine abschließende Bewertung, wie stark die Koralmbahn tatsächlich zum gemessenen Rückgang beigetragen hat, wären eine genauere methodische Prüfung der Asfinag-Daten sowie eine längere Beobachtungsperiode nötig.

