Im Fall der im Mai 2026 erschossenen 28-jährigen Frau aus Kottingbrunn (Bezirk Baden) gibt es laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ einen zweiten Tatverdächtigen. Ein 27-jähriger Mann aus der Steiermark sitzt bereits wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft; die Obduktion hatte ergeben, dass die Frau erschossen wurde, nachdem ihre Eltern sie leblos in ihrer Wohnung aufgefunden hatten.
Dem Medienbericht zufolge wird nun zusätzlich international nach einem 32-jährigen deutschen Staatsbürger wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord gefahndet. Er soll bei der Tat anwesend gewesen sein, geschossen habe aber der Hauptverdächtige; beide sollen geplant haben, die Frau auszurauben. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wollte den Bericht „aus ermittlungstaktischen Gründen“ weder bestätigen noch dementieren. Vergangene Woche fand zudem ein gerichtlich angeordneter Lokalaugenschein am Tatort statt.
Offiziell bestätigt ist die Fahndung nach dem zweiten Verdächtigen damit bislang nicht; ebenso unklar bleiben die genauen Umstände des mutmaßlich geplanten Raubüberfalls und der Ausgang der Ermittlungen.
Was passiert ist
Am 14. Mai 2026 fanden die Eltern einer 28-jährigen Frau ihre Tochter leblos in deren Wohnung in Kottingbrunn im Bezirk Baden (Niederösterreich). Zunächst zogen die Ermittler auch einen Sturz als Todesursache in Betracht, die Obduktion ergab jedoch, dass die Frau erschossen wurde. Der Tatzeitpunkt dürfte nach ersten Erkenntnissen rund um den Auffindungstag liegen.
Seither sitzt ein 27-jähriger Mann aus der Steiermark, der die Frau über Facebook kennengelernt hatte, wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er soll ihr laut Ermittlungen dreimal mit einer Kleinkaliberpistole in den Kopf geschossen haben. Zum Motiv und zu den genauen Umständen hat er seit seiner ersten Einvernahme mehrere unterschiedliche Versionen zu Protokoll gegeben; sein damaliger Anwalt hatte zunächst eine Kränkung durch die Frau als Motiv genannt.
Die neue Entwicklung: ein zweiter Verdächtiger
Laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ gibt es in dem Fall nun einen zweiten Tatverdächtigen: einen 32-jährigen deutschen Staatsbürger, nach dem wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord international zur Verhaftung gefahndet werde. Dem Bericht zufolge soll der Deutsche bei der Tat anwesend gewesen sein, geschossen habe aber der 27-jährige Hauptverdächtige. Aus Angst vor dem mutmaßlichen zweiten Mann habe der Steirer diesen erst Monate nach seiner Festnahme gegenüber den Ermittlern erwähnt. Die beiden Männer sollen zudem geplant haben, die Frau in ihrer Wohnung auszurauben.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wollte diese Darstellung gegenüber Medien „aus ermittlungstaktischen Gründen“ weder bestätigen noch dementieren. Vergangene Woche fand laut ORF zudem ein gerichtlich angeordneter Lokalaugenschein am Tatort statt.
Was unklar bleibt
Weil die Staatsanwaltschaft den Bericht nicht bestätigt hat, ist offen, ob und in welcher Form tatsächlich ein internationaler Haftbefehl gegen den 32-Jährigen vorliegt und wie weit die Fahndung fortgeschritten ist. Auch der genaue Ablauf des mutmaßlich geplanten Raubüberfalls, die Art der Bekanntschaft zwischen den beiden Männern und dem Opfer sowie eine mögliche Stellungnahme des Beschuldigten oder seines Anwalts sind derzeit nicht bekannt. Ebenso unklar ist, welches Ergebnis der Lokalaugenschein erbracht hat und wann mit einer Anklage gegen den Hauptverdächtigen zu rechnen ist.
Einordnung
Die zentrale neue Behauptung dieses Berichts – die Fahndung nach einem zweiten Verdächtigen – stützt sich bislang ausschließlich auf einen Bericht der „Kronen Zeitung“, den andere Medien wiedergeben, ohne ihn eigenständig zu bestätigen. Eine offizielle Bestätigung durch die Ermittlungsbehörden liegt nicht vor; die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat sich zu den konkreten Angaben nicht geäußert. Die länger bekannten Eckpunkte des Falls – der Tod der Frau durch Schüsse und die Untersuchungshaft des 27-Jährigen – gelten dagegen als gesichert, da sie von mehreren Redaktionen unabhängig berichtet werden.
