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Eine im Juli 2026 vom Institut Spectra im Auftrag der KPÖ Salzburg durchgeführte Umfrage unter 500 Personen zeigt: 53 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger haben noch nie eine Vorstellung der Salzburger Festspiele besucht, nur vier Prozent sind jedes Jahr dabei. Als Hauptgrund nennt die Hälfte der Nicht-Besucher hohe Ticketpreise, weitere Gründe sind fehlendes Interesse oder ein unpassendes Programm. Deutlich werden auch soziale Unterschiede: Menschen mit niedrigerem Einkommen, ohne Matura oder aus kleineren Orten außerhalb der Stadt Salzburg besuchen die Festspiele seltener.

KPÖ-Sprecher und Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl forderte daraufhin eine Diskussion über bessere Teilhabe am Kulturangebot, vor allem für einkommensschwache Gruppen. Die Salzburger Festspiele widersprachen der Darstellung eines geringen lokalen Bezugs nicht direkt, verwiesen aber gegenüber der APA auf mehr als 73.100 an Salzburgerinnen und Salzburger verkaufte Karten – 28 Prozent aller Tickets des Sommers – sowie auf jährlich über 70.000 kostenlose Besuche und vergünstigte Angebote.

Offen bleibt, wie die Umfrage methodisch im Detail angelegt war, wie sich die Werte zu früheren Jahren verhalten und wie unabhängige Fachleute die aufgezeigte soziale Schieflage beim Kulturzugang bewerten.

Was die Umfrage zeigt

Eine im Juli 2026 vom Linzer Marktforschungsinstitut Spectra im Auftrag der KPÖ Salzburg durchgeführte Umfrage unter 500 Personen ab 18 Jahren im Bundesland Salzburg zeichnet ein deutliches Bild: 53 Prozent der Befragten haben noch nie eine Vorstellung der Salzburger Festspiele besucht. 18 Prozent waren zumindest einmal dabei, 24 Prozent besuchen regelmäßig Veranstaltungen, und nur vier Prozent sind jedes Jahr dabei. Die Schwankungsbreite der Erhebung liegt laut Berichten bei rund 4,4 Prozentpunkten. Damit hat trotz des internationalen Renommees des Festivals ein Großteil der Bevölkerung der Landeshauptstadt und des Umlandes noch nie selbst eine Aufführung erlebt.

Ticketpreise als größte Hürde

Unter jenen, die noch nie bei den Festspielen waren, wurden auch die Gründe abgefragt. Für die Hälfte dieser Gruppe waren hohe Kartenpreise ausschlaggebend, 30 Prozent hatten grundsätzlich kein Interesse, 25 Prozent fühlten sich vom Programm nicht angesprochen, und 23 Prozent gaben an, sich bei den Festspielen generell nicht wohlzufühlen. Die Umfrage legt zudem deutliche soziale Unterschiede offen: Bei einem Haushaltseinkommen bis 2.500 Euro zählen sich 62 Prozent zu den Nicht-Besucherinnen und -Besuchern, bei einem Einkommen über 4.000 Euro sind es 45 Prozent. Ohne Matura liegt der Anteil bei 60 Prozent, mit Matura bei 38 Prozent. Auch der Wohnort spielt eine Rolle: In der Stadt Salzburg waren 67 Prozent der Befragten zumindest einmal bei den Festspielen, in kleinen oder mittelgroßen Orten des Bundeslandes hingegen nur 34 beziehungsweise 38 Prozent.

Forderung der KPÖ und Reaktion der Festspiele

Kay-Michael Dankl, KPÖ-Sprecher und Salzburger Vizebürgermeister, forderte in einer Aussendung anlässlich der Umfrageergebnisse eine Diskussion über eine bessere Teilhabe am Kulturangebot, insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen. Die KPÖ kritisiert nach eigenen Angaben seit Jahren den Umgang von Stadt und Land mit ungenutzten Freikartenkontingenten, die weiterverkauft statt an die Salzburger Bevölkerung weitergegeben würden; in der Stadt habe es hier inzwischen erste Verbesserungen gegeben. Das Direktorium der Salzburger Festspiele reagierte gegenüber der APA und betonte, 28 Prozent aller Festspielkarten des laufenden Sommers – mehr als 73.100 Stück – seien von Käuferinnen und Käufern aus Stadt und Land Salzburg erworben worden. Zusätzlich verwies das Direktorium auf kostenlose Angebote, die jährlich über 70.000 Besuche ermöglichten, auf die Hälfte aller Karten im Preissegment zwischen 10 und 120 Euro sowie auf Vergünstigungen über Programme wie „Hunger auf Kunst und Kultur“ und die Salzburger Aktiv:Karte.

Einordnung und was unklar bleibt

Die Zahlen zur Teilhabe fügen sich in eine länger laufende Debatte um Zugang und Kosten bei den Salzburger Festspielen ein, die von der KPÖ seit Jahren vorangetrieben wird. Sie stehen zugleich neben Berichten über einen aus Sicht des Direktoriums künstlerisch wie wirtschaftlich erfolgreichen Festspielsommer 2026 mit einer laut Festspielen gemeldeten Auslastung von rund 99 Prozent – wie „Neue Nachrichten“ bereits berichtet hat. Beide Darstellungen schließen sich nicht zwangsläufig aus: hohe Auslastung und internationale Nachfrage einerseits, geringe lokale Erstbesuchsquote andererseits, können nebeneinander bestehen. Offen bleibt anhand der vorliegenden Berichte, wie die Umfrage im Detail methodisch angelegt war, wie sich die aktuellen Werte zu früheren Jahren verhalten und wie unabhängige Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler die aufgezeigte soziale Schieflage beim Kulturzugang einordnen würden.