Die durchschnittliche Dauer eines Krankenstands in Österreich ist 2025 auf 9,1 Tage gesunken – der niedrigste Wert seit Beginn der Erfassung 1965, als der Durchschnitt noch bei 18,6 Tagen lag. Die Entwicklung verläuft seit Jahren kontinuierlich: 2015 wurde erstmals die 10-Tage-Marke unterschritten, 2023 lag der Wert bei 9,4, 2024 bei 9,2 Tagen. Die Zahlen von Statistik Austria werden von mehreren unabhängigen Redaktionen übereinstimmend berichtet.
Nicht alle Indikatoren zeigen in dieselbe Richtung: Laut dem bereits im Juni 2026 vorgelegten Wifo-Fehlzeitenreport haben Atemwegserkrankungen zugenommen und liegen weiterhin über dem Niveau vor der Covid-Pandemie. Wie stark die Zunahme konkret ausfällt, lässt sich aus der vorliegenden Quellenlage nicht beziffern.
Der ÖGB bezeichnete die sinkende Krankenstandsdauer als erfreulich, mahnte in einer Aussendung aber zu mehr Prävention, besseren Arbeitsbedingungen und verlässlichem Schutz für Beschäftigte. Offen bleibt, wie sich der Rückgang nach Branchen, Alter oder Region aufschlüsselt und welche Faktoren ihn konkret treiben.
Was Statistik Austria zeigt
Die durchschnittliche Dauer eines Krankenstands in Österreich ist 2025 auf 9,1 Tage gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 1965 – damals lag der Durchschnitt bei 18,6 Tagen, mehr als doppelt so hoch wie heute. Die Zahlen stammen aus den von Statistik Austria veröffentlichten Krankenstandsdaten für das Vorjahr und werden von mehreren voneinander unabhängigen Redaktionen übereinstimmend wiedergegeben.
Ein langjähriger Trend
Der Rückgang ist kein Ausschlag eines einzelnen Jahres, sondern Teil einer langfristigen Entwicklung. 2015 wurde mit 9,9 Tagen erstmals die 10-Tage-Marke unterschritten, 2023 lag der Durchschnitt bei 9,4 Tagen, 2024 bei 9,2 Tagen. Die Zahl der Krankenstandstage pro beschäftigter Person – ein davon zu unterscheidender Wert, der auch die Häufigkeit von Krankmeldungen einbezieht – sank 2025 laut denselben Berichten auf 14,7 Tage, nach 15,1 Tagen im Jahr davor.
Atemwegserkrankungen als Gegentrend
Nicht alle Indikatoren zeigen in dieselbe Richtung. Laut dem bereits im Juni 2026 vorgelegten Wifo-Fehlzeitenreport haben Atemwegserkrankungen zugenommen und liegen weiterhin über dem Niveau vor der Covid-Pandemie. Dieser Befund stammt aus einem eigenständigen Bericht und nicht aus der aktuellen Statistik-Austria-Veröffentlichung selbst; wie stark die Zunahme ausfällt und welche Erkrankungen konkret betroffen sind, lässt sich aus der vorliegenden Quellenlage nicht abschließend beziffern.
Reaktion des ÖGB
Der Österreichische Gewerkschaftsbund bezeichnete die sinkende Krankenstandsdauer in einer Aussendung als erfreulich, sieht darin aber keinen Grund zur Entwarnung. Aus der Gewerkschaft hieß es, jeder Krankenstandstag sei einer zu viel; gefordert werden mehr Prävention, bessere Arbeitsbedingungen und ein verlässlicher Schutz für Beschäftigte, damit niemand aus Angst vor beruflichen Nachteilen krank arbeite. Diese Einschätzung ist die Position der Gewerkschaft selbst und keine unabhängig geprüfte Bewertung der Gesamtlage.
Was unklar bleibt
Aus der vorliegenden Quellenlage geht nicht hervor, wie sich der Rückgang nach Branchen, Altersgruppen oder Bundesländern verteilt und welche Faktoren – etwa mehr Homeoffice, bessere betriebliche Prävention oder ein struktureller Wandel der Arbeitswelt – den langfristigen Trend seit 1965 tatsächlich erklären. Auch zur genauen Größenordnung der Zunahme bei Atemwegserkrankungen liegen keine belastbaren Zahlen aus der aktuellen Veröffentlichung vor.

