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Die russische Regierung hat kritische Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten in der von russischen Truppen kontrollierten ukrainischen Stadt Oleschky im Gebiet Cherson eingeräumt. Das russische Militär arbeite laut Moskau an einer Lösung. Diese Darstellung wird von mehreren Medien übereinstimmend berichtet und gilt als belegt.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wirft russischen Truppen dagegen vor, humanitäre Hilfe zu blockieren und nicht auf Evakuierungsanfragen zu reagieren. Nach seiner Darstellung sterben in Oleschky 6.000 Einwohner, darunter 200 Kinder, an Hunger und Kälte. Diese Zahlen stammen allein von ukrainischer Seite aus einer Videobotschaft und sind unabhängig nicht überprüft; eine russische Reaktion darauf liegt nicht vor.

Die ukrainische Delegation kündigte an, das Thema bei der UNO-Vollversammlung in New York anzusprechen, um internationalen Druck auf Russland für humanitären Zugang aufzubauen. Wie sich die Versorgungslage entwickelt und ob die angekündigte Lösung umgesetzt wird, ist offen.

Was passiert ist

Die russische Regierung hat nach eigenen Angaben kritische Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten in der von russischen Truppen kontrollierten ukrainischen Stadt Oleschky im Gebiet Cherson eingeräumt. Laut einer Mitteilung der Regierung in Moskau arbeite das russische Militär an einer Lösung für das Problem. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha reagierte mit dem Vorwurf, russische Truppen würden humanitäre Hilfe blockieren und nicht auf Anfragen zur Evakuierung der Bevölkerung reagieren. Nach seiner Darstellung sterben in der Stadt 6.000 Einwohner, darunter 200 Kinder, an Hunger und Kälte. Die ukrainische Delegation kündigte an, das Thema bei der laufenden UNO-Vollversammlung in New York auf höchster Ebene anzusprechen, um internationalen Druck auf Russland für einen humanitären Zugang aufzubauen.

Was die Quellen zeigen

Das Kreml-Eingeständnis der Versorgungsprobleme wird von ORF.at unter Berufung auf Agenturen berichtet und deckt sich mit Meldungen von Der Standard und der Kleinen Zeitung, die den Sachverhalt praktisch wortgleich wiedergeben – ein Hinweis darauf, dass alle drei auf dieselbe Agenturmeldung zurückgreifen. Dass Moskau selbst Engpässe zugibt, gilt damit als hinreichend belegt. Anders verhält es sich mit den schwerwiegenderen Vorwürfen: Die Behauptung, russische Truppen würden Hilfe und Evakuierungen blockieren, sowie die genannten Opferzahlen stammen ausschließlich aus einer Videobotschaft Sybihas auf Facebook, wie sie ORF.at wiedergibt. Eine russische Stellungnahme zu diesen konkreten Vorwürfen liegt nicht vor, ebenso wenig eine Einschätzung neutraler Organisationen vor Ort.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie belastbar die von ukrainischer Seite genannten Zahlen sind – 6.000 betroffene Einwohner und 200 Kinder, die an Hunger und Kälte sterben sollen, lassen sich mit den vorliegenden Quellen nicht unabhängig überprüfen. Ebenso unklar bleibt, seit wann die Versorgungslage in Oleschky so kritisch ist, welche konkrete Lösung das russische Militär plant und ob Russland auf die Blockade-Vorwürfe reagiert. Auch der Ausgang der angekündigten Befassung der UNO-Vollversammlung mit dem Thema stand zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus.

Einordnung

Die Meldung reiht sich in eine Serie von Berichten über die humanitäre Lage in von Russland besetzten Gebieten der Ukraine ein, in denen unabhängige Prüfungen durch neutrale Organisationen oft nur eingeschränkt möglich sind. Dass ausgerechnet der Kreml selbst Versorgungsprobleme öffentlich einräumt, ist bemerkenswert und dürfte auch mit dem Versuch zusammenhängen, internationaler Kritik zuvorzukommen. Die parallel erhobenen ukrainischen Vorwürfe fügen sich in die diplomatische Auseinandersetzung ein, die rund um die laufende UNO-Vollversammlung in New York verstärkt öffentlich ausgetragen wird. Eine gesicherte, von beiden Seiten unabhängig bestätigte Faktenlage zu Ausmaß und Ursachen der Notlage in Oleschky liegt bislang nicht vor.