Bei Ardagger im Bezirk Amstetten (Niederösterreich) ragen wegen niedriger Donau-Pegelstände derzeit die Wracks zweier ehemaliger deutscher Artilleriefährprahme aus dem Wasser. Der Standard und Die Presse berichten übereinstimmend, dass die Schiffe 1945 von US-amerikanischen Panzern beschossen wurden, danach nicht mehr fahrtüchtig waren und schließlich von der eigenen Mannschaft durch Sprengungen versenkt wurden. Frühere Bergungsversuche blieben demnach erfolglos.
Den historischen Hintergrund lieferten mehrjährige Recherchen des Hobby-Historikers Gerald Tagwerker, der unter anderem US-Lageberichte, das Tagebuch eines Schiffsmaschinisten, Zeitzeugeninterviews, 3D-Aufnahmen und einen Tauchgang auswertete. Laut Bürgermeister Johannes Pressl (ÖVP) bestehe keine Sorge wegen zurückgebliebener Munition, da die Schiffe schon vor langer Zeit entschärft worden seien.
Offen bleiben die genaue Identifikation der Schiffe und das exakte Entschärfungsdatum; Tagwerkers Forschungsunterlagen und eine mögliche behördliche Einordnung liegen für diesen Artikel nicht vor. Der Fund reiht sich in die Folgen des anhaltenden Donau-Niedrigwassers ein, das zuletzt auch Kraftwerke donauabwärts betroffen hat.
Was passiert ist
Bei Ardagger im niederösterreichischen Bezirk Amstetten ragen derzeit die Wracks zweier Kriegsschiffe aus der Donau. Ursache sind die aktuell niedrigen Pegelstände des Flusses. Bei den Wracks handelt es sich laut übereinstimmenden Medienberichten um ehemalige deutsche Artilleriefährprahme, die am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 im Zuge von Kampfhandlungen in der Region beschädigt wurden.
Was die Quellen zeigen
Der Standard und Die Presse berichten übereinstimmend, dass die Schiffe 1945 von US-amerikanischen Panzern unter Beschuss gerieten und in der Folge nicht mehr fahrtüchtig waren. Sie mussten anlegen und wurden danach durch Sprengungen von der eigenen, deutschen Mannschaft versenkt. Frühere Versuche, die Schiffe zu bergen, blieben laut den Berichten erfolglos.
Den historischen Hintergrund lieferten demnach mehrjährige Recherchen des Hobby-Historikers Gerald Tagwerker. Er stützte sich dabei unter anderem auf die Auswertung von US-Lageberichten, das Tagebuch eines Schiffsmaschinisten, Zeitzeugeninterviews, 3D-Aufnahmen der Wracks sowie einen Tauchgang. Die Wracks zeugten damit von den Kampfhandlungen der letzten Kriegstage 1945 in Österreich, so die von Tagwerker rekonstruierte Einordnung.
Zur Frage möglicher Gefahren äußerte sich laut Presse-Bericht Ardaggers Bürgermeister Johannes Pressl (ÖVP): Anlass zur Sorge wegen etwaiger verbliebener Munitionsteile bestehe nicht, da die Schiffe schon vor langer Zeit entschärft worden seien.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, um welche konkreten Schiffe es sich namentlich handelt und wann genau die Entschärfung erfolgte – die vorliegenden Quellen sprechen hier nur allgemein von „vor langer Zeit“. Auch Tagwerkers Forschungsunterlagen selbst – die US-Lageberichte, das Tagebuch, die Zeitzeugeninterviews sowie Tauchgang- und 3D-Dokumentation – wurden für diesen Artikel nicht eingesehen, ebenso wenig eine mögliche offizielle Einordnung durch eine Behörde. Warum frühere Bergungsversuche scheiterten, wird in den Berichten ebenfalls nicht näher erläutert.
Einordnung
Der Fund reiht sich in eine Reihe von Effekten des anhaltenden Donau-Niedrigwassers in der Region ein: Wie „Neue Nachrichten“ bereits berichtete, hat dieselbe Trockenheit im August auch Kraftwerksbetrieb und Wasserstände donauabwärts in Ungarn und Rumänien beeinträchtigt. Bei Ardagger zeigt sich die Trockenheit nun in Form eines historischen Fundstücks: Relikte der letzten Kriegstage 1945, die normalerweise unter der Wasseroberfläche verborgen bleiben.

