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In Zagreb sind am 5. September 2026 laut übereinstimmenden Berichten mehrerer österreichischer Medien Zehntausende Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Andrej Plenković auf die Straße gegangen. Sie werfen den Behörden vor, eine illegale Mülldeponie nahe der Ortschaft Gospić nicht beseitigt zu haben, die das Grundwasser der Region vergifte.

Hintergrund ist eine seit 2025 laufende Ermittlung, in der Kroatiens Staatsanwaltschaft mit Unterstützung von Europol 13 Personen verhaften ließ. Laut Europol-Angaben, die vor allem der ORF-Bericht wiedergibt, wurden mindestens 35.000 Tonnen Problemmüll – Plastikabfälle sowie giftige Abfälle aus Krankenhäusern – illegal aus Italien sowie aus Slowenien und Deutschland nach Kroatien gebracht; die Tatverdächtigen sollen damit mindestens vier Millionen Euro Gewinn gemacht haben. Die Demonstrierenden fordern die Sanierung aller illegalen Deponien, ein vorübergehendes Müll-Importverbot und einen neuen Abfallmanagementplan.

Eine Stellungnahme der Regierung Plenković liegt bislang nicht vor, ebenso wenig eine unabhängige Bestätigung der Grundwasserverschmutzung. Auch die genaue Teilnehmerzahl der Demonstration und der aktuelle Ermittlungsstand bleiben offen.

Was passiert ist

In Zagreb sind am 5. September 2026 nach übereinstimmenden Berichten mehrerer österreichischer Medien Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Mitte-rechts-Regierung von Ministerpräsident Andrej Plenković zu protestieren. Die Demonstrierenden werfen der Regierung vor, seit Jahren untätig gegenüber einer illegalen Mülldeponie nahe der Ortschaft Gospić geblieben zu sein. Gospić liegt gut 25 Kilometer landeinwärts von der dalmatinischen Adriaküste, etwa auf halber Strecke zwischen Rijeka und Split. Auf Transparenten wurde der Vorwurf erhoben, die Behörden hätten es versäumt, die Deponie zu beseitigen, obwohl sie das Grundwasser der Region vergifte. Die Teilnehmenden waren den Berichten zufolge aus dem ganzen Land angereist.

Was die Quellen zeigen

Die drei vorliegenden Medienberichte – ORF, Der Standard und Kleine Zeitung – stimmen im Kernbefund überein: Der Protest fand statt, richtete sich gegen die Regierung Plenković, und Auslöser war die Deponie bei Gospić. Ausführlicher ist der ORF-Bericht, der auf ältere Europol-Ermittlungen verweist: Bereits 2025 hatte Kroatiens Staatsanwaltschaft mit Unterstützung von Europol 13 Personen im Zusammenhang mit der Deponie verhaften lassen. Europol hatte damals mitgeteilt, der überwiegende Teil des Mülls sei über verschiedene Firmen illegal aus Italien importiert worden, ein weiterer Teil aus Slowenien und Deutschland. Es soll sich um Plastikmüll sowie giftige Abfälle aus Krankenhäusern handeln; insgesamt seien mindestens 35.000 Tonnen Problemmüll auf mehreren kroatischen Deponien verteilt worden, die Tatverdächtigen sollen damit mindestens vier Millionen Euro Gewinn erzielt haben. Die Forderungen der Demonstrierenden umfassen laut ORF die Sanierung aller illegalen Deponien im Land, ein vorübergehendes generelles Importverbot für Müll sowie einen neuen Plan zum Abfallmanagement.

Was unklar bleibt

Keiner der drei Berichte enthält eine Stellungnahme der Regierung Plenković oder anderer kroatischer Behörden zu den Vorwürfen der Untätigkeit. Auch eine unabhängige Bestätigung der behaupteten Grundwasserverschmutzung durch Umweltbehörden oder Fachgutachten liegt nicht vor. Die genaue Teilnehmerzahl der Demonstration wird nur mit „Zehntausende“ angegeben und stützt sich auf Angaben des kroatischen Portals Index.hr, ohne dass eine amtliche Zählung genannt wird. Ebenso offen ist der aktuelle Stand der seit 2025 laufenden Ermittlungen gegen die 13 verhafteten Personen sowie deren rechtlicher Status.

Einordnung

Der Fall reiht sich in eine Serie EU-weiter Ermittlungen zu illegalem Abfallhandel ein, bei denen Müll aus wirtschaftlich stärkeren EU-Staaten – hier laut Europol-Angaben vor allem Italien, daneben Slowenien und Deutschland – in andere Mitgliedsstaaten verbracht wird. Die Proteste treffen die Regierung Plenković in einer Phase, in der Umwelt- und Verwaltungsversagen zunehmend öffentlich mit politischer Verantwortung verknüpft werden. Ohne eine Stellungnahme der Regierung oder unabhängige Prüfergebnisse zur Grundwasserbelastung bleibt die Darstellung derzeit einseitig auf die Perspektive der Protestierenden und der zitierten Ermittlungsergebnisse gestützt.