Kubas Stromnetz ist binnen kurzer Zeit gleich zweimal komplett zusammengebrochen. Nach einem landesweiten Blackout in der Nacht auf Montag versuchte der staatliche Versorger UNE, das System wieder hochzufahren – während Techniker Blöcke des Gaskraftwerks Energas bei Havanna zurück ans Netz brachten, löste laut dem Nachrichtenchef des staatlichen Fernsehens, Lazaro Manuel Alonso, eine Schwankung am Montag den zweiten vollständigen Kollaps aus. Wie im bisherigen Bericht zum zweiten Stromausfall binnen einer Woche im Juli dargestellt, kämpft Kuba seit Monaten mit veralteter Infrastruktur und Treibstoffmangel infolge eines US-Ölembargos.
Wie viele landesweite Blackouts die Insel 2026 insgesamt erlebt hat, bleibt uneinheitlich beziffert: Manche Agenturen sprechen vom sechsten Vorfall des Jahres, andere vom vierten innerhalb eines Monats, wieder andere zählen seit Ende 2024 rund elf Ausfälle. Die im Vorbericht offene Frage nach der genauen Gesamtzahl lässt sich damit weiterhin nicht klären, wird durch die neuen Angaben aber konkreter fassbar.
Politisch macht Havanna weiterhin das US-Embargo verantwortlich, Washington verweist auf Misswirtschaft. Laut ORF hat US-Präsident Trump zudem angedeutet, Kuba könnte nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die US-Armee ein ähnliches Schicksal drohen – eine Einschätzung, die bislang nur über eine einzelne Quelle vorliegt. Offen bleibt, wie rasch die Stromversorgung diesmal stabil wird und ob es offizielle Reaktionen aus Havanna oder Washington auf den Doppel-Ausfall gibt.
Zweiter Kollaps binnen eines Tages
Kaum hatte der staatliche kubanische Versorger UNE begonnen, das Netz nach dem landesweiten Blackout in der Nacht auf Montag wieder hochzufahren, brach es ein zweites Mal komplett zusammen. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer internationaler Medien geschah dies, während Techniker Blöcke des Gaskraftwerks Energas in Boca de Jaruco östlich von Havanna wieder ans Netz brachten. Der Nachrichtenchef des staatlichen kubanischen Fernsehens, Lazaro Manuel Alonso, erklärte laut Kleine Zeitung, trotz der am Montag erzielten Fortschritte habe eine Schwankung im System den erneuten Zusammenbruch ausgelöst. Damit war die gesamte Insel mit ihren rund zehn Millionen Einwohnern innerhalb weniger als 24 Stunden ein zweites Mal ohne Strom.
Vorgeschichte
Wie im bisherigen Bericht zum zweiten inselweiten Stromausfall binnen einer Woche im Juli dargestellt, leidet Kubas Stromnetz seit Monaten unter veralteter Infrastruktur und akutem Treibstoffmangel infolge eines von den USA verhängten Ölembargos. Allein im Juli war die Insel nach vorliegenden Angaben von drei landesweiten Ausfällen innerhalb von neun Tagen betroffen, Krankenhäuser und Lebensmittelbetriebe wurden bei der Wiederherstellung bevorzugt versorgt.
Wie viele Blackouts waren es wirklich?
Der bisherige Bericht ließ offen, wie viele inselweite Blackouts es seit Ende 2025 exakt gegeben hat, weil Medien unterschiedliche Zahlen nannten. Der aktuelle Doppel-Vorfall macht die Zählung eher unübersichtlicher als klarer: US-Agenturmeldungen bezeichnen ihn teils als sechsten landesweiten Stromausfall des Jahres 2026, ein Wirtschaftsdienst zählt ihn als vierten Ausfall innerhalb eines Monats, und andere Quellen kommen unter Einbeziehung kleinerer, regionaler Zwischenfälle seit Ende 2024 auf insgesamt rund elf Vorfälle. Eine einheitliche, offiziell bestätigte Statistik ist nicht auffindbar – die offene Frage aus dem Vorbericht bleibt damit bestehen, wird durch die neuen Zahlen aber zumindest konkretisiert.
Politischer Hintergrund: Embargo und Andeutungen aus Washington
Die kubanische Regierung macht weiterhin das jahrzehntealte US-Handelsembargo für die Energiekrise verantwortlich, während die US-Regierung die Ausfälle auf die Misswirtschaft der staatlichen kubanischen Wirtschaft zurückführt. Neu in der Berichterstattung ist laut ORF eine politische Zuspitzung: US-Präsident Trump habe angedeutet, dass Kuba nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die US-Armee Anfang des Jahres ein ähnliches Szenario bevorstehen könnte. Diese Einschätzung stammt aus einer einzelnen Medienquelle und ist als politische Positionierung, nicht als bestätigte Ankündigung einer konkreten Maßnahme zu verstehen.
Was offen bleibt
Unklar ist, wie rasch UNE das Netz diesmal stabil bekommt und ob es zu weiteren Kollapsen kommt. Offizielle Stellungnahmen aus Havanna oder Washington speziell zu diesem Doppel-Ausfall liegen bislang nicht vor, ebenso wenig belastbare Angaben zu den wirtschaftlichen und humanitären Folgen dieses jüngsten Vorfalls.