Kuba ist laut übereinstimmenden Berichten mehrerer internationaler Medien um den 10./11. Juli 2026 zum zweiten Mal binnen einer Woche komplett ohne Strom ausgefallen. Das kubanische Energieministerium aktivierte demnach Notfallprotokolle zur Wiederherstellung. Als Ursachen gelten eine marode, teils jahrzehntealte Kraftwerksinfrastruktur sowie ein akuter Treibstoffmangel infolge eines von den USA verhängten Ölembargos: US-Präsident Trump soll im Jänner 2026 Ländern, die Öl nach Kuba liefern, mit Strafzöllen gedroht haben, was Importe nahezu zum Erliegen brachte.
Der staatliche Stromkonzern UNE bemühte sich um eine schrittweise Wiederherstellung, wobei Krankenhäuser und Lebensmittelproduktion laut Berichten bevorzugt versorgt wurden. Selbst nach der technischen Wiederverbindung des Netzes soll das Defizit zu Spitzenzeiten mehr als 2.000 Megawatt betragen, weshalb einzelne Stromausfälle anhalten.
Offen bleibt die genaue Zahl der Blackouts der vergangenen Monate, die in Berichten unterschiedlich beziffert wird, ebenso ein Zeitplan für eine stabile Vollversorgung und eine offizielle US-Position zu den Sanktionsfolgen. Eine unabhängige technische Bewertung der Infrastruktur liegt bislang nicht vor.
Was passiert ist
Kuba ist laut übereinstimmenden Berichten mehrerer internationaler Medien um den 10. und 11. Juli 2026 herum erneut komplett ohne Strom ausgefallen – der zweite inselweite Blackout binnen einer Woche. Das kubanische Energieministerium habe nach eigenen Angaben umgehend Notfallprotokolle zur Wiederherstellung der Versorgung aktiviert. Berichte österreichischer Medien wie DER STANDARD, Die Presse und ORF stimmen in den Grundzügen mit internationalen Quellen wie CP24, CNN und Al Jazeera überein, die von einem fragilen Stromnetz und wiederholten landesweiten Ausfällen in den vergangenen Monaten sprechen. Wie oft genau es seit Ende 2025 zu solchen inselweiten Zusammenbrüchen gekommen ist, wird in den Quellen allerdings unterschiedlich beziffert – manche sprechen vom dritten Ausfall seit Jahresbeginn 2026, andere nennen deutlich höhere Zahlen seit Herbst 2025.
Ursachen der Energiekrise
Als Hauptursachen gelten laut den gesichteten Quellen zwei miteinander verschränkte Probleme: eine marode, teils jahrzehntealte Kraftwerksinfrastruktur, die kaum instand gehalten werden kann, und ein akuter Mangel an Treibstoff. Diesen Treibstoffmangel führen mehrere Medien auf ein von den USA verhängtes Ölembargo gegen Kuba zurück. Laut Berichten drohte US-Präsident Donald Trump im Jänner 2026 jenen Ländern mit Strafzöllen, die weiterhin Öl nach Kuba liefern – in der Folge sei die Einfuhr aus dem Ausland nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Kuba kann laut den vorliegenden Berichten nur einen Teil seines eigenen Ölbedarfs selbst decken, was das Land besonders anfällig für solche Lieferausfälle macht. Eine direkte, öffentlich zugängliche Stellungnahme der US-Regierung zu Zielsetzung oder Wirkung dieser Maßnahmen wurde bei der Recherche nicht gefunden.
Reaktion der Behörden
Der staatliche Stromkonzern UNE (Unión Eléctrica) sowie das Energieministerium bemühten sich laut Berichten um eine schrittweise Wiederherstellung des Netzes, unter anderem durch eine provinzweise Wiederverbindung der Stromkreise. Priorität hätten dabei laut Medienberichten vitale Einrichtungen wie Krankenhäuser und Betriebe der Lebensmittelproduktion. Selbst nach einer technischen Wiederverbindung des gesamten Netzes bleibe die Versorgungslage jedoch angespannt: Eine kubanaffine Quelle beziffert das Defizit zu Spitzenlastzeiten mit über 2.000 Megawatt, was weiterhin zu ausgedehnten, wenn auch nicht mehr inselweiten Stromausfällen führen soll. Einen konkreten Zeitplan für eine stabile Vollversorgung nannten die zitierten Verantwortlichen laut Berichten nicht.
Was unklar bleibt
Offen bleibt laut vorliegenden Quellen vor allem die genaue Zahl der landesweiten Blackouts der vergangenen Monate – hier widersprechen sich verschiedene Medienberichte in den Details, auch wenn der grundsätzliche Trend wiederkehrender Ausfälle unstrittig erscheint. Ebenso wenig lässt sich aus den gesichteten Quellen ableiten, wie lange eine stabile Stromversorgung noch auf sich warten lässt oder welches konkrete wirtschaftliche und humanitäre Ausmaß die wiederholten Ausfälle für die kubanische Bevölkerung haben. Eine unabhängige technische Einschätzung zum Zustand der Infrastruktur oder eine offizielle US-Position zu den Sanktionsfolgen liegt nicht vor.
Einordnung
Der Fall verdeutlicht, wie eng technische Infrastrukturprobleme und geopolitische Sanktionsmaßnahmen ineinandergreifen können: Eine ohnehin überalterte Stromversorgung trifft auf einen durch US-Sanktionsdruck verschärften Treibstoffmangel. Für die Einordnung ist wichtig, dass die vorliegenden Berichte überwiegend aus westlichen bzw. kubaseitig sensiblen Quellen stammen und eine Gegenposition der US-Regierung zu den Sanktionszielen in den recherchierten Quellen fehlt. Angesichts der humanitären Dimension – betroffen ist die Stromversorgung von Krankenhäusern und der Lebensmittelproduktion einer Inselnation mit rund zehn Millionen Einwohnern – ist bei der Bewertung Zurückhaltung geboten, bis genauere und unabhängig geprüfte Zahlen zu Ausmaß und Dauer der Krise vorliegen.

