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Mit dem Studienjahr 2026/27 wird das Lehramtsstudium für die Sekundarstufe (Mittelschule, AHS, BMHS) um ein Jahr verkürzt: Statt sechs Jahren dauert die Ausbildung künftig fünf Jahre, aufgeteilt in drei Jahre Bachelor- und zwei Jahre Masterstudium – wie im Bologna-System international üblich. Damit studieren angehende Sekundarstufenlehrkräfte ab sofort gleich lang wie Volksschullehrerinnen und -lehrer, deren Ausbildung bereits im Vorjahr reformiert wurde. Hintergrund ist anhaltende Kritik an der seit rund zehn Jahren bestehenden „PädagogInnenbildung Neu“ als zu lang und zu theorielastig.

Parallel zur Verkürzung wurden die Stunden für bildungswissenschaftliche Grundlagen gekürzt, dafür sind für die vier regionalen Ausbildungsverbünde aus Universitäten und Pädagogischen Hochschulen neue verpflichtende Schwerpunkte wie „Inklusive Pädagogik“ und „Deutsch als Zweitsprache“ vorgesehen. Neu zulässig sind zudem „Fächerbündel“ aus mehreren Unterrichtsfächern, etwa im MINT-Bereich.

Offizielle Stellungnahmen des Bildungsministeriums oder Reaktionen von Universitäten, Lehrerverbänden und Arbeiterkammer zur Umsetzung liegen bislang nicht vor – die Berichterstattung stützt sich ausschließlich auf Medien- und Agenturmeldungen.

Was passiert ist

Mit dem Studienjahr 2026/27, das im Oktober beginnt, wird das Lehramtsstudium für die Sekundarstufe – also für Mittelschule, AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) – neu strukturiert. Statt bisher sechs Jahren dauert die Ausbildung künftig fünf Jahre: drei Jahre Bachelor- und zwei Jahre Masterstudium, wie es im europäischen Bologna-System international üblich ist. Damit studieren angehende Sekundarstufenlehrerinnen und -lehrer ab sofort gleich lang wie angehende Volksschullehrkräfte, deren Ausbildung bereits im Vorjahr reformiert wurde.

Hintergrund ist anhaltende Kritik an der seit gut zehn Jahren bestehenden „PädagogInnenbildung Neu“: Sie sei zu lang und zu theorielastig gewesen. Im Zuge der Neuordnung wurden die Stunden für bildungswissenschaftliche Grundlagen deutlich gekürzt, um mehr Raum für Praxisbezug zu schaffen.

Was sich inhaltlich ändert

Parallel zur Verkürzung gibt es nun mehr gesetzliche Vorgaben für die Studienpläne der vier regionalen Ausbildungsverbünde aus Universitäten und Pädagogischen Hochschulen, die österreichweit für die Umsetzung zuständig sind. Neben „Inklusiver Pädagogik“ muss künftig verpflichtend auch „Deutsch als Zweitsprache oder sprachliche Bildung“ als Schwerpunkt angeboten werden. Laut Kurier sollen die Studienpläne zudem den Umgang mit sprachlicher, kultureller und religiöser Vielfalt, Genderkompetenz sowie den Umgang mit digitalen Medien verankern.

Als Gegenstück zum fächerübergreifenden Unterricht können neu auch sogenannte „Fächerbündel“ aus drei oder mehr einander überschneidenden Unterrichtsfächern angeboten werden, etwa im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Technik). Der Ausbildungsverbund Nord-Ost, zu dem mit der Universität Wien die größte Lehrerausbildungsstätte des Landes zählt, hat laut Kurier praxisrelevante Querschnittsthemen wie Sprach- und Krisenkompetenz, den Umgang mit Diversität, Inklusion und künstliche Intelligenz in einem neuen „Kompetenzfeld Schule“ gebündelt. Der Master soll außerdem künftig besser berufsbegleitend studierbar sein, da viele Absolventinnen und Absolventen bereits mit dem Bachelorabschluss unterrichten.

Was unklar bleibt

Eine eigene Stellungnahme des Bildungsministeriums oder der Verordnungstext selbst liegen in den gesichteten Quellen nicht vor, ebenso wenig Reaktionen von Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Lehrerverbänden oder der Arbeiterkammer zur konkreten Umsetzung. Offen ist zudem, wie detailliert sich die neuen Studienpläne der vier Ausbildungsverbünde im Einzelnen unterscheiden und wie die Reform im internationalen Vergleich zu bewerten ist – Details, die über die bisher berichteten Eckpunkte hinausgehen.

Einordnung

Die Neuordnung des Sekundarstufen-Lehramts folgt der Reform des Volksschullehramtsstudiums aus dem Vorjahr und markiert damit den zweiten Schritt einer umfassenderen Überarbeitung der österreichischen Lehrerausbildung. Beide Reformen reagieren auf langjährige Kritik an der 2013 eingeführten „PädagogInnenbildung Neu“, die als zu lange und zu theorielastig galt. Ob die angestrebte stärkere Praxisorientierung die Qualität der Ausbildung tatsächlich verbessert, lässt sich anhand der vorliegenden Berichte noch nicht beurteilen.