Eine Lufthansa-A380 mit 351 Passagieren an Bord ist am Abend des 17. August 2026 bei der Landung in München vor der Landebahnschwelle aufgesetzt und hat dabei die Pistenbeleuchtung beschädigt. Laut Lufthansa setzte die Maschine bereits auf dem Beton, aber noch vor der markierten Schwelle auf; alle Passagiere blieben unverletzt und verließen das Flugzeug regulär. Der Flughafen München stufte den Schaden als geringfügig ein und meldete die betroffene Südbahn nach weniger als einer Stunde wieder als nutzbar.
Der Vorfall ereignete sich auf derselben Bahn, auf der zwei Tage zuvor eine Boeing-Dreamliner der Vietnam Airlines beim Start über das Pistenende hinausgeschossen war und bei der Sicherheitslandung mehrere Reifen platzten – ebenfalls ohne Verletzte. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat nach Angaben von Lufthansa eine Untersuchung eingeleitet und bereits die Flugschreiber der A380 sichergestellt.
Warum die Maschine zu früh aufsetzte, ist bislang nicht geklärt, ebenso wenig ein möglicher Zusammenhang zwischen den beiden Zwischenfällen auf derselben Piste. Eine Einschätzung dazu wird erst mit den Ergebnissen der laufenden BFU-Untersuchung möglich sein.
Was passiert ist
Eine Lufthansa-A380 mit dem Kennzeichen D-AIML ist am Abend des 17. August 2026 bei der Landung in München vor der Landebahnschwelle aufgesetzt. Die Maschine war als Flug LH459 aus San Francisco kommend und laut Flughafenangaben um 17.23 Uhr in München gelandet. Nach Angaben von Lufthansa setzte das rund 13 Jahre alte Flugzeug bereits auf dem Beton auf, jedoch noch vor der mit weißen Blockstreifen markierten Schwelle der Landebahn. Dabei wurde die Pistenbeleuchtung im Bereich der östlichen Landebahnschwelle beschädigt. An Bord befanden sich 351 Passagiere, alle blieben unverletzt und verließen das Flugzeug nach dem regulären Rollen zum Terminal wie gewohnt.
Zweiter Vorfall binnen 48 Stunden
Der Zwischenfall ereignete sich auf derselben Südbahn des Münchner Flughafens, auf der nur zwei Tage zuvor eine Boeing-Dreamliner der Vietnam Airlines beim Start über das Pistenende hinausgeschossen war. Die Maschine konnte damals nur knapp abheben, kehrte zum Flughafen zurück und platzte bei der anschließenden Sicherheitslandung an mehreren Reifen. Auch dabei wurden Lampen der Landebahnbefeuerung beschädigt, Menschen kamen nicht zu Schaden. Die zeitliche Nähe der beiden Vorfälle auf derselben Piste ist ein zentraler Grund, warum der neue Zwischenfall über die Einzelmeldung hinaus Beachtung findet.
Reaktionen von Flughafen, Flugsicherung und Airline
Der Flughafen München sprach auf Nachfrage von einer geringfügigen Beschädigung der Beleuchtung und teilte mit, die betroffene Südbahn sei bereits weniger als eine Stunde nach der Landung wieder nutzbar gewesen. Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung erklärte, ein zu frühes Aufsetzen der Maschine sei nicht dokumentiert; die Bahn sei am Montagabend zehn Minuten lang überprüft worden. Lufthansa bestätigte den Vorgang und erklärte, die Gründe würden – wie schon im Fall der Vietnam Airlines – untersucht. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat laut Lufthansa bereits eine Untersuchung eingeleitet; das Unternehmen kündigte an, diese vollumfänglich zu unterstützen. Berichten zufolge waren BFU-Mitarbeiter bereits vor Ort und sicherten die Flugschreiber.
Was unklar bleibt
Offen ist bislang, warum die A380 vor der Landebahnschwelle aufsetzte – technische Ursachen, Wetterbedingungen oder Aspekte der Cockpit-Entscheidung wurden in den vorliegenden Berichten nicht näher beleuchtet. Ebenso unklar ist, ob und inwiefern ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen auf derselben Bahn besteht, etwa über den Zustand der Piste oder betriebliche Rahmenbedingungen an jenem Wochenende. Eine belastbare Einschätzung dazu dürfte erst mit dem Fortschritt der BFU-Untersuchung möglich sein, deren Ergebnis noch nicht vorliegt.

