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US-Rapper Macklemore wurde nach propalästinensischen Ausrufen bei seinem Auftritt im Vorprogramm von Ed Sheeran am 4. September im MetLife Stadium in New Jersey von den übrigen Terminen der US-Tour ausgeschlossen. Sheeran erklärte damals via Instagram, nicht er, sondern der Tourveranstalter Messina Touring Group und mehrere Stadionbetreiber hätten diese Entscheidung getroffen; er habe zuvor erfolglos versucht zu vermitteln, unter anderem mit Patriots-Besitzer Robert Kraft, dem Macklemore laut Sheerans Darstellung persönliche Einflussnahme vorwirft.

Bei seinem ersten Konzert nach der Kontroverse am 19. September in Philadelphia äußerte sich Sheeran erstmals ausführlich selbst zur Sache. Er entschuldigte sich beim Publikum dafür, „schwierige Entscheidungen“ getroffen und dabei Fehler gemacht zu haben, und bezeichnete laut übereinstimmenden Medienberichten die Angriffe vom 7. Oktober 2023 in Israel als „furchtbar“, während er die Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen „katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig“ nannte. Mehrere weitere Vorprogramm-Acts sowie Sheerans Begleitband hatten sich zuvor aus Solidarität mit Macklemore von der Tour zurückgezogen, das Konzert selbst fand aber wie geplant statt.

Macklemore selbst kündigte am 24. September auf Instagram eine eigene „Free Palestine Tour“ an – laut internationalen Medienberichten mit Konzerten am 26. Oktober in Dublin, 29. Oktober in Paris und 30. Oktober in London; weitere US-Termine sollen folgen. Die Einnahmen sollen propalästinensischen und humanitären Organisationen zugutekommen, seine Ankündigung begründete er unter anderem mit Kritik an der „Klasse der Milliardäre“ und seiner eigenen Einschätzung, „unpolitisch in einem Völkermord zu sein“ funktioniere nicht mehr. Offen bleiben weiterhin Robert Krafts genaue Rolle, der Einfluss der Petition des Israeli-American Council sowie ob die neu angekündigten Termine wie geplant stattfinden.

Was passiert ist

US-Rapper Macklemore trat am 4. September 2026 im Vorprogramm von Ed Sheerans „Loop“-Tour im MetLife Stadium in New Jersey auf und rief mehrfach „Free Palestine“. Wenig später wurde bekannt, dass er von den übrigen US-Terminen der Tour gestrichen worden war. Ed Sheeran äußerte sich erst mit einiger Verzögerung öffentlich dazu und erklärte via Instagram, er wolle „einige Fakten klarstellen“: Die Entscheidung sei nicht seine gewesen, sondern die des Tourveranstalters Messina Touring Group in Abstimmung mit mehreren Betreibern der Veranstaltungsorte. Seither hat sich die Geschichte in zwei Richtungen weiterentwickelt: Sheeran äußerte sich bei seinem ersten Konzert nach der Kontroverse ausführlicher selbst zur Sache, und Macklemore kündigte eine eigene Tour an.

Die Stellungnahmen der Beteiligten

Laut seinem ersten Statement hatte Sheeran Macklemores Setlist selbst freigegeben. Erst nachdem mehrere Stadionbetreiber ihm mitgeteilt hätten, ihre Termine andernfalls zurückzuziehen, habe sich die Lage zugespitzt. Sheeran gibt an, eine Woche lang mit Beteiligten auf beiden Seiten gesprochen zu haben, unter anderem mit dem Besitzer der New England Patriots, Robert Kraft – letztlich habe aber der Tourveranstalter entschieden, Macklemore zu streichen. Messina Touring Group teilte dazu gegenüber „Rolling Stone“ mit, mehrere Stadien – darunter Gillette Stadium, Lincoln Financial Field und Mercedes-Benz Stadium – hätten erklärt, keinen Auftritt mit Macklemore im Programm zuzulassen. Macklemore selbst wies laut ORF den Vorwurf des Antisemitismus zurück und positioniert sich seit Jahren propalästinensisch; 2024 veröffentlichte er ein Lied zum Gedenken an ein im Gazastreifen getötetes Mädchen. Vorausgegangen war demnach eine Petition des Interessenverbands Israeli-American Council, die Sheeran zum Ausschluss aufgefordert hatte.

Sheerans erster Auftritt nach dem Rauswurf

Am 19. September 2026 gab Ed Sheeran im Lincoln Financial Field in Philadelphia sein erstes Konzert, seit Macklemore von der Tour gestrichen worden war. Laut übereinstimmenden Berichten österreichischer und internationaler Medien entschuldigte er sich dort erstmals ausführlich beim Publikum: Er habe „schwierige Entscheidungen“ treffen müssen und mache dabei Fehler, sagte er sinngemäß, das tue ihm sehr leid. Zur Sache selbst äußerte er sich differenziert: Die Angriffe vom 7. Oktober 2023 in Israel bezeichnete er als „furchtbar“, die Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen dagegen als „katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig“. Berichten zufolge sagte er zudem, es sei ihm nicht mehr möglich, seine Haltung dazu zu verbergen, und er sei besorgt über die Vorstellung, dass Veranstaltungsorte Inhalte und Auftritte vorab genehmigen könnten. Bereits vor diesem Konzert hatten sich mehrere weitere Vorprogramm-Acts sowie Sheerans irische Begleitband aus Solidarität mit Macklemore von der Tour zurückgezogen; das Konzert in Philadelphia fand Berichten zufolge unter Protestbegleitung statt, wurde aber wie geplant durchgeführt.

Macklemores eigene „Free Palestine Tour“

Zehn Tage nach seinem Ausschluss kündigte Macklemore am 24. September 2026 auf Instagram eine eigene „Free Palestine Tour“ an. „Was mir widerfahren ist, ist größer als ein Künstler oder eine Bühne“, schrieb der 43-Jährige laut ORF. Wörtlich erklärte er, es sollte jeden alarmieren, wenn eine „Klasse der Milliardäre“ entscheiden könne, welche Stimmen auf der Bühne erlaubt seien und welche als zu gefährlich gälten, um gehört zu werden. Man schreibe das Jahr 2026, so Macklemore weiter, „unpolitisch in einem Völkermord zu sein“ funktioniere nicht mehr – eine Formulierung, mit der er seine eigene Einschätzung der Lage in Gaza zum Ausdruck bringt, keine unabhängig festgestellte juristische Tatsache. Laut internationalen Musikmedien sind für die Tour drei Konzerte terminiert: am 26. Oktober in Dublin (3Arena), am 29. Oktober in Paris (Accor Arena) und am 30. Oktober in London (OVO Arena Wembley); weitere Termine in den USA sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Sämtliche Einnahmen sollen laut eigenen Angaben propalästinensischen und humanitären Organisationen zugutekommen.

Was unklar bleibt

Ob Robert Kraft tatsächlich persönlich interveniert hat, ist weiterhin nicht unabhängig bestätigt – bekannt ist die Behauptung bislang nur über Sheerans Wiedergabe von Macklemores Darstellung. Auch Umfang und tatsächlicher Einfluss der Petition des Israeli-American Council lassen sich anhand der vorliegenden Quellen nicht überprüfen. Offen ist zudem, wie viele Tourtermine konkret betroffen waren und ob der Ausschluss dauerhaft gilt. Neu hinzugekommen ist die Frage, ob Macklemores „Free Palestine Tour“ Ende Oktober tatsächlich wie angekündigt in Dublin, Paris und London stattfindet und wann die in Aussicht gestellten US-Termine bekanntgegeben werden. Direkte Stellungnahmen der genannten Stadionbetreiber oder Robert Krafts selbst liegen weiterhin nicht vor.

Einordnung

Der Fall reiht sich in eine Serie von Kontroversen um propalästinensische Meinungsäußerungen im internationalen Kulturbetrieb während des Kriegs in Gaza ein. Wie berichtet, hatte etwa die Band Massive Attack im Sommer 2026 nach einer ähnlichen Geste bei einem Konzert in Singapur ein Einreiseverbot erhalten. Der weitere Verlauf rund um Macklemore und Sheeran zeigt zudem, wie eine ursprünglich veranstalterseitige Entscheidung – der Ausschluss eines Vorprogramm-Künstlers – Folgewirkungen entfaltet: Solidaritätsabsagen weiterer Acts, eine öffentliche Entschuldigung des Headliners und schließlich eine eigenständige, thematisch zugespitzte Tournee des ausgeschlossenen Künstlers. Solche Vorfälle werfen wiederkehrend die Frage auf, welche Rolle private Veranstalter und Betreiber von Veranstaltungsorten – nicht staatliche Stellen – bei der Einschränkung politischer Äußerungen auf Konzertbühnen spielen, und wie Künstler wie Sheeran und Macklemore in der Folge öffentlich mit dem Druck aus unterschiedlichen Richtungen umgehen.