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Eine Jury in Valletta hat den maltesischen Geschäftsmann Yorgen Fenech vom Vorwurf freigesprochen, Drahtzieher des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia gewesen zu sein. Er wurde sowohl von der Beihilfe zum Mord als auch von krimineller Verschwörung entlastet. Caruana Galizia war 2017 durch eine Autobombe getötet worden, nachdem sie über Korruption in Politik und Wirtschaft Maltas recherchiert hatte.

Österreichische Medien berichteten übereinstimmend über den Freispruch; eine international verbreitete Agenturmeldung ergänzt, dass die Entscheidung nach rund achtstündiger Beratung mit 8:1 Stimmen fiel. Die Familie der Journalistin kritisierte das Urteil scharf und erklärte, es verwehre ihr die verdiente Gerechtigkeit. Bereits zuvor waren mehrere an der Tat beteiligte Männer verurteilt worden, laut einer Quelle drei Auftragsmörder zu 15 bis 40 Jahren Haft und zwei Bombenlieferanten zu lebenslanger Haft.

Offen bleibt, warum die Jury die Beweislage gegen Fenech als nicht ausreichend einstufte und ob die Anklage Rechtsmittel einlegt. Eine Stellungnahme Fenechs oder offizieller Stellen liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Eine Jury in Valletta hat den maltesischen Geschäftsmann Yorgen Fenech von dem Vorwurf freigesprochen, Drahtzieher des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia gewesen zu sein. Der 44-Jährige wurde sowohl vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord als auch der kriminellen Verschwörung entlastet. Caruana Galizia, eine der bekanntesten investigativen Reporterinnen Maltas, war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto nahe ihres Hauses durch eine Autobombe getötet worden. Sie hatte zuvor jahrelang über Korruption in Politik und Wirtschaft des Landes recherchiert. Fenech war der letzte einer Reihe von Verdächtigen, denen im Zusammenhang mit dem Mordkomplott der Prozess gemacht wurde.

Was die Quellen zeigen

Sechs österreichische Medien berichteten am Tag des Urteils inhaltlich übereinstimmend über den Freispruch, mehrere davon erkennbar auf Basis derselben Agenturmeldung. Eine international verbreitete Agenturmeldung, unter anderem über ABC News und WTOP verbreitet, ergänzt Details: Demnach fiel die Entscheidung der Jury nach rund achtstündiger Beratung mit 8:1 Stimmen. Die Familie der Journalistin äußerte sich in einer Stellungnahme, die vom Onlineportal Lovin Malta sowie in der Agenturmeldung wiedergegeben wurde: Der Freispruch verwehre Caruana Galizia die ihr zustehende Gerechtigkeit. Laut denselben Berichten weinten Angehörige der Journalistin im Gerichtssaal, während Familienmitglieder Fenechs den Freispruch mit Freude aufnahmen.

Hintergrund zum Fall

Der Mord an Caruana Galizia gilt als einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle in der Geschichte des EU-Mitgliedstaats Malta und löste laut übereinstimmenden Berichten Proteste aus, die zum Rücktritt des damaligen Premierministers beitrugen. Bereits vor dem Prozess gegen Fenech waren mehrere an der Tat beteiligte Männer verurteilt worden: Laut ORF bekannten sich drei Auftragsmörder schuldig und verbüßen Haftstrafen zwischen 15 und 40 Jahren, zwei weitere Männer wurden wegen der Lieferung der Bombe zu lebenslanger Haft verurteilt. Internationale Berichte bestätigen allgemein, dass im Zuge der Ermittlungen bereits mehrere Personen verurteilt wurden, ohne die genauen Strafmaße im Detail zu wiederholen. Der nun beendete Prozess gegen Fenech gilt in mehreren Medienberichten als einer der längsten Mordprozesse in der Geschichte Maltas.

Was unklar bleibt

Aus den vorliegenden Berichten geht nicht hervor, aus welchen konkreten Gründen die Jury die Beweislage gegen Fenech als nicht ausreichend einstufte. Ebenso offen ist, ob die maltesische Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch Rechtsmittel einlegen wird und ob sich maltesische Behörden, EU-Institutionen oder internationale Pressefreiheitsorganisationen offiziell zu dem Urteil äußern. Eine Stellungnahme Fenechs selbst oder seiner Verteidigung liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Einordnung

Der Freispruch wirft ein Schlaglicht auf die Frage, wie sich die bereits erfolgten Verurteilungen der ausführenden Täter mit dem nun erfolgten Freispruch des mutmaßlichen Auftraggebers vereinbaren lassen — eine juristische Einordnung dazu liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Der Fall bleibt international ein Referenzpunkt für Debatten über Pressefreiheit und Aufarbeitung von Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten in der EU.