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Der Grazer Unternehmer Martin Auer hat in Manhattan die Schaubäckerei „Rye“ eröffnet, in der ein rund 1,5 Kilogramm schwerer Laib Bio-Roggen-Sauerteigbrot umgerechnet etwa 53 Euro (60 US-Dollar) kostet. Über den ungewöhnlichen Preis berichteten übereinstimmend zahlreiche Medien in Österreich und international, von derStandard und Kurier bis zu Bloomberg und der NZZ. Auer stammt aus einer Grazer Bäckerfamilie und leidet nach eigenen Angaben an einer Mehlstauballergie; internationale Medien berichten zudem von einer Beteiligung seines Sohnes Tim und einem Familienbetrieb in dritter Generation – diese Details sind aber nicht unabhängig geprüft.

In Österreich fällt die Aufmerksamkeit mit einer Debatte über heimische Brotpreise zusammen: Diese stiegen laut Kurier von 2023 bis Juni 2026 um zehn Prozent, eine Mehrwertsteuersenkung im Juli 2026 habe laut Bäcker-Innungsmeister Josef Schrott „nur wenig“ gebracht. Landwirtinnen und Landwirte erhalten laut Landwirtschaftskammer nur rund 4,7 Prozent des Brotpreises, während die Weizen-Erzeugerpreise unter den Produktionskosten liegen.

Offen bleibt, wie Auer seine Preisgestaltung selbst im Detail begründet und wie sich der mediale Hype konkret auf sein Geschäft auswirkt.

Was passiert ist

Der aus Graz stammende Unternehmer Martin Auer hat in Manhattan eine neue Schaubäckerei namens „Rye“ eröffnet – und dort für internationale Schlagzeilen gesorgt. Verkauft wird dort im Wesentlichen ein Produkt: ein rund 1,5 Kilogramm schwerer Laib Bio-Roggen-Sauerteigbrot, für den umgerechnet etwa 53 Euro (60 US-Dollar) verlangt werden. Über den Preis berichteten in den vergangenen Tagen zahlreiche Medien in Österreich und international, von derStandard und Kurier über die Wirtschaftsagentur Bloomberg bis zur Schweizer NZZ. In Österreich ist ein vergleichbares Brot laut übereinstimmenden Berichten nur für einen Bruchteil des New Yorker Preises zu haben.

Wer ist Martin Auer

Auer stammt aus einer Grazer Bäckerfamilie – der Beruf wurde ihm, wie es in der Berichterstattung heißt, gewissermaßen in die Wiege gelegt. Bemerkenswert dabei: Er selbst leidet an einer Mehlstauballergie, verfolgte seinen eigenen unternehmerischen Weg aber offenbar schon früh und unabhängig von dieser Einschränkung. Internationale Medien berichten zudem, die New Yorker Bäckerei liege im Stadtteil Soho, werde gemeinsam mit Auers Sohn Tim betrieben und stehe für ein Familienunternehmen in dritter Generation. Verwendet werde eine rund 57 Jahre alte Sauerteigkultur, das Roggenmehl werde eigens aus Österreich importiert. Diese Details stammen jedoch aus internationaler Medienberichterstattung und wurden nicht anhand einer eigenen Aussage Auers oder einer offiziellen Unternehmensquelle geprüft.

Einordnung: Brotpreise in Österreich

Die Aufmerksamkeit für Auers New Yorker Brot fällt in Österreich mit einer Debatte über heimische Brotpreise zusammen. Laut einer Auswertung des Kurier stieg der durchschnittliche Preis für Brot hierzulande von Jahresbeginn 2023 bis Juni 2026 um zehn Prozent – etwas weniger stark als die Inflation insgesamt. Im Juli 2026 wurde die Mehrwertsteuer für ausgewählte Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent gesenkt, was den Durchschnittspreis für ein Kilo Mischbrot kurzzeitig von 2 auf 1,91 Euro drückte – seither zieht der Preis laut Bericht wieder an. Josef Schrott, Innungsmeister des WKÖ-Bundesverbands der Bäcker, wird mit der Einschätzung zitiert, die Steuersenkung habe „nur wenig gebracht“, unter anderem weil komplexe Ausnahmeregelungen – etwa der Ausschluss von Roggenmehl oder ein zu hoher Fett- und Zuckeranteil – den tatsächlich begünstigten Warenkreis kleiner machen als ursprünglich angenommen. Das deckt sich laut Bericht mit einer Auswertung des Marktforschers OGM. Als Haupttreiber der gestiegenen Brotpreise nennt Schrott gestiegene Löhne, da Handarbeit in der Bäckerei in Österreich im europäischen Vergleich teuer sei. An den Landwirtschaftsbetrieben selbst kommt davon laut Landwirtschaftskammer Österreich wenig an: Von einem Laib Brot um 3,42 Euro entfallen demnach nur 16 Cent beziehungsweise 4,7 Prozent auf die Bauern. Die Weizen-Erzeugerpreise lagen im Sommer 2026 bei rund 200 Euro pro Tonne und damit unter den Produktionskosten von rund 300 Euro, wie Ama-Verwaltungsratsvorsitzender Lorenz Mayr anmerkte; eine dürrebedingt um rund ein Viertel eingebrochene Weichweizenernte ließ den Preis zwischenzeitlich auf 255 Euro steigen, ehe er wieder auf rund 240 Euro zurückfiel.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, wie Auer selbst seine Preisgestaltung im Detail begründet – Medienberichte verweisen pauschal auf höhere Kosten in New York und ein „Erlebnis“, das über das reine Brot hinausgehe, eine ausführliche eigene Stellungnahme liegt in den vorliegenden Quellen aber nicht vor. Ebenso wenig lässt sich beurteilen, wie sich die mediale Welle tatsächlich auf Umsatz und Nachfrage in der New Yorker Filiale auswirkt, oder ob die kolportierten Details zu Sohn Tim und der dritten Generation des Familienbetriebs zutreffen oder eine journalistische Verkürzung sind. Auch eine Stellungnahme der österreichischen Bäcker-Innung oder der Landwirtschaftskammer speziell zum New Yorker Preis-Hype fehlt bislang.