Nach mehreren Bootsvorfällen vor der Küste Mauretaniens sind laut UNHCR mehr als 140 Menschen vermisst oder ums Leben gekommen. Sie hatten versucht, von Westafrika aus über den Atlantik die Kanarischen Inseln zu erreichen. Das schwerste Unglück betraf ein Boot aus Gambia, dem nach mehreren Wochen auf See der Treibstoff ausging; nach rund zehn Tagen waren auch Lebensmittel und Trinkwasser aufgebraucht, sodass Betroffene Meerwasser trinken mussten. Nur rund 38 Menschen überlebten, für 143 weitere gilt der Verbleib als ungeklärt beziehungsweise sie werden als tot betrachtet.
Bei zwei weiteren Vorfällen binnen etwa einer Woche wurden nach UNHCR-Angaben insgesamt rund 380 Menschen sicher an Land gebracht, darunter ein Boot mit rund 180 Personen aus dem Senegal, das vollständig gerettet wurde. Die Atlantikroute zu den Kanaren gilt laut UNHCR weiterhin als eine der weltweit tödlichsten Migrationsrouten.
Offen bleibt, wie viele Menschen exakt an Bord der Boote waren, ob die Vermissten inzwischen als tot gelten und welche Rolle Schleppernetzwerke spielten. Eine unabhängige Überprüfung der Umstände vor Ort liegt bislang nicht vor.
Was passiert ist
Nach mehreren Bootsvorfällen vor der Küste Mauretaniens sind laut UNHCR mehr als 140 Menschen vermisst oder ums Leben gekommen. Sie hatten die gefährliche Überfahrt von Westafrika über den Atlantik in Richtung der spanischen Kanarischen Inseln versucht. Das UNHCR teilte mit, die Route zähle wegen der langen Distanzen, der Bedingungen auf See, nicht seetauglicher, überfüllter Boote und geringer Chancen auf rasche Rettung weiterhin zu den gefährlichsten Migrationsrouten weltweit.
Das schwerste der gemeldeten Unglücke betraf ein Boot, das aus Gambia gestartet war. Nach mehreren Wochen auf See ging den Insassen der Treibstoff aus. Bereits nach rund zehn Tagen sollen Lebensmittel und Trinkwasser aufgebraucht gewesen sein, sodass die Menschen an Bord Meerwasser trinken mussten. Als Rettungskräfte das Boot schließlich erreichten, lebten nur noch rund 38 Menschen; für 143 weitere gilt der Verbleib als ungeklärt beziehungsweise sie werden als tot betrachtet.
Was die Quellen zeigen
Österreichische Medien wie ORF und Kurier sprechen in ihrer Berichterstattung von „vermissten“ Menschen, während internationale Agenturmeldungen die Zahl konkreter als „144 Tote oder Vermisste“ beziffern und sie überwiegend dem havarierten Gambia-Boot zuordnen. Diese Unterschiede in der Wortwahl spiegeln in erster Linie unterschiedliche Übersetzungen und Zuspitzungen derselben UNHCR-Mitteilung wider, nicht widersprüchliche Fakten – der Kern, dass ein Großteil der Betroffenen von diesem einen Boot stammt, deckt sich in allen eingesehenen Berichten.
Neben dem Gambia-Boot wird von einem zweiten Vorfall berichtet: einem Boot mit rund 180 Menschen, das aus dem Senegal gestartet war und nach Angaben mauretanischer Behörden vollständig von der Küstenwache gerettet wurde. Insgesamt seien im Lauf von etwa einer Woche bei drei Rettungseinsätzen rund 380 bis 387 Menschen sicher an Land gebracht worden, wie sowohl die österreichische als auch die internationale Berichterstattung übereinstimmend festhält.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie viele Menschen exakt an Bord des Gambia-Bootes waren – die Angaben schwanken zwischen rund 160 in einem Teil der Berichte und einer rechnerisch höheren Zahl, wenn man Überlebende und Vermisste zusammenzählt. Ebenso unklar ist, ob die als vermisst geführten Personen inzwischen offiziell für tot erklärt wurden oder ihr Schicksal weiterhin ungeklärt ist. Zu Identität, Herkunftsländern und Hintergründen der Betroffenen liegen keine belastbaren Angaben vor. Auch zur Rolle von Schleppernetzwerken bei der Organisation der Überfahrten sowie zu möglichen Reaktionen mauretanischer, spanischer oder europäischer Stellen gibt es in den vorliegenden Quellen keine Informationen.
Einordnung
Die Atlantikroute von Westafrika zu den Kanarischen Inseln gilt schon seit Jahren als eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt, mit stark schwankenden, oft nur geschätzten Opferzahlen, da viele Boote spurlos verschwinden. Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein, über die das UNHCR wiederholt berichtet hat – etwa jüngst auch im Zusammenhang mit Bootsunglücken vor Myanmar, wie „Neue Nachrichten“ berichtete. Eine unabhängige, vor Ort erhobene Überprüfung der genauen Umstände und Opferzahlen aus Mauretanien liegt bislang nicht vor.

