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Die Innsbrucker Firma MED-EL hat mit dem Tici Unico nach eigenen Angaben das weltweit erste kommerziell verfügbare Cochlea-Implantat vorgestellt, das komplett unter der Haut sitzt – einschließlich Mikrofon. Anders als bei bisherigen Geräten muss dafür kein externes Teil mehr abgenommen werden, etwa beim Duschen, Schwimmen oder Schlafen; sichtbar bleibt nur ein gelegentlich angelegtes Ladegerät für den implantierten Akku.

Laut Berichten tragen im Rahmen einer klinischen Studie der Medizinischen Universität Wien und des AKH bereits mehrere Personen in Österreich das Gerät, weltweit sollen es laut Hersteller rund 40 Nutzerinnen und Nutzer sein. Die ersten beiden kommerziellen Implantationen außerhalb der Studie fanden demnach am 29. September 2026 am Wiener AKH und in St. Pölten statt.

Offen bleiben Preis und Kostenübernahme sowie eine unabhängige medizinische Einordnung des Geräts jenseits der Angaben von MED-EL und der beteiligten Studienzentren. Die vorliegende Berichterstattung stützt sich bislang überwiegend auf das Unternehmen selbst und ein zustimmendes Interview mit dessen Gründerin.

Was passiert ist

Die Innsbrucker Firma MED-EL hat ein Cochlea-Implantat namens Tici Unico vorgestellt, das nach eigenen Angaben als erstes und bislang einziges Gerät dieser Art vollständig unter der Haut sitzt – einschließlich des Mikrofons. Cochlea-Implantate helfen Menschen mit schwerem bis hochgradigem Hörverlust, indem sie Schall in elektrische Impulse umwandeln und direkt an den Hörnerv weiterleiten, unter Umgehung des geschädigten Innenohrs. Bisherige Geräte bestehen aus einem außen am Kopf getragenen Teil, das etwa beim Duschen, Schwimmen oder Schlafen abgenommen werden muss. Beim Tici Unico entfällt das: Von außen sichtbar ist laut Hersteller nur das Ladegerät, das gelegentlich zum Aufladen des implantierten Akkus angelegt werden muss.

Was die Quellen zeigen

MED-EL-Mitgründerin und -Geschäftsführerin Ingeborg Hochmair bezeichnete die Markteinführung als Erfüllung eines langjährigen Ziels des Unternehmens. Laut Berichten war die größte technische Hürde die Entwicklung eines Mikrofons, das durch die Haut hindurch funktioniert, sowie eine implantierbare, wiederaufladbare Batterie. Im Rahmen einer klinischen Studie der Medizinischen Universität Wien und des dortigen AKH tragen mehrere Personen in Österreich das Gerät bereits seit längerem; laut Herstellerangabe nutzen es weltweit derzeit rund 40 Menschen. Die ersten beiden kommerziellen Implantationen außerhalb dieser Studie sollen am 29. September 2026 am Wiener AKH sowie in St. Pölten stattgefunden haben. Berichten zufolge ist das Gerät für MRT-Untersuchungen bis 3 Tesla zugelassen, muss bei stärkeren 7-Tesla-Geräten aber wie herkömmliche Implantate entfernt werden – weshalb Trägerinnen und Träger vor einer solchen Untersuchung auf das unsichtbare Implantat hinweisen müssten.

Was unklar bleibt

Einen Preis hat MED-EL nicht veröffentlicht, ebenso wenig Angaben dazu, ob und in welchem Umfang das Gerät von der österreichischen Sozialversicherung übernommen wird. Die genaue Zahl der weltweiten Nutzerinnen und Nutzer stützt sich bislang auf eine einzelne Herstellerangabe, die keine unabhängige Bestätigung hat. Auch eine unabhängige medizinische Einschätzung des Nutzens und möglicher Risiken durch Fachleute außerhalb der beteiligten Studienzentren liegt in den vorliegenden Quellen nicht vor, ebenso wenig eine Stellungnahme einer Zulassungsbehörde zum Prüfverfahren.

Einordnung

MED-EL verweist selbst auf die eigene Firmengeschichte: 1977 habe das Unternehmen mit einem mikroelektronischen Mehrkanal-Cochlea-Implantat einen frühen Durchbruch erzielt, dessen weltweite Verbreitung laut Hochmair aber viele Jahre gedauert habe. Die aktuelle Markteinführung wird von der Gründerin selbst als deutlich größerer Meilenstein eingeordnet, weil erstmals ein zugelassenes, vollständig unsichtbares Cochlea-Implantat verfügbar sei. Die Berichterstattung stützt sich bislang jedoch überwiegend auf Angaben des Unternehmens selbst und ein zustimmendes Interview mit dessen Gründerin; eine unabhängige fachliche Einordnung fehlt bislang in den vorliegenden Quellen.