Seit 15. Juli 2026 stehen im Salzburger Mirabellgarten 230 goldfarbene Mini-Mozart-Figuren des deutschen Konzeptkünstlers Ottmar Hörl, aufgestellt im Auftrag der Stiftung Mozarteum anlässlich des 270. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Installation sollte ursprünglich bis 30. August 2026 zu sehen sein. Innerhalb von rund zwei Wochen wurden laut Stiftung Mozarteum jedoch bereits mehr als 80 Figuren gestohlen – Kurier und Der Standard nennen dazu leicht unterschiedliche Werte („weit über 80“ beziehungsweise 86), stützen sich aber beide auf Aussagen der Stiftung.
Strafrechtliche Schritte gegen die Sammler plant weder die Stiftung noch Künstler Hörl, der laut Stiftung froh sei, wenn die Figuren „ihren Weg woandershin finden“. Appelliert wird dennoch, keine weiteren Figuren zu entwenden. Nach Ausstellungsende sollen übrige Exemplare offiziell für 90 Euro verkauft werden; ein erstes Kontingent ist bereits vergriffen.
Offen bleibt die genaue aktuelle Diebstahlzahl ebenso wie die Frage, ob die Installation bis zum geplanten Ende in größerem Umfang erhalten bleibt. Angaben zu weltweiter Medienresonanz und einem ähnlichen Fall 2017 in Bayreuth stammen allein von der Stiftung und sind nicht unabhängig bestätigt.
Was passiert ist
Seit 15. Juli 2026 stehen im Salzburger Mirabellgarten 230 goldfarbene, rund 50 Zentimeter hohe Mozart-Figuren aus Kunststoff. Die Installation des deutschen Konzeptkünstlers Ottmar Hörl wurde im Auftrag der Internationalen Stiftung Mozarteum anlässlich des 270. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart aufgestellt und sollte ursprünglich bis 30. August 2026 zu sehen sein. Bereits rund zwei Wochen nach der Eröffnung ist ein erheblicher Teil der Figuren verschwunden: Laut Stiftung Mozarteum wurden bislang mehr als 80 der Kunststoff-Mozarts gestohlen.
Was die Quellen zeigen
Kurier und Der Standard berichteten unabhängig voneinander über die Diebstähle und beriefen sich dabei jeweils auf Vertreter der Stiftung Mozarteum. Der Kurier zitierte laut Agenturmeldung Geschäftsführer Linus Klumpner mit den Worten, es fehle „manchmal in der Früh ein Mozart, manchmal sind es zwei oder drei“, vor allem nach Wochenenden verschwänden meist mehrere Figuren. Der Standard erhielt von einer Sprecherin der Stiftung die Zahl 86 gestohlener Figuren genannt. Die Angaben schwanken damit leicht – „weit über 80“ beim Kurier, 86 beim Standard –, decken sich aber im Kern: Ein knappes Drittel der ursprünglich aufgestellten Figuren ist demnach bereits abhandengekommen. Auch die Kleine Zeitung berichtete über das Phänomen.
Reaktion der Stiftung und des Künstlers
Strafrechtliche Konsequenzen für die Souvenir-Sammler schließt die Stiftung Mozarteum aus. Laut Klumpner gehören die Figuren dem Künstler Hörl, der erklärt habe, sich zu freuen, wenn sie „ihren Weg woandershin finden“ – eine Anzeige plane er nicht. Gleichzeitig appelliert die Stiftung an Besucherinnen und Besucher, keine weiteren Figuren zu entwenden, damit die Installation auch für später anreisende Gäste erhalten bleibt. Nach Ende der Ausstellung sollen die verbliebenen Figuren offiziell für 90 Euro pro Stück verkauft werden; laut Stiftung ist ein erstes Kontingent bereits vergriffen, die Reservierungen für die übrigen Stücke hätten die Obergrenze erreicht.
Was unklar bleibt
Offen bleibt die exakte aktuelle Zahl der gestohlenen Figuren, da Kurier und Standard leicht unterschiedliche Werte nennen und beide auf mündliche Auskünfte der Stiftung statt auf eine schriftliche Bilanz gestützt sind. Ebenso unklar ist, ob die Installation angesichts der anhaltenden Diebstähle tatsächlich bis zum geplanten Ende am 30. August 2026 in nennenswertem Umfang bestehen bleibt. Die von der Stiftung angeführte weltweite Medienresonanz von „über 200“ berichtenden Medien sowie der Vergleich mit einer 2017 in Bayreuth komplett verschwundenen Wagner-Installation Hörls stammen ausschließlich aus Aussagen der Stiftung beziehungsweise des Künstlers und wurden nicht unabhängig überprüft. Auch eine direkte Stellungnahme Hörls selbst liegt in den vorliegenden Berichten nicht vor.
Einordnung
Dass ein Teil der öffentlich aufgestellten Werke verschwindet, ist bei Hörls Installationen nach Angaben der Stiftung kein Zufall, sondern Teil des eingeplanten Konzepts – der Künstler selbst habe mit Verlusten gerechnet. Die Aktion ordnet sich damit in eine Reihe ähnlicher Straßenkunst-Projekte ein, bei denen die Grenze zwischen Kunstwerk, Souvenir und „Diebesgut“ bewusst verwischt wird. Für Salzburg bedeutet das vor allem einen zusätzlichen Aufmerksamkeitseffekt rund um das Mozart-Jubiläumsjahr, während die Stiftung selbst offenlässt, wie sie auf einen möglichen weiteren Schwund reagieren würde.


