München ist der deutsche Kandidat für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Der Deutsche Olympische Sportbund entschied das bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Samstag in Baden-Baden, wo sich die bayerische Landeshauptstadt mit 91:50 Stimmen gegen die Region Köln-Rhein-Ruhr durchsetzte. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete die Entscheidung und sprach von einer „Riesenchance für ganz Deutschland“.
Der Abstimmung war ein monatelanger Auswahlprozess vorausgegangen, aus dem ursprünglich auch Hamburg und Berlin Ambitionen gezeigt hatten; beide Städte schieden vorab aus. München plant Berichten zufolge erneut ein „Olympia der kurzen Wege“ mit Fußball in Stuttgart und Segeln in Kiel – für die Stadt wäre es die erste deutsche Olympia-Ausrichtung seit 1972.
Der internationale Bewerbungsprozess beim IOC beginnt im März 2027, eine Entscheidung über den Gastgeber der Spiele 2036 wird erst 2029 erwartet; ob Europa oder Asien bevorzugt wird, ist derzeit offen.
Was passiert ist
München ist der deutsche Kandidat für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Das hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Samstag in Baden-Baden entschieden. Die bayerische Landeshauptstadt setzte sich dabei gegen die Region Köln-Rhein-Ruhr durch, die als einzige verbliebene Konkurrentin ins Rennen gegangen war. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete die Entscheidung an der Seite von DOSB-Präsident Thomas Weikert und nannte die Bewerbung eine „Riesenchance für ganz Deutschland“.
Die Abstimmung im Detail
München setzte sich mit 91:50 Stimmen durch. Vorausgegangen war ein monatelanger Auswahlprozess, in dem ursprünglich auch Hamburg und Berlin Olympiapläne verfolgt hatten. In Hamburg sprach sich die Bevölkerung bei einer Bürgerbefragung mehrheitlich gegen ein Olympiakonzept aus, Berlin zog seine Bewerbung nach einem Wechsel in der Stadtregierung wenige Tage vor der Abstimmung zurück. Eine Evaluierungskommission hatte das Münchner Konzept zuvor als am besten geeignet bewertet.
Das Konzept
Die Münchner Bewerbung setzt einem Bericht zufolge erneut auf ein „Olympia der kurzen Wege“: Mit Ausnahme von Fußballspielen in Stuttgart und Segelwettbewerben in Kiel sollen sämtliche Wettkämpfe in Bayern ausgetragen werden, rund 76 Prozent der Sportstätten sollen in einem Radius von maximal 16 Kilometern rund um die Stadt liegen. Diese Detailangaben stammen bislang aus einer einzelnen Quelle und sind nicht unabhängig bestätigt. Für München wäre es die erste Olympia-Ausrichtung in Deutschland seit den Sommerspielen 1972, die ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt stattfanden.
Wie es weitergeht
Mit der nationalen Entscheidung beginnt für München nun der internationale Bewerbungsprozess beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), der im März 2027 starten und 2029 mit einer Vergabeentscheidung enden soll. Offen ist, ob das IOC für die Sommerspiele 2036 einen Kandidaten aus Europa oder Asien bevorzugt: Indien und Katar gelten als mögliche asiatische Interessenten, in Europa haben neben München auch Budapest und Istanbul Ambitionen angemeldet, zudem prüfen Madrid, der Norden Großbritanniens und die Toskana eine Bewerbung. Beim IOC wird zudem eine Doppelvergabe der Spiele 2036 und 2040 diskutiert.
Was unklar bleibt
Offen ist der Ausgang des internationalen Bewerbungsverfahrens, das erst 2029 entschieden werden soll. Auch einzelne Angaben zum Münchner Sportstättenkonzept – etwa die genaue Verteilung der Austragungsorte – liegen bislang nur in einer Quelle vor und sind nicht unabhängig gegengeprüft. Stellungnahmen der unterlegenen Bewerber Köln-Rhein-Ruhr, Hamburg oder Berlin lagen zum Zeitpunkt der Recherche nicht vor.

