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Bei schweren Unwettern und Erdrutschen in Indien und Nepal sind mittlerweile mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen — deutlich mehr als die zunächst gemeldeten mindestens 70. Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh stieg die Zahl der Toten laut Behördenangaben auf 81, mindestens 62 Menschen wurden verletzt, mehr als 1.000 Häuser beschädigt. In Nepal werden nach NDRRMA-Angaben mindestens 27 Tote gemeldet, wobei eine internationale Quelle unter Berufung auf dieselbe Behörde einen niedrigeren Wert von rund 23 nennt. Auslöser ist ein Monsuntief aus dem Golf von Bengalen: In Uttar Pradesh fielen binnen weniger Tage rund 66,5 statt der üblichen 7,6 Millimeter Regen, mehrere Flüsse wie der Ganges überschritten die Gefahrenmarke.

Eine Lawine im Bezirk Manang hatte zudem das Basislager des Himlung Himal mitgerissen. Ursprünglich waren zehn Arbeiter als vermisst gemeldet; nach aktuellerem Stand liegt die Bilanz bei mindestens zwei Toten, rund zehn Geretteten und weiterhin etwa einem Dutzend Vermissten — ob es dieselbe Personengruppe betrifft, ist unklar. Wegen anhaltender Regen- und Schneefälle setzten die Behörden Wander- und Kletteraktivitäten auf mehreren Gipfeln aus, mitten in der Herbstklettersaison.

Offen bleiben die exakte Opferzahl in Nepal, das Schicksal der weiterhin Vermissten sowie das Gesamtschadensausmaß in beiden Ländern. Die Region war erst Ende August von einer noch schwereren Flutkatastrophe mit mehr als 1.450 Toten betroffen, wie „Neue Nachrichten“ berichtete — die aktuellen Ereignisse betreffen jedoch andere Gebiete.

Was passiert ist

Bei schweren Unwettern und Erdrutschen in Indien und Nepal sind mittlerweile mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen — deutlich mehr als die am Vortag gemeldeten mindestens 70. Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh stieg die Zahl der Toten laut Behördenangaben auf 81, mindestens 62 Menschen wurden verletzt, mehr als 1.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. In Nepal werden nach Angaben eines Sprechers der Katastrophenschutzbehörde NDRRMA landesweit mindestens 27 Tote gemeldet. Vielerorts stürzten in beiden Ländern Gebäude und Brücken ein, Straßen und Ernten wurden beschädigt oder zerstört, ganze Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten.

Zahlen und Schäden

Auslöser der Katastrophe ist laut dem indischen Wetterdienst ein Monsuntief aus dem Golf von Bengalen, das über Zentralindien hinwegzog und sich auch in Nepal auswirkte — obwohl die Monsunzeit dort eigentlich so gut wie vorbei ist. Im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh fielen zwischen Freitag und Sonntag rund 66,5 Millimeter Regen, gut das Neunfache des Normalwerts von 7,6 Millimetern; mehrere große Flüsse, darunter der Ganges, überschritten die Gefahrenmarke. In Nepal führten die Überschwemmungen zu Stromausfällen und beschädigten ein 40-Megawatt-Wasserkraftwerk.

Unabhängig davon hatte eine Lawine im nördlichen Bezirk Manang das Basislager des 7.126 Meter hohen Himlung Himal mitgerissen. Ursprünglich waren zehn einheimische Arbeiter als vermisst gemeldet worden; nach aktuellerem internationalem Berichtsstand liegt die Bilanz bei mindestens zwei Toten, rund zehn Geretteten und weiterhin etwa einem Dutzend Vermissten. Ob es sich exakt um dieselbe Personengruppe handelt, geht aus den Berichten nicht eindeutig hervor. Die starken Regen- und Schneefälle beeinträchtigten zudem den Verkehr auf zahlreichen Straßen und Wanderwegen; die Behörden sahen sich gezwungen, Wander- und Kletteraktivitäten auf mehreren Gipfeln auszusetzen — ein Rückschlag mitten in der Herbstklettersaison.

Vorgeschichte: Nepal und wiederkehrende Flutkatastrophen

Die Region wird wiederholt von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. Erst rund einen Monat zuvor, Ende August, hatte eine Sturzflut an der Grenze zwischen Nepal und Tibet nach Angaben der NDRRMA mehr als 1.450 Menschenleben gefordert, wie „Neue Nachrichten“ berichtete; Tausende galten damals weiterhin als vermisst. Die aktuelle Katastrophe ist davon unabhängig und betrifft andere Landesteile: Die im August besonders schwer getroffenen Gebiete Rasuwa und Nuwakot gelten nach Angaben des nationalen Katastrophenschutzes derzeit nicht als Hochrisikozonen.

Was unklar bleibt

Bei der genauen Opferzahl in Nepal bestehen weiterhin Abweichungen zwischen den Quellen: Österreichische Medien nennen unter Berufung auf die NDRRMA mindestens 27 Tote, eine internationale Quelle kommt unter Berufung auf dieselbe Behörde auf einen niedrigeren Gesamtwert von rund 23. Auch zur Zahl der Verletzten in Uttar Pradesh liegen unterschiedliche Angaben vor (46 bzw. 62). Offen bleibt zudem das genaue Schicksal der nach dem Lawinenabgang auf dem Himlung weiterhin vermissten Personen sowie das Gesamtschadensausmaß in beiden Ländern — etwa an Straßen, Stromnetzen oder Landwirtschaft. Ob es, wie zunächst befürchtet, zu weiteren Sturzfluten kommt, oder sich die Wetterlage wie von Fachleuten erwartet bessert, ist ebenfalls noch nicht absehbar.

Einordnung

Die Häufung schwerer Monsun- und Sturzflutkatastrophen in Südasien in den vergangenen Monaten unterstreicht die anhaltende Verwundbarkeit der Region gegenüber extremen Niederschlägen, insbesondere in Gebirgsregionen mit Gletschern, Wasserkraftwerken und dicht besiedelten Flusstälern. Eine unabhängige Einordnung der Ursachen oder eine Bewertung möglicher klimatischer Zusammenhänge liegt bislang nicht vor und wurde von den zugrundeliegenden Quellen auch nicht vorgenommen.