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Im Nussensee zwischen Bad Ischl und Strobl im Bezirk Gmunden sind durch die anhaltende Trockenheit Munitions- und Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt worden. Der Wasserspiegel des Sees ist wegen ausbleibender Niederschläge stark gesunken, am Samstagabend wurde der Polizei der Fund entsprechender Zugzünder gemeldet. Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden verhängte daraufhin ein Platzverbot für den See, das Ufer und den Rundweg; der Entminungsdienst des Bundesheeres untersucht seither das gesamte Gebiet.

Laut einem Bericht des ORF wurden insgesamt rund 200 Kilogramm Munitions-, Zünd- und Sprengmaterial sichergestellt, darunter zwei ein Kilogramm schwere TNT-Sprengsätze – diese Zahl ist bislang nur aus einer Quelle bekannt. Bezirkshauptmann Alois Lanz zufolge könnte die Sperre mehrere Tage dauern, weil der gesamte See durchsucht werden soll. Bürgermeisterin Ines Schiller (SPÖ) erklärte, im Nussensee sei historisch Kriegsmaterial versteckt worden; so ausgetrocknet wie derzeit habe sie den See aber noch nie erlebt.

Offen ist, wie lange die Sperre bestehen bleibt, ob weitere Relikte auftauchen und wie das sichergestellte Material genau entsorgt wird.

Was passiert ist

Im Nussensee zwischen Bad Ischl und Strobl im Bezirk Gmunden (Oberösterreich) sind durch die anhaltende Trockenheit Munitions- und Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt worden. Der Wasserspiegel des Sees ist wegen ausbleibender Niederschläge stark abgesunken. Am Samstagabend wurde der Polizei der Fund sogenannter Zugzünder aus der NS-Zeit gemeldet. Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden verhängte daraufhin ein Platzverbot für den See, den Uferbereich und den Rundweg rund um das Gewässer. Der Entminungsdienst des Bundesheeres rückte aus und untersucht seither das gesamte Areal.

Was die Quellen zeigen

Laut einem Bericht des ORF wurden bei der Untersuchung insgesamt rund 200 Kilogramm an Munitions-, Zünd- und Sprengmaterial sichergestellt, darunter auch zwei ein Kilogramm schwere TNT-Sprengsätze, die vom Entminungsdienst geborgen und gesichert wurden. Diese konkrete Mengenangabe liegt bislang nur aus dieser einen Quelle vor. Bezirkshauptmann Alois Lanz sagte demnach, die Sperre könne mehrere Tage dauern, weil der gesamte See durchsucht werden solle; anschließend solle das gefundene Material entsorgt werden. Bad Ischls Bürgermeisterin Ines Schiller (SPÖ) verwies darauf, dass historisch bekannt sei, dass im Nussensee vor allem während des Zweiten Weltkriegs Kriegsmaterial versteckt worden sei – bei normalem Wasserstand sei der Seegrund aber gar nicht sichtbar. So ausgetrocknet wie derzeit habe sie den See noch nie erlebt; es müsste ihrer Einschätzung nach rund zwei Wochen durchgehend regnen, damit sich der Pegel wieder normalisiert.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie lange das Platzverbot tatsächlich in Kraft bleibt und ob beim weiteren Absinken des Wasserstands zusätzliche Relikte zum Vorschein kommen – die Bezirkshauptmannschaft hält das für möglich, sollte weiterhin kein nennenswerter Niederschlag fallen. Unklar ist auch, ob der Fund von einer einzelnen Person oder mehreren Besucherinnen und Besuchern gemeldet wurde: Ein Bericht nennt einen 35-jährigen Mann aus dem Bezirk Gmunden als Melder, ein anderer spricht allgemein von „Besuchern“. Wie genau das sichergestellte Material entsorgt wird und welcher konkrete historische Hintergrund zur Ablagerung von Kriegsmaterial im Nussensee führte, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht im Detail rekonstruieren.

Einordnung

Der Fund reiht sich in eine Reihe von Trockenheitsfolgen in Österreich in diesem Sommer ein: Wie „Neue Nachrichten“ bereits berichtete, gilt etwa in Wiener Wäldern wegen ausbleibender Niederschläge eine als „dramatisch“ beschriebene Waldbrandgefahr. Sinkende Pegel von Seen und Gewässern können historisches Material aus den Weltkriegen freilegen, das jahrzehntelang unter Wasser verborgen war. Für Bad Ischl bedeutet die aktuelle Sperre vorerst vor allem eine Einschränkung der Freizeitnutzung rund um den See, solange Untersuchung und Entschärfung durch das Bundesheer andauern.