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Nvidia verhandelt laut einem Reuters-Bericht über eine Ankerinvestition von bis zu zehn Milliarden Dollar in den geplanten Börsengang von Anthropic. Das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude will beim IPO bis zu 100 Milliarden Dollar einsammeln und strebt eine Bewertung von rund zwei Billionen Dollar an – es wäre der größte Börsengang der Geschichte. Der Börsenstart soll noch vor den US-Zwischenwahlen im November stattfinden. Weder Nvidia noch Anthropic haben die Gespräche bislang bestätigt.

Beide Unternehmen sind ohnehin eng verbunden: Nvidia kündigte bereits im November 2025 eine Investition von bis zu zehn Milliarden Dollar an, Anthropic verpflichtete sich im Gegenzug zum Kauf von Azure-Rechenkapazität im Wert von 30 Milliarden Dollar auf Nvidia-Basis. Laut Unternehmensangaben wuchs Anthropics Jahresumsatz von rund neun Milliarden Dollar Ende 2025 auf mehr als 65 Milliarden Dollar im Juli 2026.

Offen bleiben die genaue Investitionshöhe, ein konkreter Börsentermin sowie eine unabhängige Einschätzung der angestrebten Zwei-Billionen-Bewertung.

Was passiert ist

Nvidia verhandelt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über eine Ankerinvestition von bis zu zehn Milliarden Dollar in den geplanten Börsengang von Anthropic. Das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude will beim IPO bis zu 100 Milliarden Dollar einsammeln und strebt dabei eine Bewertung von rund zwei Billionen Dollar an. Damit könnte es der größte Börsengang der Geschichte werden – vor dem bisherigen Rekordhalter SpaceX. Der Börsenstart soll laut den Berichten noch vor den US-Zwischenwahlen im November abgeschlossen sein. Weder Nvidia noch Anthropic haben die Gespräche bislang offiziell bestätigt: Berichten zufolge lehnte Anthropic eine Stellungnahme ab, Nvidia reagierte nicht auf Anfragen.

Die Vorgeschichte: eine enge Geschäftsbeziehung

Nvidia und Anthropic sind bereits seit Längerem eng miteinander verbunden. Im November 2025 kündigte Nvidia an, bis zu zehn Milliarden Dollar in das KI-Unternehmen zu investieren. Im Gegenzug verpflichtete sich Anthropic, für rund 30 Milliarden Dollar Rechenkapazität der Microsoft-Cloud Azure zu kaufen, die auf Nvidia-Chips basiert. Anthropic ist für Training und Betrieb seiner Sprachmodelle stark auf Nvidia-Grafikprozessoren angewiesen. Laut eigenen Unternehmensangaben stieg Anthropics Jahresumsatz von rund neun Milliarden Dollar Ende 2025 auf mehr als 65 Milliarden Dollar im Juli 2026 – ein Wachstum, das die Investitionsbereitschaft eines möglichen Ankerinvestors wie Nvidia erklären dürfte.

Nvidia als Investor der eigenen Kundschaft

Der jetzt kolportierte Einstieg würde ein Muster fortsetzen, das Nvidia in den vergangenen Jahren wiederholt gezeigt hat: Der Chipkonzern investiert in Unternehmen, die zugleich zu seinen größten Abnehmern zählen, und ein Teil des eingesammelten Kapitals fließt bei diesen Kunden wiederum in den Kauf von Nvidia-Hardware zurück. Berichten zufolge hat Nvidia zudem Kreditgarantien im Umfang von rund 300 Milliarden Dollar übernommen, um Betreibern von Rechenzentren den Zugang zu Finanzierung für den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur zu erleichtern. Medien wie The Decoder bezeichnen den Konzern deshalb bildlich als eine Art „Zentralbank“ der KI-Branche. Das ist eine journalistische Zuspitzung, keine offizielle Selbstbeschreibung Nvidias; eine unabhängige kartellrechtliche oder wettbewerbsökonomische Bewertung dieser Konstruktion liegt nach den vorliegenden Quellen nicht vor.

Was unklar bleibt

Die zentralen Zahlen – Investitionshöhe, IPO-Volumen und Zielbewertung – stammen laut übereinstimmenden Berichten von mit der Sache vertrauten Personen, die gegenüber Reuters anonym blieben. Eine offizielle Bestätigung von Nvidia oder Anthropic liegt bislang nicht vor, ebenso wenig ein konkretes Datum für den Börsengang. Offen ist auch, ob die angestrebte Bewertung von rund zwei Billionen Dollar beim tatsächlichen Marktstart erreicht wird und wie unabhängige Analystinnen und Analysten diese Bewertung angesichts von Anthropics noch jungem, stark wachsendem Geschäft einschätzen. Eine kartellrechtliche Einordnung der wechselseitigen Investitionen zwischen Nvidia und seinen wichtigsten KI-Kunden ist in den vorliegenden Quellen nicht enthalten.

Einordnung

Sollte der Börsengang wie berichtet zustande kommen, wäre es nicht nur der größte IPO der Geschichte, sondern auch ein weiteres Beispiel dafür, wie stark die Finanzierung der KI-Branche mittlerweile durch wechselseitige Beteiligungen zwischen wenigen Konzernen abgesichert wird. Ähnliche Dynamiken zeigten sich zuletzt etwa beim Börsengang von SpaceX, dessen Wachstum laut Berichten teilweise auf kurzfristigen KI-Verträgen mit Google und Anthropic beruht, wie an dieser Stelle bereits berichtet wurde, oder bei Nvidias eigener milliardenschwerer Übernahme der KI-Plattform Hugging Face. Ob sich diese Verflechtungen langfristig als stabile Grundlage oder als Risiko für die gesamte Branche erweisen, lässt sich anhand der aktuellen Quellenlage nicht abschließend beurteilen.