New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat am 8. September 2026 die Freigabe von mehr als 170.000 Seiten städtischer Dokumente zur Luftqualität nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bekanntgegeben. Die Unterlagen sollen zeigen, dass die Stadtverwaltung frühzeitig von einer möglichen Belastung der Luft mit Asbest und anderen Giftstoffen wusste, der Bevölkerung aber versicherte, es sei sicher, sie einzuatmen. Die Freigabe beendet einen mehrjährigen Rechtsstreit mit der NGO 9/11 Health Watch und erfolgt kurz vor dem 25. Jahrestag der Anschläge.
Mehrere internationale Medien bestätigen den Kernvorgang unabhängig voneinander; ein Teil der insgesamt rund 170.000 bis 173.000 Seiten wurde über ein neues Online-Portal veröffentlicht, weitere Bestände sollen binnen zwölf Monaten folgen. Laut Die Presse starben nach Angaben von US-Gesundheitsbehörden mehr als 9.400 Menschen an Krankheiten durch Staub und Rauch der eingestürzten Türme – mehr als dreimal so viele wie durch die Anschläge selbst.
Offen bleibt, ob und wie konkret die Dokumente einzelne frühere Verantwortliche wie Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani oder Michael Bloomberg belasten; entsprechende Spekulationen stammen bislang nur aus einem Medienbericht, Stellungnahmen der Genannten liegen nicht vor. Auch die zitierte Opferzahl ist bislang nicht unabhängig geprüft.
Was passiert ist
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat am Dienstag die Freigabe von mehr als 170.000 Seiten städtischer Dokumente zur Luftqualität nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bekanntgegeben. Die Unterlagen sollen belegen, in welchem Ausmaß die Stadtverwaltung nach dem Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers über die Belastung der Luft mit Asbest und anderen Giftstoffen Bescheid wusste. Mamdani sagte laut übereinstimmenden Medienberichten, viele Menschen seien damals krank geworden, weil Verantwortliche „sie belogen haben und ihnen sagten, es sei sicher, die giftige Luft einzuatmen“. Die Veröffentlichung fällt kurz vor den Gedenkfeiern zum 25. Jahrestag der Anschläge und beendet zugleich einen mehrjährigen Rechtsstreit mit der NGO 9/11 Health Watch, die die Stadt auf Offenlegung der Akten verklagt hatte.
Was die Quellen zeigen
Deutschsprachige Medien wie Der Standard und Die Presse berichteten am 8. September übereinstimmend über die Ankündigung und stützten sich dabei erkennbar auf dieselbe Agenturmeldung. Internationale Medien, die eigenständig recherchiert haben, bestätigen den Kernvorgang: Die Dokumente – nach eigenen Angaben der Stadtverwaltung in 68 Aktenboxen gelagert und teils erst im Vorjahr wiederentdeckt – werden über ein neues Online-Portal zugänglich gemacht und sollen über die kommenden zwölf Monate laufend um weitere Bestände ergänzt werden. Berichten zufolge, die Auszüge der Unterlagen bereits eingesehen haben, deuten diese darauf hin, dass städtische Stellen frühzeitig von möglicherweise gefährlichen Schadstoffen wussten, während die Öffentlichkeit beruhigt wurde. Die Presse verweist zudem auf Angaben von US-Gesundheitsbehörden, wonach mehr als 9.400 Menschen an Krebs und anderen Krankheiten starben, die auf Staub und Rauch beim Einsturz der Türme zurückgeführt werden – mehr als dreimal so viele wie die 2.977 unmittelbaren Todesopfer der Anschläge.
Was unklar bleibt
Weder Mamdani noch 9/11 Health Watch haben nach vorliegenden Quellen einzelne Personen namentlich für die mutmaßliche Vertuschung verantwortlich gemacht. Die Presse spekuliert, die Dokumente könnten die früheren Bürgermeister Rudy Giuliani und Michael Bloomberg belasten, die zum Zeitpunkt der Anschläge beziehungsweise in den Jahren danach im Amt waren – eine Einschätzung, die bislang nicht durch eigene Aussagen der Stadtverwaltung oder der Genannten selbst gedeckt ist. Ebenso offen ist, wie belastbar die zitierte Zahl von rund 9.400 gesundheitsbedingten Todesfällen ist, da die zugrunde liegende Behördenstatistik in den vorliegenden Berichten nicht näher benannt wird. Reaktionen der beschuldigten früheren Amtsträger liegen bislang nicht vor, ebenso wenig eine unabhängige Auswertung des Dokumenteninhalts über die bisherigen Medienberichte hinaus.
Einordnung
Mamdani steht als erster muslimischer Bürgermeister New Yorks ohnehin im Zentrum kontroverser Debatten rund um den bevorstehenden 25. Jahrestag der Anschläge; Kleine Zeitung und Die Presse berichteten in den Tagen zuvor bereits über Empörung, die sein Auftreten vor dem Gedenktag ausgelöst hatte. Die Dokumentenfreigabe fällt damit in ein politisch aufgeladenes Umfeld, in dem die Vertuschungsvorwürfe gegen die frühere Stadtverwaltung auch als Angriffsfläche gegen Mamdani selbst genutzt werden könnten. Bislang beruht die öffentliche Darstellung des Falls überwiegend auf der Perspektive der amtierenden Stadtregierung und darauf aufbauenden Medienberichten; eine Einordnung, wie belastbar die Vertuschungsvorwürfe im Detail sind, wird erst mit der schrittweisen Sichtung der über 170.000 Dokumentenseiten möglich sein.

