Bei einem Angriff auf den Polizeikomplex „Old Police Lines“ in der pakistanischen Stadt Kohat sind mindestens 31 Menschen getötet worden, darunter 16 Polizeikräfte. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen kritisch. Ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug traf am Freitagnachmittag eine Moschee innerhalb des Komplexes, danach versuchten bewaffnete Angreifer einzudringen. Nach rund 20 bis 22 Stunden Gefecht erklärten pakistanische Sicherheitskräfte die Räumung für abgeschlossen und gaben an, alle acht Angreifer getötet zu haben.
Eine örtliche, mit den pakistanischen Taliban verbündete Miliz bekannte sich zu der Tat; internationale Medien nennen dabei die Gruppe Ittehad-ul-Mujahideen Pakistan. Präsident Asif Ali Zardari und Premierminister Shehbaz Sharif machten die Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) insgesamt verantwortlich und forderten deren vollständige Bekämpfung. Pakistan rief zudem die afghanische Taliban-Regierung erneut auf, gegen von ihrem Staatsgebiet aus operierende Milizen vorzugehen; Kabul bestreitet eine Beteiligung.
Offen bleibt, wie viele Angreifer beteiligt waren und wer sie waren, ebenso wie die afghanische Seite konkret auf die pakistanische Aufforderung reagiert. Frühere ähnliche Vorwürfe hatten bereits zu erheblichen Spannungen zwischen beiden Ländern geführt, zuletzt im Zusammenhang mit pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan im Juni.
Was passiert ist
Bei einem Angriff auf den Polizeikomplex „Old Police Lines“ in der Stadt Kohat in der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa sind nach Angaben eines ranghohen Polizeibeamten mindestens 31 Menschen getötet worden, darunter 16 Polizeikräfte. Die Gesundheitsbehörden der Provinz meldeten zudem mehr als 100 Verletzte, mehrere davon in kritischem Zustand. Der Anschlag ereignete sich am Freitagnachmittag, als ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in eine Moschee innerhalb des Gebäudekomplexes gerammt wurde. Anschließend versuchten bewaffnete Angreifer, in die Anlage einzudringen, was einen mehrstündigen Schusswechsel mit Sicherheitskräften auslöste. Nach Medienberichten dauerte die Auseinandersetzung rund 20 bis 22 Stunden, ehe pakistanische Sicherheitskräfte die Räumung des Komplexes für abgeschlossen erklärten und angaben, alle acht Angreifer getötet zu haben.
Wer sich zu dem Anschlag bekennt
Eine örtliche, mit den pakistanischen Taliban verbündete Miliz bekannte sich zu der Attacke. Internationale Medienberichte nennen dabei die Gruppe Ittehad-ul-Mujahideen Pakistan als verantwortlich, eine Splittergruppe mit Verbindungen zur Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP). Pakistans Präsident Asif Ali Zardari machte bereits vor dem Bekenntnis der Lokalgruppe die TTP insgesamt für die Tat verantwortlich und erklärte, die „vollständige Eliminierung“ der Gruppe und von „Terroristen, die mit ausländischer Unterstützung vorgehen“, sei unerlässlich. Auch Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Anschlag scharf. Die TTP-Führung selbst hat sich nach vorliegender Quellenlage nicht mit einem eigenen, unabhängig bestätigten Bekenntnis zu Wort gemeldet.
Pakistan, Afghanistan und die TTP
Pakistan hat frühere Anschläge wiederholt aus Afghanistan kommenden TTP-Kämpfern zugeschrieben. Nach dem Angriff in Kohat forderte Pakistan laut Berichten die in Afghanistan regierenden Taliban erneut auf, gegen von ihrem Staatsgebiet aus operierende Milizen vorzugehen. Die Taliban-Regierung in Kabul bestreitet nach vorliegenden Angaben eine Beteiligung an solchen Anschlägen. Die gegenseitigen Vorwürfe haben in der Vergangenheit zu erheblichen Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern geführt: Bei pakistanischen Luftangriffen im Juni in Afghanistan wurden nach UNO-Angaben Dutzende Zivilistinnen und Zivilisten getötet.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie viele Angreifer tatsächlich beteiligt waren und wer sie im Einzelnen waren – frühere Angaben zur Zahl der Angreifer schwankten während der laufenden Lage. Auch die genaue namentliche Zuordnung der verantwortlichen Gruppe stützt sich bislang nur auf internationale Medienberichte, nicht auf eine direkt eingesehene offizielle Erklärung der Sicherheitsbehörden. Unklar ist zudem, ob und wie die afghanische Taliban-Regierung auf die erneute pakistanische Aufforderung reagiert, gegen Milizen auf ihrem Gebiet vorzugehen, und ob der Anschlag zu einer weiteren Verschärfung der Spannungen zwischen beiden Ländern führt.
Einordnung
Der Anschlag reiht sich in eine Serie von Attacken auf Sicherheitskräfte im Nordwesten Pakistans ein, für die die Regierung in Islamabad wiederholt die TTP und aus Afghanistan operierende Kämpfer verantwortlich macht. Die Taliban-Regierung in Kabul weist solche Vorwürfe regelmäßig zurück. Die Häufung tödlicher Anschläge und die daraus resultierenden diplomatischen Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan bestehen unabhängig von diesem konkreten Ereignis bereits seit Monaten.

