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In Pennsylvania sind zwei ungeimpfte Menschen an Masern gestorben – die ersten Todesfälle durch die Krankheit im Bundesstaat seit 35 Jahren. Die Gesundheitsbehörde des Bundesstaats bestätigte die Fälle, Gesundheitsministerin Debra Bogen sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus und rief zur Impfung mit dem MMR-Impfstoff auf, der einen hohen Schutz biete. Für 2026 zählt Pennsylvania bislang 393 bestätigte Masern-Fälle.

Der Fall fällt in eine Phase, in der die USA laut Berichten so viele Masern-Fälle wie seit 35 Jahren nicht mehr verzeichnen, während die Impfquote unter Vorschulkindern gegen Masern, Mumps und Röteln Berichten zufolge zurückgegangen ist. Die zuständige Bundesbehörde CDC untersteht US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der als Impfskeptiker gilt; Präsident Trump soll zudem eine Reduktion empfohlener Impfungen verfügt haben. Die WHO kritisierte laut einer Quelle die US-Kinderimpf-Politik als nicht im Einklang mit dem Stand der Wissenschaft.

Unklar bleibt, wie genau sich die beiden Verstorbenen infizierten und wie stark sich die angekündigte Impf-Politik der US-Regierung bereits auf die Impfquoten ausgewirkt hat. Eine eigene Stellungnahme Kennedys zu den Todesfällen liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Im US-Bundesstaat Pennsylvania sind zwei Menschen an Masern gestorben – die ersten Todesfälle durch die Krankheit dort seit 35 Jahren. Beide Verstorbenen waren laut der Gesundheitsbehörde des Bundesstaats nicht gegen Masern geimpft. Gesundheitsministerin Debra Bogen sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus und betonte zugleich, der MMR-Impfstoff sei sicher und biete den besten verfügbaren Schutz gegen die Krankheit. Sie verwies darauf, dass Masern in Pennsylvania mehr als drei Jahrzehnte lang weitgehend ausgerottet waren und viele Menschen die Schwere der Erkrankung deshalb nicht mehr richtig einschätzen könnten.

Die Zahlen dahinter

Für das Jahr 2026 zählt die Gesundheitsbehörde von Pennsylvania bislang 393 bestätigte Masern-Fälle. Der MMR-Impfstoff wird in zwei Dosen verabreicht und soll laut Angaben des Gesundheitsministeriums einen langfristigen Schutz von rund 97 Prozent bieten. Für eine wirksame Gemeinschaftsimmunität gegen Masern gilt in der Fachwelt eine Impfquote von mehr als 95 Prozent als notwendig, wie der Präsident der American Academy of Pediatrics, Andrew Racine, gegenüber der „Washington Post“ erläuterte. Berichten zufolge ist die Impfquote unter Vorschulkindern in den USA gegen Masern, Mumps und Röteln in den vergangenen Jahren zurückgegangen; die USA verzeichnen 2026 laut den vorliegenden Berichten so viele Masern-Fälle wie seit 35 Jahren nicht mehr.

Politischer Hintergrund

Der Fall reiht sich in eine angespannte gesundheitspolitische Debatte in den USA ein. Die für die Seuchenüberwachung zuständige Bundesbehörde CDC untersteht US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der in der Berichterstattung als Impfskeptiker beschrieben wird. Berichten zufolge hatte Präsident Donald Trump zudem per Dekret verfügt, die Zahl der empfohlenen Kinderimpfungen zu reduzieren und Kombi-Impfungen künftig auf mehrere Arztbesuche aufzuteilen. Die Weltgesundheitsorganisation soll laut einer der vorliegenden Quellen mit scharfer Kritik auf die Kinderimpf-Politik der US-Regierung reagiert und erklärt haben, diese stehe nicht im Einklang mit dem Stand der Wissenschaft. Eine eigene Stellungnahme Kennedys oder der US-Regierung zu den Todesfällen in Pennsylvania liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Was unklar bleibt

Offen ist, unter welchen konkreten Umständen sich die beiden Verstorbenen infiziert haben und wie sich die 393 registrierten Fälle regional sowie nach Altersgruppen verteilen. Auch lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen, welche messbaren Auswirkungen die angekündigte Impf-Politik der Trump-Administration bislang tatsächlich auf die Impfquoten hatte. Wie US-Gesundheitsminister Kennedy und die Bundesregierung auf die Kritik aus Pennsylvania und von der WHO reagieren, ist ebenfalls nicht bekannt.