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Die Salzburger Festspiele bekommen mit dem belgischen Regisseur Peter de Caluwe einen neuen Intendanten. Das Festspiel-Kuratorium hatte die Entscheidung bereits am Mittwochnachmittag auf Anfrage des ORF bestätigt, die offizielle Vorstellung war für Freitagvormittag angekündigt. De Caluwe, Jahrgang 1963, leitete von 2007 bis 2025 die Oper La Monnaie in Brüssel, die im Vorjahr unter seiner Führung zum Opernhaus des Jahres gekürt wurde, und übernimmt die Intendanz ab Herbst 2027 allein. Festspiel-Präsidentin Kristina Hammer bleibt im Amt, ihr Vertrag wird mit Anfang 2027 verlängert.

Vorangegangen waren Verhandlungen über eine Doppelspitze mit der Amsterdamer Opernchefin Sophie de Lint und dem Regisseur Barrie Kosky. Laut Medienberichten, die sich auf anonyme Insider berufen, scheiterten diese an Uneinigkeiten über Vertragsgestaltung und Aufgabenverteilung. Neu ist zudem: Die Zukunft von Kaufmännischem Direktor Lukas Crepaz gilt als unklar. Laut einem bislang nicht offiziell bestätigten ZIB2-Bericht soll er seinen Rückzug für März 2027 angekündigt haben; unabhängig davon wird seine Position im Herbst regulär neu ausgeschrieben. Crepaz gilt als Schlüsselfigur beim rund 400 Millionen Euro teuren Umbau der Festspielhäuser.

Die Neubesetzung folgt auf die im März 2026 erfolgte Trennung von Markus Hinterhäuser, deren genaue Umstände weiterhin nicht offengelegt sind. Bis zum Amtsantritt de Caluwes führt Interimsintendantin Karin Bergmann die Festspiele. Wie sich de Caluwe künstlerisch positionieren will, wie die bisherigen Doppelspitzen-Kandidaten auf das Verfahren reagieren und ob Crepaz tatsächlich geht, ist offen.

Was passiert ist

Die Salzburger Festspiele bekommen mit Peter de Caluwe einen neuen Intendanten. Das Festspiel-Kuratorium hatte die Entscheidung bereits am Mittwochnachmittag auf Anfrage des ORF bestätigt, die offizielle Vorstellung war für Freitagvormittag angekündigt und fand laut Berichterstattung wie geplant statt. Der 1963 geborene Belgier soll die künstlerische Leitung ab Herbst 2027 allein übernehmen. Gleichzeitig wurde bestätigt, dass Kristina Hammer als Festspiel-Präsidentin im Amt bleibt; ihr Vertrag wird mit Anfang 2027 verlängert.

Wer ist Peter de Caluwe

De Caluwe leitete von 2007 bis 2025 die Oper La Monnaie/De Munt in Brüssel, die im Vorjahr unter seiner Führung zum Opernhaus des Jahres gekürt wurde. Bereits 2013 zählte er zu den engsten Kandidaten für die Salzburger Intendanz, unterlag damals aber Markus Hinterhäuser. Die Kleine Zeitung verweist auf eine historische Parallele: Bereits 1991 war mit Gerard Mortier ein Intendant von der Brüsseler Monnaie nach Salzburg gewechselt. Wie sich de Caluwe inhaltlich für Salzburg positionieren will, ist weiterhin nicht bekannt – eine eigene Stellungnahme von ihm liegt bislang nicht vor.

Die gescheiterte Doppelspitze

In den Tagen vor der Entscheidung hatte sich die Debatte vor allem um eine mögliche Doppelspitze gedreht: Die Amsterdamer Opernchefin Sophie de Lint und der australische Regisseur Barrie Kosky galten als aussichtsreichste Kandidatin beziehungsweise Kandidat für ein gemeinsames Leitungsmodell. Laut ORF-Berichten, die sich auf von der APA zitierte Insider berufen, scheiterten die Verhandlungen am Dienstagabend an Uneinigkeiten über die Vertragsgestaltung und die Aufgabenverteilung. Eine Stellungnahme von de Lint oder Kosky dazu liegt bislang ebenso wenig vor wie eine offizielle Bestätigung der Gründe durch das Kuratorium selbst.

Offene Personalfrage: Kaufmännischer Direktor Crepaz

Parallel zur Intendanten-Entscheidung ist die Zukunft von Kaufmännischem Direktor Lukas Crepaz bei den Festspielen unklar geworden. Laut ORF-Berichten soll Crepaz seinen Rückzug aus Salzburg im kommenden März angekündigt haben – ein entsprechender Bericht der ZIB2 vom Mittwochabend ist bislang nicht offiziell bestätigt. Fest steht laut ORF nur, dass die Position im Herbst regulär neu ausgeschrieben wird; ob sich Crepaz dann erneut bewirbt, ist offen. Crepaz gilt als Schlüsselfigur beim rund 400 Millionen Euro teuren Umbau der Festspielhäuser, weshalb ein möglicher Abgang über die reine Personalie hinaus Bedeutung hätte.

Auswahlverfahren und Vorgeschichte

Für die Intendanz hatten sich laut ORF-Bericht 21 Personen beworben, vier Frauen und 17 Männer; für die Präsidentschaft bewarben sich 27 Personen. Eine Findungskommission aus dem Dirigenten Franz Welser-Möst, dem früheren Bundestheater-Holding-Geschäftsführer Christian Kircher sowie den Intendantinnen Nora Schmid (Semperoper Dresden) und Sonja Anders (Thalia Theater Hamburg) bewertete die eingereichten Konzepte und führte Hearings durch. Die Ausschreibung war nötig geworden, nachdem sich die Festspiele im März 2026 von Markus Hinterhäuser getrennt hatten – trotz einer, wie berichtet, künstlerisch wie wirtschaftlich erfolgreichen Amtszeit, wie auch die jüngste Bilanz der Festspiele 2026 mit einer Auslastung von über 99 Prozent nahelegt. Die genauen Umstände von Hinterhäusers Abgang sind bis heute nicht offengelegt, über den Auflösungsvertrag wurde Stillschweigen vereinbart. Bis zum Amtsantritt de Caluwes leitet Interimsintendantin Karin Bergmann die Festspiele 2027 und plant auch 2028 bereits vor.

Was unklar bleibt

Offen ist die genaue Begründung für das Scheitern der Doppelspitzen-Pläne aus Sicht aller Beteiligten, ebenso wie sich de Lint und Kosky selbst dazu äußern. Auch de Caluwes künstlerische Pläne für Salzburg sind noch nicht im Detail bekannt. Unklar bleibt zudem, ob Crepaz tatsächlich zurücktritt und wer gegebenenfalls seine Position übernimmt, sowie welche konkreten Details – etwa zu Vertragslaufzeiten oder künftiger Schauspielleitung – die Pressekonferenz vom Freitag ergeben hat; eine vollständige, aus Primärquellen belegte Zusammenfassung dieser Details liegt noch nicht vor.