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Österreich liegt bei der PISA-Studie 2025 erstmals seit Einführung der Erhebung in allen getesteten Bereichen über dem OECD-Durchschnitt: in Naturwissenschaften (497 Punkte, OECD-Schnitt 482), computergestütztem Problemlösen, Lesen (467 Punkte) und Mathematik (477 Punkte). Rund 7.000 15- bis 16-Jährige aus 256 Schulen nahmen teil. Ein Grund zum uneingeschränkten Jubeln ist das aber nicht: Gegenüber 2022 sind Österreichs Werte in Lesen um 13 und in Mathematik um zehn Punkte gesunken, zugelegt hat das Land nur in den Naturwissenschaften. Laut einem Bericht ging im selben Zeitraum auch der OECD-Schnitt in beiden Bereichen zurück, was Österreichs relative Position stützte. Rund 28 Prozent der Jugendlichen erreichen beim Lesen nicht das definierte Mindestniveau, 16,5 Prozent gelten laut einem Bericht in allen drei Bereichen als leistungsschwach, nur 12,6 Prozent erzielen zumindest in einem Bereich Spitzenleistungen.

Besonders deutlich zeigt sich der Einfluss der sozialen Herkunft: Laut zwei unabhängigen Medienberichten erreichen in Österreich nur 9,9 Prozent der sozioökonomisch benachteiligten Schülerinnen und Schüler trotz schwieriger Ausgangsbedingungen starke Leistungen – gegenüber einem OECD-Schnitt von 11,9 Prozent. Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund aus begünstigten Haushalten schneiden im Schnitt besser ab als jene mit Migrationshintergrund aus benachteiligten Familien, ohne dass daraus einzelnen Gruppen eine Schuld zugeschrieben würde.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr sprach von „Licht und Schatten“: Österreich liege im internationalen Spitzenfeld, die globalen Rückgänge bei Lesen und Mathematik seien aber bedenklich. Für den Rückgang nennen OECD und IQS laut einem Bericht keine eindeutige Ursache, sondern verweisen auf ein Zusammenspiel struktureller Faktoren wie kürzere Aufmerksamkeitsspannen, Social-Media-Nutzung und Folgen der Wirtschaftskrise. Wiederkehr verwies zudem auf Maßnahmen wie Sommerschule und Chancenbonus. Offen bleiben Details zu Bundesländern, Schultypen, den genauen Gendergap-Werten und eine zweite Bestätigung der Leistungsverteilungszahlen.

Was passiert ist

Am 8. September 2026 wurden weltweit die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 veröffentlicht, der von der OECD organisierten internationalen Schulleistungsstudie. In Österreich haben rund 7.000 15- bis 16-Jährige aus 256 Schulen teilgenommen, repräsentativ für etwa 70.100 Jugendliche im Land. Erstmals seit Einführung der Studie liegt Österreich in allen getesteten Bereichen – Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften und dem neu hinzugekommenen computergestützten Problemlösen – signifikant über dem OECD-Durchschnitt. Die zuständige Behörde, das Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen (IQS), veröffentlichte dazu die österreichischen Ergebnisse im Auftrag des Bildungsministeriums.

Was die Zahlen zeigen

Laut IQS erreichten Österreichs Schülerinnen und Schüler in Naturwissenschaften 497 Punkte (OECD-Schnitt: 482) – ein Plus von sechs Punkten gegenüber 2022 –, in computergestütztem Problemlösen 509 Punkte (OECD-Schnitt: 500) und in Lesen 467 Punkte (OECD-Schnitt: 461). In Mathematik liegt Österreich mit 477 Punkten ebenfalls über dem OECD-Schnitt von 463 Punkten. Gegenüber der letzten Erhebung 2022 sind die österreichischen Werte in Lesen um 13 und in Mathematik um zehn Punkte gesunken. Einem Bericht zufolge gingen im selben Zeitraum auch die OECD-Durchschnittswerte in beiden Bereichen zurück, um 14 Punkte beim Lesen und neun Punkte in Mathematik – Österreichs relativer Vorsprung vor dem OECD-Schnitt blieb dadurch trotz des eigenen Rückgangs weitgehend erhalten.

Rund 28 Prozent der Jugendlichen erreichen beim Lesen nicht das von PISA definierte Mindestkompetenzniveau und zählen damit zur sogenannten Risikogruppe – ein Wert, den ein Medienbericht mit „jeder Vierte“ umschreibt. Einem weiteren Bericht zufolge erzielten 12,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler in mindestens einem der drei Hauptbereiche besonders starke Leistungen, während 16,5 Prozent in allen drei Bereichen durchgehend leistungsschwach abschnitten.

Soziale Herkunft als entscheidender Faktor

Ein wiederkehrendes Thema der Auswertungen ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Testleistung. Laut zwei voneinander unabhängigen Medienberichten mit Zugriff auf die OECD-Daten erreichen in Österreich nur 9,9 Prozent der sozioökonomisch benachteiligten Schülerinnen und Schüler trotz schwieriger Ausgangsbedingungen starke Leistungen – deutlich weniger als der OECD-Schnitt von 11,9 Prozent. Berichten zufolge schneiden Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund aus sozioökonomisch begünstigten Haushalten im Schnitt besser ab als jene mit Migrationshintergrund und aus benachteiligten Familien. Die Studie beschreibt damit eine statistische Korrelation zwischen familiärer Herkunft und Testergebnis, ohne Einzelpersonen oder Gruppen für das Ergebnis verantwortlich zu machen.

Einordnung

Dass Österreich trotz sinkender Werte in Lesen und Mathematik erstmals überall über dem OECD-Schnitt liegt, erklärt ein Kurier-Bericht auch damit, dass andere OECD-Staaten teils stärker abgerutscht seien als Österreich selbst. Das deckt sich mit dem oben beschriebenen, ebenfalls rückläufigen OECD-Durchschnitt in Lesen und Mathematik. Eine genaue Gegenüberstellung, welche Länder besonders stark eingebüßt haben, liegt uns aber nicht vor. Für den generellen Rückgang nennt die OECD laut einem Bericht keine eindeutige Einzelursache, sondern verweist auf ein Zusammenspiel mehrerer struktureller Veränderungen: kürzere Aufmerksamkeitsspannen, veränderte Nutzung sozialer Medien und soziale Folgen der Wirtschaftskrise. Eine ähnliche Einschätzung wird auch dem IQS zugeschrieben, das die Studie in Österreich durchführt.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) sprach laut IQS von „Licht und Schatten“: Österreich befinde sich im internationalen Spitzenfeld, die Rückgänge bei Lesen und Mathematik seien aber „bedenkliche Entwicklungen, die wir global sehen“. Er sieht Handlungsbedarf, Schulerfolg weniger stark von der sozialen Herkunft abhängig zu machen, und verweist auf bereits gesetzte Schritte wie die Ausweitung der Sommerschule und den sogenannten Chancenbonus. Berichten zufolge bleibt zudem ein Gendergap bestehen: Mädchen schneiden beim Lesen besser ab, Burschen in Mathematik – bei Naturwissenschaften zeigt sich kein signifikanter Unterschied.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, wie sich die Ergebnisse im Detail auf Schultypen, Bundesländer und soziale Herkunft verteilen, und welche über Sommerschule und Chancenbonus hinausgehenden Maßnahmen das Bildungsministerium konkret plant. Auch die berichteten Gendergap-Werte, die genaue Liste jener Länder, die stärker abgerutscht sind als Österreich, sowie die relative Gewichtung der von OECD und IQS genannten Erklärungsfaktoren für den Leistungsrückgang lassen sich mit den vorliegenden Quellen nicht abschließend nachvollziehen. Die Werte zur Leistungsverteilung (12,6/16,5 Prozent) stammen bislang aus nur einem Medienbericht und sind noch nicht durch eine zweite Quelle oder den vollständigen IQS-Bericht bestätigt. Stellungnahmen von Opposition, Lehrer- oder Elternvertretungen zu den Ergebnissen liegen bislang nicht vor.