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Für den Wiener Polizei-Aufnahmetermin im September 2026 haben sich rund 900 Menschen beworben, doch nicht alle 200 Ausbildungsplätze werden besetzt. Das Innenministerium räumte am Montag eine personelle „Herausforderung“ ein und nannte als Grund mangelnde Qualifikation eines Teils der Bewerberinnen und Bewerber, nicht zu wenige Bewerbungen.

Bundespolizeidirektor Michael Takàcs wies Forderungen von Bezirksvorstehern und Gewerkschaft nach mehr Personal zurück: „Weder Unterschriftenlisten noch Pappmodelle werden mehr Polizisten für Wien bringen.“ Er rief stattdessen dazu auf, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für den Beruf zu motivieren. SPÖ-nahe Bezirksvertreter und die FPÖ übten Kritik an der Personalsituation, unter anderem weil ab September sechs Bundesländer insgesamt 48 Beamtinnen und Beamte für drei Monate zur Unterstützung nach Wien schicken müssen.

Ein Gewerkschafter bezifferte die Drop-out-Quote in der Wiener Grundausbildung mit rund 50 Prozent und sprach von etwa 650 unbesetzten Planstellen – Zahlen, die bislang nur von dieser einen Quelle stammen und amtlich nicht bestätigt sind.

Was passiert ist

Für den Polizei-Aufnahmetermin im September 2026 in Wien haben sich rund 900 Menschen beworben – doch nicht alle 200 verfügbaren Ausbildungsplätze in den Polizeischulen der Bundeshauptstadt werden damit besetzt. Das Innenministerium räumte das am Montag im Zuge der Debatte um Auswärtseinsätze von Polizistinnen und Polizisten aus den Bundesländern ein und sprach von einer personaltechnischen „Herausforderung“. Als Grund nannte das Ministerium nicht eine zu geringe Bewerberzahl, sondern einen Mangel an ausreichend qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern.

Reaktionen: Zurückweisung und Kritik

Bundespolizeidirektor Michael Takàcs richtete der Gewerkschaft sowie Wiener Bezirksvorstehern über eine Aussendung aus, es brauche „konstruktives Handeln“ für eine Verbesserung. „Weder Unterschriftenlisten noch Pappmodelle werden mehr Polizisten für Wien bringen“, so Takàcs. Sein Appell an alle, die sich mehr Polizei in Wien wünschten: Menschen motivieren, die sie selbst für den Polizeiberuf für geeignet hielten. Hintergrund ist eine Unterschriftenaktion der Bezirksvorsteher von Floridsdorf und Favoriten sowie ein Volksbegehren der sozialdemokratischen Gewerkschaftsfraktion FSG, die beide für mehr Personal und eine an der Bevölkerungszahl orientierte Mindestausstattung geworben hatten. Ein Sprecher des Favoritener Bezirksvorstehers Marcus Franz (SPÖ) begrüßte gegenüber der APA zwar zusätzliche Unterstützung, wünschte sich aber eine „nachhaltige Lösung“. Auch die FPÖ übte Kritik: Der aktuelle Zustand gleiche „einem dauerhaften Notbetrieb“, erklärte ein steirischer FPÖ-Nationalratsabgeordneter.

Was einzelne Stimmen zusätzlich berichten

Der Wiener Polizeigewerkschafter Gerhard Zauner (FCG) bezifferte gegenüber der APA die Drop-out-Quote während der zweijährigen Grundausbildung in Wien mit rund 50 Prozent und sprach von etwa 650 unbesetzten Planstellen mit Stand Juli. Er verwies darauf, dass bei zu wenig qualifizierten Bewerbern auch an den Rahmenbedingungen etwas geändert werden müsse. Diese konkreten Zahlen stammen bislang aus einer einzelnen gewerkschaftlichen Quelle und sind nicht amtlich bestätigt; sie sollten daher vorerst als Einschätzung eines Betroffenen und nicht als feststehende Statistik gelesen werden.

Einsatz von Bundesländer-Polizisten in Wien

Der Personalmangel ist der Anlass für die aktuell diskutierten Auswärtseinsätze: Ab September müssen laut einer der APA vorliegenden Anordnung des Innenministeriums sechs Bundesländer für drei Monate insgesamt 48 Beamtinnen und Beamte für Schwerpunktaktionen gegen Jugendkriminalität nach Wien schicken, wo unter anderem Parks in Favoriten verstärkt kontrolliert werden sollen. Die Einsatzkräfte werden zur Unterstützung der Wiener Bereitschaftseinheit in einem Hotel einquartiert. Bereits seit Anfang August verstärken Beamtinnen und Beamte aus den Bundesländern die Wiener Polizei im Rahmen der Einsatzgruppe gegen Jugendkriminalität.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie viele der 200 Ausbildungsplätze beim Aufnahmetermin im September tatsächlich besetzt werden und ob das Innenministerium über die bisherige Aussendung hinaus eine mittelfristige Strategie gegen den Personalmangel vorlegt. Auch die von Gewerkschafter Zauner genannten Zahlen zu Drop-out-Quote und unbesetzten Planstellen sind bislang nicht amtlich bestätigt. Stellungnahmen von ÖVP, Grünen oder der Stadt Wien zu der Debatte liegen bislang nicht vor.