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Der niederösterreichische Autozulieferer Pollmann hat für drei seiner Gesellschaften – Pollmann International, Pollmann Austria und Pollmann Werkzeugbau mit Hauptsitz in Karlstein an der Thaya – am 1. September 2026 beim Landesgericht Krems ein Sanierungsverfahren beantragt. Die Verbindlichkeiten aller drei Gesellschaften zusammen liegen laut Unternehmensangaben bei rund 74 Millionen Euro, betroffen sind rund 500 Mitarbeiter in Österreich. Ausländische Tochterfirmen in Tschechien, Mexiko und China bleiben von den Verfahren unberührt.

Als Grund nennt das Unternehmen den strukturellen Wandel der Automobilindustrie, der derzeit viele europäische Zulieferer trifft. Beraten wird Pollmann von der Sanierungsrechtsexpertin Andrea Fruhstorfer, Betriebsrat und Arbeiterkammer wurden eingebunden. Die Produktion soll unverändert weiterlaufen, ein Investorenprozess zur Fortführung der Gruppe läuft bereits.

Wie viele Arbeitsplätze am Ende erhalten bleiben und ob sich ein Investor findet, ist offen. Auch zu früher eingeräumten Managementfehlern von Firmenchef Stefan Pollmann liegen keine weiteren Details vor. Der Fall reiht sich in eine Serie von Jobabbau-Meldungen ein, die die Industriellenvereinigung seit 2022 in der österreichischen Industrie registriert.

Was passiert ist

Der niederösterreichische Autozulieferer Pollmann steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Drei Gesellschaften der Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Karlstein an der Thaya – Pollmann International, Pollmann Austria und Pollmann Werkzeugbau – haben am 1. September 2026 beim Landesgericht Krems an der Donau jeweils einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens gestellt. Die Verbindlichkeiten aller drei Gesellschaften zusammen liegen bei rund 74 Millionen Euro. Laut einer Unternehmensaussendung sind insgesamt rund 500 Mitarbeiter in Österreich von den Verfahren betroffen.

Zahlen und Hintergrund

Die Pollmann-Gruppe entwickelt und fertigt Komponenten und Baugruppen für die internationale Automobilindustrie und beliefert nach eigenen Angaben nahezu alle namhaften Fahrzeughersteller. Weltweit beschäftigt der Konzern an fünf Standorten auf drei Kontinenten deutlich mehr Personal als die von den österreichischen Verfahren betroffenen rund 500 Personen. Ausländische Tochterfirmen in Tschechien, Mexiko und China sowie die Maxxom Automation GmbH sind von den Sanierungsverfahren ausdrücklich nicht erfasst. Zu den genauen Verbindlichkeiten der einzelnen Gesellschaften und deren jeweiliger Mitarbeiterzahl kursieren in Medienberichten leicht voneinander abweichende Angaben – ein Hinweis darauf, dass hier noch keine einheitliche, offiziell bestätigte Aufschlüsselung vorliegt.

Reaktionen und nächste Schritte

Beraten werden die drei Gesellschaften von der auf Sanierungs- und Insolvenzrecht spezialisierten Rechtsanwältin Andrea Fruhstorfer. Laut Unternehmensaussendung sollen die Betriebe fortgeführt werden, die Produktion läuft nach Unternehmensangaben unverändert weiter. Betriebsrat und Arbeiterkammer seien wegen der hohen Zahl betroffener Beschäftigter eng eingebunden worden. Parallel dazu läuft ein Investorenprozess, mit dessen Hilfe die Fortführung der Gruppe gesichert werden soll; Gespräche mit möglichen Investoren sollen bereits seit längerem laufen. Ob und mit welchem Ergebnis sich ein Investor findet, ist derzeit offen.

Einordnung

Pollmann begründet den Schritt mit dem strukturellen Wandel der Automobilindustrie, der derzeit zahlreiche europäische Zulieferer unter Druck setzt, während die weltweite Fahrzeugproduktion insgesamt wächst. Firmenchef Stefan Pollmann hatte im Herbst des vergangenen Jahres in einem Gespräch mit einem Medium neben dem Strukturwandel auch Managementfehler eingeräumt; welche Fehler konkret gemeint waren, wurde nicht näher ausgeführt. Bereits zuvor hatte das Unternehmen versucht gegenzusteuern: mit einem Wechsel an der Unternehmensspitze, der Zusammenlegung und Verlagerung eines Standorts nach Karlstein, dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften sowie dem nun laufenden Investorenprozess. Der Fall reiht sich damit in eine Entwicklung ein, die die Industriellenvereinigung als Abbau von rund 14.000 Industriearbeitsplätzen in Österreich seit 2022 beschreibt, mit besonderem Schwerpunkt auf Auto- und Metallbranche.

Was unklar bleibt

Offen ist, ob und wann das Landesgericht Krems die Sanierungsverfahren eröffnet und einem Sanierungsplan zustimmt. Ebenso unklar ist der Ausgang der Investorensuche und damit, wie viele der rund 500 betroffenen Arbeitsplätze am Ende tatsächlich erhalten bleiben. Zu den konkreten Managementfehlern, die Stefan Pollmann eingeräumt haben soll, liegen keine näheren Details vor. Eine gerichtliche Mitteilung oder eine direkt eingesehene Unternehmensaussendung lag für diesen Artikel nicht vor; die Angaben stammen aus Medienberichten, die sich ihrerseits auf eine Aussendung und Sprecherinnen-Angaben des Unternehmens stützen.