Der Aufsichtsrat von Porsche hat sich am 22. Juli 2026 über den Stand eines weiteren Sparprogramms, das „Zukunftspaket“, informieren lassen und diesem laut übereinstimmenden Medienberichten seine Unterstützung zugesagt. Mehrere Medien berichten unter Berufung auf die „Bild“-Zeitung und, laut heise, auch das „manager magazin“, Porsche-Chef Michael Leiters plane bis 2035 einen zusätzlichen Abbau von 5000 bis 6000 Stellen; frühere Berichte hatten mit „bis zu 4000“ eine abweichende Größenordnung genannt. Porsche selbst bestätigt die genaue Zahl nicht offiziell, spricht aber von „den letzten Schritten“ einer laufenden Umstrukturierung. Zusammen mit einer bereits laufenden Sparrunde (rund 3900 gestrichene Stellen, rund 2000 ausgelaufene befristete Verträge) und drei Tochterschließungen sollen laut Medienberichten insgesamt fast 9000 Arbeitsplätze betroffen sein – eine rechnerische Schätzung, keine offizielle Gesamtzahl.
Anders als bei dieser Gesamtzahl ist ein Teil des Pakets offiziell bestätigt: Porsche hat die Schließung der Cellforce Group (Batteriezellen-Entwicklung, rund 50 Beschäftigte), der Porsche eBike Performance GmbH (rund 350 Beschäftigte) und der Softwarefirma Cetitec (rund 90 Beschäftigte) per eigener Pressemitteilung bekanntgegeben. Der Entwicklungsstandort Weissach soll seine Kapazitäten um rund 30 Prozent reduzieren; die Werke Zuffenhausen und Leipzig gelten als nicht direkt gefährdet, sollen laut einem Handelsblatt-Bericht aber nur zur Hälfte ausgelastet sein. Hintergrund ist eine wirtschaftliche Krise mit eingebrochenen China-Verkäufen, hohen Kosten der E-Auto-Strategie unter Vorgänger Oliver Blume sowie Belastungen durch US-Zölle; auch VW-Konzernchef Blume soll dem Mutterkonzern zuletzt mit einem Abbau von bis zu 50.000 Stellen weltweit gedroht haben.
Offen bleiben die von Porsche offiziell bestätigte Gesamtzahl der Stellenstreichungen, Stellungnahmen von Betriebsrat und IG Metall zum nun gebilligten Paket sowie konkrete Zeitpläne je Standort.
Was passiert ist
Der Aufsichtsrat des Sportwagenherstellers Porsche hat sich am 22. Juli 2026 in einer Sitzung über den Stand eines weiteren Sparprogramms, intern als „Zukunftspaket“ bezeichnet, informieren lassen und diesem laut übereinstimmenden Medienberichten seine Unterstützung zugesagt. Mehrere deutsche und österreichische Medien – heise online, DER STANDARD, Die Presse und der Kurier – berichten unter Berufung auf einen Bericht der Zeitung „Bild“, dass Porsche-Chef Michael Leiters plane, bis 2035 zusätzlich zwischen 5000 und 6000 Stellen zu streichen. Laut heise soll auch das „manager magazin“ über einen Arbeitsplatzabbau in ähnlicher Größenordnung berichtet haben. Eine eigenständige, offizielle Bestätigung dieser genauen Zahl durch Porsche liegt weiterhin nicht vor; das Unternehmen selbst spricht laut Medienberichten lediglich von „den letzten Schritten“, die nun zu finalisieren seien.
Was die Quellen zeigen – und wo sie auseinandergehen
Die Zahl der betroffenen Stellen wird in den Berichten unterschiedlich beziffert. Während die auf den „Bild“-Bericht zurückgehenden Meldungen von 5000 bis 6000 zusätzlichen Jobs ausgehen, hatte die Stuttgarter Zeitung zuvor von „bis zu 4000“ weiteren Stellen berichtet, die vor allem Management, Verwaltung und Entwicklung betreffen sollen. Heise fasst zusammen, dass zusammen mit einer bereits laufenden Sparrunde – rund 3900 im Vorjahr gestrichene Stellen sowie rund 2000 ausgelaufene befristete Verträge – und der Schließung dreier Tochterfirmen insgesamt fast 9000 Arbeitsplätze betroffen sein könnten; das entspräche etwa einem Fünftel bis einem Viertel der rund 42.000 Beschäftigten, die Porsche Ende 2025 weltweit zählte. Diese Gesamtzahl ist jedoch eine rechnerische Zusammenfassung aus Medienangaben und keine von Porsche offiziell genannte Summe.
Die drei Tochterschließungen sind offiziell bestätigt
Anders als bei der Gesamtzahl der Stellen liegt zu einem Teil des Pakets eine offizielle Quelle vor: Porsche hat über eine eigene Pressemitteilung im Newsroom des Unternehmens die Schließung dreier Tochterfirmen bestätigt – der Cellforce Group (Batteriezellen-Entwicklung, rund 50 Beschäftigte in Kirchentellinsfurt), der Porsche eBike Performance GmbH (rund 350 Beschäftigte an den Standorten Ottobrunn und Zagreb) sowie der Softwarefirma Cetitec (rund 90 Beschäftigte in Pforzheim und Kroatien). Mit dem Ende von Cellforce zieht sich Porsche faktisch aus der eigenen Batteriezellen-Entwicklung zurück; die technologieoffene Antriebsstrategie biete für das Startup laut Unternehmensangaben „keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr“. CEO Michael Leiters begründete die Einschnitte insgesamt damit, dass sich Porsche „wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren“ müsse – dies sei „die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung“.
Weissach und die Werke
Der Entwicklungsstandort Weissach, laut heise das Herzstück der Porsche-Fahrzeugentwicklung mit Expertise in Fahrwerkstechnik, Prototypenbau und Fahrzeugarchitektur, soll seine Kapazitäten um rund 30 Prozent reduzieren; nach unterschiedlichen Medienschätzungen könnte davon ein Viertel bis ein Drittel der dortigen Belegschaft betroffen sein. Die Werke in Stuttgart-Zuffenhausen und Leipzig gelten laut einem von heise zitierten Handelsblatt-Bericht dagegen als „nicht gefährdet“, sollen aber nur zur Hälfte ausgelastet sein. Die neue Sparrunde ziele laut Unternehmensangaben zunächst bewusst auf die Management-Strukturen; ein Vorstandsposten wurde demnach bereits gestrichen.
Wirtschaftlicher Hintergrund
Hintergrund des Sparkurses ist laut Reuters, zitiert nach heise, eine „schwere Krise“ bei Porsche: Die Verkäufe in China, lange ein zentraler Wachstumsmarkt, sind eingebrochen, während die unter Vorgänger Oliver Blume forcierte Elektroauto-Strategie hohe, teils abzuschreibende Kosten verursacht hat. Hinzu kommen laut Berichten Belastungen durch US-Zölle und geopolitische Unsicherheiten. Bereits zuvor hatte Die Presse von einem Einbruch der operativen Rendite von rund 15 auf etwa 6 Prozent berichtet; wie berichtet soll auch VW-Konzernchef Blume dem Mutterkonzern zuletzt mit einem Abbau von bis zu 50.000 Stellen weltweit gedroht haben – ein Hinweis auf einen konzernweiten Umbaudruck, der über Porsche hinausreicht.
Was unklar bleibt
Offen bleibt vor allem, welche Gesamtzahl an Stellenstreichungen Porsche selbst offiziell bestätigt – bislang liegt dazu keine eigene Unternehmensangabe vor, nur die zusammengerechnete Schätzung aus Medienberichten. Auch eine Stellungnahme von Betriebsrat oder IG Metall zu dem nun vom Aufsichtsrat unterstützten Zukunftspaket liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Unklar bleiben zudem der konkrete Zeitplan des Abbaus je Standort sowie, ob die zuvor berichtete Deckelung von Sonderzahlungen auf 1500 Euro und eine Kürzung des Weihnachtsgelds tatsächlich umgesetzt werden.

