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Ein rund 60 Jahre alter Rabbiner ist am Mittwochabend, den 16. September 2026, in Mailand an einer Bushaltestelle angegriffen worden. Drei junge Männer rissen ihm die Kippa vom Kopf und schlugen sowie traten auf ihn ein. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte den Vorfall in einer offiziellen Erklärung als „feige und inakzeptabel“ und erklärte, antisemitischer Hass dürfe in Italien in keiner Form toleriert werden.

DER STANDARD berichtet, bei den Verdächtigen handle es sich um drei 19- bis 22-Jährige mit tunesischer beziehungsweise marokkanischer Herkunft; diese Angabe stammt bislang aus einer einzelnen Quelle und ist nicht amtlich bestätigt. Italienischen Medienberichten zufolge wurde einer der Verdächtigen festgenommen, zwei weitere wurden angezeigt.

Der Angriff fällt in eine Phase, in der ein Antisemitismus-Gesetz im italienischen Parlament ins Stocken geraten ist – Ursachen und Verantwortlichkeiten dafür sind umstritten. Offen bleiben zudem der Gesundheitszustand des Rabbiners und der genaue Ermittlungsstand.

Was passiert ist

Ein rund 60 Jahre alter Rabbiner ist am Mittwochabend, den 16. September 2026, in Mailand an einer Bushaltestelle angegriffen worden. Drei junge Männer näherten sich ihm, erkannten ihn offenbar an seiner Kleidung als jüdischen Geistlichen, rissen ihm die Kippa vom Kopf und stießen ihn zu Boden. Anschließend schlugen und traten sie auf den am Boden liegenden Mann ein. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagierte noch am selben Tag mit einer offiziellen Erklärung ihres Regierungssitzes: Sie bezeichnete den Vorfall als „feigen und inakzeptablen“ Akt und verurteilte ihn aufs Schärfste. Antisemitischer Hass dürfe in Italien „in keiner Form toleriert werden“, man werde ihn weiterhin entschlossen bekämpfen, ließ Meloni erklären.

Was die Quellen zeigen

DER STANDARD berichtet unter Berufung auf eigene Recherchen, die drei mutmaßlichen Angreifer seien 19, 20 und 22 Jahre alt, zwei von ihnen tunesischer, einer marokkanischer Herkunft. Diese Angabe stammt bislang aus einer einzelnen Quelle und ist nicht amtlich bestätigt. Italienische Medienberichte, die für diesen Artikel zusätzlich eingesehen wurden, decken sich im Kern des Tathergangs und ergänzen, dass einer der Verdächtigen festgenommen und wegen religiös motivierter Gewalt angezeigt wurde, während zwei weitere ohne Haft angezeigt worden sein sollen. Auch dazu liegt keine eingesehene amtliche Polizei- oder Justizmitteilung vor. Kleine Zeitung und Die Presse geben Melonis Solidaritätsbekundung nahezu wortgleich wieder, was auf eine gemeinsame Agenturquelle hindeutet, statt auf zwei unabhängige Recherchen.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie es dem Rabbiner nach dem Angriff gesundheitlich geht, und ob er selbst oder die jüdische Gemeinde Mailands sich öffentlich geäußert haben. Auch der genaue Ermittlungs- beziehungsweise Anklagestand ist auf Basis der vorliegenden Quellen nicht amtlich bestätigt. DER STANDARD ordnet den Angriff als „alles andere als einen Einzelfall“ ein, belegt diese Einschätzung in der vorliegenden Berichterstattung aber nicht mit konkreten Vergleichszahlen zu antisemitischen Vorfällen in Italien.

Einordnung

Der Angriff ereignet sich in einer Phase, in der ein von der Regierung Meloni angestoßenes Gesetz gegen Antisemitismus im Parlament nicht vorankommt. Der Senat hatte den Entwurf eigenen Recherchen zufolge bereits im März 2026 verabschiedet, in der Abgeordnetenkammer ist das Verfahren seither ins Stocken geraten. DER STANDARD beschreibt dies als Blockade durch die Opposition. Das Bild ist differenzierter: Neben parlamentarischen Verzögerungen gibt es auch Kritik von Bürgerrechts- und pro-palästinensischen Organisationen, die befürchten, die im Entwurf verwendete Antisemitismus-Definition könnte auch legitime Kritik an israelischer Politik erfassen. Wer die Verzögerung im Einzelnen zu verantworten hat, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht eindeutig klären.