Die außerordentliche Haupt- und Generalversammlung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien hat am 9. September 2026 den bereits im Juli beschlossenen Konzernumbau formell bestätigt. Der operative Betrieb samt Industriebeteiligungen geht damit rückwirkend zum 1. Jänner 2026 an die hundertprozentige Banktochter RLB NÖ-Wien über; die Holding fungiert künftig nur noch als genossenschaftliche Finanzholding. Der Schritt soll, wie im bisherigen Bericht dargestellt, Vorgaben der Europäischen Zentralbank zur Konzern-Governance umsetzen – die zuvor offene Frage, ob die Generalversammlung im September tatsächlich zustimmt, ist damit beantwortet.
Parallel dazu wählte die Versammlung Stefan Jauk zum Obmann-Stellvertreter der Holding und zum Aufsichtsratsmitglied der RLB NÖ-Wien. Der Jurist soll damit den ersten Schritt zur bereits angekündigten Nachfolge von Erwin Hameseder vollziehen und im Mai 2027 sowohl den Holding-Vorsitz als auch den Aufsichtsratsvorsitz der RLB NÖ-Wien übernehmen, sofern die zuständigen Gremien zustimmen. Bis dahin bleibt Hameseder in beiden Funktionen.
Nach Unternehmensangaben ist mit der Reform kein Personalabbau bei den rund 1.300 Beschäftigten verbunden – eine Zusage, die aus der Eigendarstellung des Unternehmens stammt und nicht unabhängig geprüft ist. Offen bleiben die konkrete Zusammensetzung der übertragenen Industriebeteiligungen, der Zeitpunkt der aufsichtsrechtlichen EZB-Genehmigung, unabhängige Einschätzungen zur Reform sowie die Nachfolge Jauks an der Spitze der Niederösterreichischen Versicherung.
Hauptversammlung besiegelt den Umbau
Die außerordentliche Haupt- und Generalversammlung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien hat am Mittwoch, dem 9. September 2026, den bereits im Juli von Geschäftsleitung und Aufsichtsgremien gefassten Grundsatzbeschluss bestätigt. Damit ist der Konzernumbau, über den zuvor bereits berichtet wurde, formell besiegelt: Der operative Betrieb der Holding samt ihren Industriebeteiligungen geht rückwirkend zum 1. Jänner 2026 an die hundertprozentige Banktochter Raiffeisenlandesbank (RLB) NÖ-Wien über. Die Holding selbst wird künftig als genossenschaftliche Finanzholding und alleinige Eigentümerin der RLB NÖ-Wien fungieren – ohne eigenes operatives Geschäft.
Vorgeschichte
Wie im bisherigen Bericht zu diesem Vorgang dargestellt, war der Strukturumbau als Reaktion auf Vorgaben der Europäischen Zentralbank zur Konzern-Governance angekündigt worden; offen war zuletzt vor allem, ob die Generalversammlung im September 2026 tatsächlich zustimmen würde. Diese Frage ist nun beantwortet: Die Versammlung hat den Beschluss bestätigt. Die Beteiligungsverhältnisse an Holding und Landesbank bleiben nach den vorliegenden Angaben unverändert.
Jauk rückt in den Aufsichtsrat auf
Parallel zur Strukturreform wählte die Versammlung Stefan Jauk zum Obmann-Stellvertreter der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und zum Mitglied des Aufsichtsrats der RLB NÖ-Wien. Der 50-jährige Jurist, derzeit Generaldirektor der Niederösterreichischen Versicherung, soll damit einen ersten Schritt in Richtung der bereits zuvor angekündigten Nachfolge von Erwin Hameseder vollziehen: Vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Raiffeisen-Gremien soll Jauk im Mai 2027 sowohl das Amt des Holding-Obmanns als auch den Aufsichtsratsvorsitz der RLB NÖ-Wien übernehmen. Bis dahin bleibt Hameseder in beiden Funktionen sowie, laut den vorliegenden Angaben, unverändert im Aufsichtsratsvorsitz der Raiffeisen Bank International (RBI) – jenes Instituts, an dem die RLB NÖ-Wien mit 25 Prozent größter Einzelaktionär ist.
Keine Zusage zu Stellen, aber Vorbehalte bleiben
Nach Unternehmensangaben ist mit der Reform kein Kostensparprogramm und kein Stellenabbau bei den rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbunden; Generaldirektor Martin Hauer bezeichnete den Schritt als „reine Strukturreform“. Diese Einschätzung stammt jedoch aus der Eigendarstellung des Unternehmens und wurde nicht durch eine unabhängige Quelle bestätigt. Unklar bleibt weiterhin, welche einzelnen Industriebeteiligungen konkret von der Übertragung erfasst sind, wann die für die endgültige Umsetzung nötige aufsichtsrechtliche Genehmigung der EZB vorliegt und wie unabhängige Analysten die Struktur- und Personalentscheidungen einordnen. Offen ist zudem, wer Jauk als Generaldirektor der Niederösterreichischen Versicherung nachfolgen wird, sobald er 2027 in die Holding-Spitze aufrückt.

