Die Zahl rechtsextremer Tathandlungen in Österreich ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gestiegen. Laut einer Anfragebeantwortung von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) an SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz wurden 862 Fälle registriert – ein Plus von rund 9,5 Prozent gegenüber 787 Fällen im ersten Halbjahr 2025. Der Trend der Vorjahre setzt sich damit fort: 2023 waren es 1.208 Taten im Gesamtjahr, 2024 bereits 1.486, 2025 dann 1.986.
Von den 862 Tathandlungen im ersten Halbjahr 2026 waren 761 explizit rechtsextrem motiviert, 55 rassistisch, 26 antisemitisch und zwölf islamophob. Insgesamt gab es 1.004 einschlägige Anzeigen, jene nach dem Verbotsgesetz stiegen von 785 auf 887. Rund 90 Prozent der Taten wurden Männern zugeordnet.
Schatz forderte angesichts der Entwicklung eine rasche Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus, der im Winter fertiggestellt werden soll. Details der vollständigen Anfragebeantwortung, etwa eine regionale Aufschlüsselung, sowie der konkrete Inhalt des Aktionsplans sind derzeit nicht bekannt.
Was passiert ist
Die Zahl rechtsextremer Tathandlungen in Österreich ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gestiegen. Wie aus einer Anfragebeantwortung von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) an die SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz hervorgeht, wurden in den ersten sechs Monaten 862 solche Taten registriert – ein Plus von rund 9,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025, als 787 Fälle gezählt wurden. Damit setzt sich ein mehrjähriger Trend fort: Im Gesamtjahr 2023 waren es noch 1.208 Taten, 2024 bereits 1.486 und im Vorjahr 1.986.
Was die Zahlen im Detail zeigen
Von den 862 im ersten Halbjahr 2026 registrierten Tathandlungen ordnete das Innenministerium 761 als explizit rechtsextrem motiviert ein, 55 als rassistisch, 26 als antisemitisch und zwölf als islamophob. Insgesamt wurden österreichweit 1.004 Anzeigen im Zusammenhang mit rechtsextremistischen, fremdenfeindlichen, islamfeindlichen oder antisemitischen Tathandlungen verzeichnet. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Anzeigen nach dem Verbotsgesetz aus, das die Wiederbetätigung im nationalsozialistischen Sinn unter Strafe stellt: Hier stieg die Zahl von 785 auf 887. Rund 90 Prozent der nachgewiesenen Taten wurden laut den vorliegenden Angaben Männern zugeordnet.
Politische Reaktion
SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz, die die Anfrage an das Innenministerium gestellt hatte, warnte angesichts der Zahlen davor, sich an eine stetige Zunahme rechtsextremer Straftaten und Gewalt zu gewöhnen. Rechtsextreme Fanatiker seien eine Gefahr für Sicherheit und Demokratie, so Schatz; neben konsequentem Vorgehen gegen Rechtsextreme brauche es auch Prävention, politische Bildung und Unterstützung für Betroffene. Sie forderte eine rasche Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus, der laut Berichten Maßnahmen in den Bereichen Bildung und Demokratieförderung, Prävention und Früherkennung sowie Strafverfolgung und Resozialisierung bündeln und im Winter fertiggestellt werden soll. Eine eigene inhaltliche Stellungnahme des Innenministeriums zu den Zahlen liegt über die reine Beantwortung der Anfrage hinaus nicht vor.
Was unklar bleibt
Die vollständige Anfragebeantwortung des Innenministeriums liegt nicht direkt vor, sodass eine Aufschlüsselung etwa nach Bundesländern oder konkreten Tatorten aus den vorliegenden Quellen nicht hervorgeht. Ebenso wenig lässt sich anhand der Berichterstattung nachvollziehen, nach welchen genauen Kriterien das Innenministerium einzelne Taten den Kategorien rechtsextrem, rassistisch, antisemitisch oder islamophob zuordnet. Offen ist zudem, welche konkreten Maßnahmen der für den Winter angekündigte Nationale Aktionsplan gegen Rechtsextremismus enthalten wird und ob der Zeitplan eingehalten werden kann.

