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Die Umweltinitiative Grüne Liga Brandenburg will erneut juristisch gegen die geplante Erweiterung des Red-Bull- und Rauch-Dosenwerks in Baruth/Mark bei Berlin vorgehen. Anlass ist ein neuer Bebauungsplan, den die Stadtverordneten nach Medienberichten mit klarer Mehrheit beschlossen haben. Schon im Februar 2026 hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg den ersten Bebauungsplan aus formalen Gründen gestoppt. Für die Erweiterung sollen rund 3,3 Milliarden Dosen jährlich produziert werden, wofür 17 Hektar Kiefernwald gerodet werden sollen; Betriebsstart ist für 2028 geplant.

Der Anwalt der Grünen Liga, Tim Stähle, wirft der Stadt vor, den Plan überstürzt und mit formellen Mängeln bei Lärmschutz, Regenwasserversickerung und Artenschutz beschlossen zu haben. Kritiker fürchten zudem, dass mit der Rodung begonnen werden könnte, bevor eine gerichtliche Prüfung des neuen Plans überhaupt möglich ist. Red Bull und Rauch betonen, durch die Erweiterung werde nicht mehr Wasser benötigt als bisher.

Offen bleibt, wie das Unternehmen und die Stadt Baruth/Mark auf die angekündigte neue Klage reagieren und wie das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg letztlich entscheidet. Eine unabhängige Stellungnahme von Unternehmen oder Stadt zu den aktuellen Vorwürfen liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Die Umweltinitiative Grüne Liga Brandenburg hat angekündigt, erneut juristisch gegen die geplante Erweiterung des Dosenwerks von Red Bull und dem Vorarlberger Getränkehersteller Rauch in Baruth/Mark vorzugehen, rund 50 Kilometer südlich von Berlin. Anlass ist ein neuer Bebauungsplan, den die Stadtverordneten der Kleinstadt nach Medienberichten mit klarer Mehrheit beschlossen haben. Die Grüne Liga will dagegen einen Normenkontrollantrag beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg stellen. Es ist bereits der zweite Anlauf: Schon im Februar 2026 hatte dasselbe Gericht den ersten Bebauungsplan im Eilverfahren aus formalen Gründen gestoppt und damit das Projekt verzögert.

Der Streit um Wald und Wasser

Für die Erweiterung des bestehenden Werksgeländes sollen laut Unternehmensangaben rund 3,3 Milliarden Dosen pro Jahr produziert werden – dafür ist die Rodung von 17 Hektar Kiefernwald vorgesehen. Umwelt-Initiativen protestieren seit Langem vor allem gegen den befürchteten zusätzlichen Wasserverbrauch der Anlage. Red Bull und Rauch betonen dazu, dass durch die Erweiterung nicht mehr Wasser benötigt werde als bisher. Eine unabhängige, im Volltext einsehbare Stellungnahme des Unternehmens zu den aktuellen Vorwürfen der Grünen Liga liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Was die Kritiker bemängeln

Der Rechtsanwalt der Grünen Liga, Tim Stähle, erklärte laut Kurier, neben Unklarheiten bei Lärmschutz, Regenwasserversickerung und Artenschutz seien auch gravierende formelle Mängel erkennbar, die auch den neuen Bebauungsplan unwirksam machen könnten. Ziel der Stadt sei offensichtlich eine möglichst schnelle Aufstellung des Plans gewesen, eine ordnungsgemäße Prüfung sei dabei auf der Strecke geblieben. Die Kritiker bemängeln zudem, dass die Stadt den beschlossenen Plan noch nicht offiziell bekannt gemacht habe – erst danach wäre er gerichtlich überprüfbar. Das nach Kurier-Angaben beteiligte Ressourcenbündnis Baruth befürchtet deshalb, dass mit der Rodung begonnen werden könnte, bevor eine gerichtliche Prüfung überhaupt möglich ist.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie Red Bull, Rauch beziehungsweise die Betreibergesellschaft Brandenburger Urstromquelle GmbH sowie die Stadt Baruth/Mark auf die angekündigte neue Klage reagieren. Auch der Ausgang des Normenkontrollverfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ist offen, ebenso wie die Frage, ob mit Rodungsarbeiten begonnen wird, bevor ein Gericht den neuen Plan geprüft hat. Unabhängige Gutachten zu Wasserverbrauch, Lärmschutz und Artenschutz, auf die sich beide Seiten stützen könnten, liegen der Redaktion nicht vor.

Einordnung

Der Konflikt um das Baruther Dosenwerk zieht sich bereits seit Jahren hin und ist ein wiederkehrendes Beispiel für Spannungen zwischen Industrieansiedlung und lokalem Umweltschutz in Brandenburg, das auch beim Ansiedlungsstreit um Tesla in Grünheide vergleichbare Muster zeigte. Für Red Bull und Rauch steht mit dem für 2028 geplanten Betriebsstart ein wichtiger Baustein der europäischen Produktionskapazität für Energydrinks auf dem Spiel; für die Grüne Liga Brandenburg ist es nach eigener Darstellung bereits der zweite erfolgreiche juristische Vorstoß gegen dasselbe Projekt binnen eines Jahres.