Bei der Kontrolle einer Druckerei im Burgenland haben Bezirksverwaltungsbehörde und Polizei in zwei Hinterzimmern 55 Reptilien entdeckt, darunter Schlangen, Chamäleons und Schildkröten. Weil der Verdacht bestand, dass sich unter den Tieren auch nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützte Exemplare befinden, wurde die Zollfahndung beigezogen. Das teilte das Finanzministerium in einer Aussendung mit, die auch über APA-OTS verbreitet wurde.
Während die Reptilien in der privaten Haltung des 40-jährigen Besitzers laut Ministerium gut versorgt waren, zeigte sich bei einem Großteil der in der Druckerei gefundenen Tiere ein deutlich schlechterer Zustand: Anzeichen von Lungenentzündung, Bissverletzungen, Hautveränderungen, Dehydrierung und Milbenbefall wurden festgestellt. Die Tiere wurden vom Wiener Tierheim für Exoten, Leo for Hope, übernommen und versorgt.
Dem Besitzer drohen eine Geldstrafe sowie eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Offen sind unter anderem die genaue CITES-Einstufung einzelner Tiere, die Dauer der Haltung, die Herkunft der Reptilien und eine Stellungnahme des Besitzers, die bislang in keiner Quelle vorliegt.
Was passiert ist
Bei der behördlichen Kontrolle einer Druckerei im Burgenland sind in zwei Hinterzimmern 55 Reptilien entdeckt worden. Die Kontrolle führten die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde und die Polizei auf Grundlage des Tierschutzgesetzes durch. Unter den gefundenen Tieren waren unter anderem Schlangen, Chamäleons und Schildkröten. An der privaten Wohnadresse des 40-jährigen Besitzers wurden zusätzlich weitere Reptilien sichergestellt. Das Finanzministerium bestätigte den Fund am Sonntag in einer Aussendung, die auch über den Presseverteiler APA-OTS verbreitet wurde.
Zollfahndung und Verdacht auf Artenschutzverstoß
Weil im Zuge der Amtshandlung der Verdacht entstand, dass sich unter den vorgefundenen Reptilien auch Tiere befinden, die nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützt oder streng geschützt sind, wurde die Zollfahndung zur weiteren Überprüfung beigezogen. Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl wird in der Aussendung mit dem Hinweis zitiert, dass für den Handel mit gefährdeten Tierarten strenge Regeln gelten und die Kontrollen der Zollbehörden dazu beitragen sollen, diese Vorgaben durchzusetzen. Welche der 55 Tiere konkret unter das Abkommen fallen, ist dem bisherigen Kenntnisstand zufolge noch nicht öffentlich mitgeteilt worden.
Gesundheitszustand der Tiere
Während die Reptilien in der privaten Haltung des Mannes laut Ministerium gut versorgt waren und ausreichend Platz hatten, zeigte sich bei einem Großteil der in der Druckerei vorgefundenen Tiere ein deutlich anderes Bild. Festgestellt wurden unter anderem Anzeichen einer Lungenentzündung, die vermutlich auf zu niedrige Haltungstemperaturen zurückzuführen ist, außerdem ausgeprägte Bissverletzungen, Hautveränderungen sowie bei mehreren Tieren ein sichtbarer Milbenbefall. Teilweise waren die Reptilien dehydriert und kraftlos. Die Tiere wurden anschließend von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Wiener Tierheims für Exoten, Leo for Hope, abgeholt und dort fachgerecht untergebracht und versorgt.
Mögliche Konsequenzen
Dem 40-jährigen Besitzer drohen seitens der Bezirksverwaltung eine Geldstrafe sowie eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Über die konkrete Höhe einer möglichen Strafe oder den Ausgang eines allfälligen Verfahrens liegen bislang keine Angaben vor. Eine eigene Stellungnahme des Besitzers zu den Vorwürfen ist in keiner der vorliegenden Quellen enthalten.
Was unklar bleibt
Offen ist, seit wann die Tiere in der Druckerei gehalten wurden, woher sie stammen und über welche Wege sie gegebenenfalls importiert worden sein könnten. Ebenso unklar ist, welche der 55 Reptilien konkret als CITES-geschützt eingestuft werden und wie das weitere behördliche Verfahren gegen den Besitzer ausgeht. Sämtliche bisherige Berichterstattung stützt sich auf die Darstellung des Finanzministeriums; eine unabhängige zweite Perspektive liegt nicht vor.

