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Bei den „World Humanoid Robot Games“ in Peking sind mehrere humanoide Roboter die 100 Meter schneller gelaufen als Usain Bolts Weltrekord von 9,58 Sekunden. Im offiziellen Vorlauf der Sprint-Disziplin zur Eröffnung der zweiten Ausgabe am 22. August 2026 gewann der von der Beijing Humanoid Robot Innovation Center entwickelte Roboter Tiangong Ultra mit 9,39 Sekunden vor dem Honor-Roboter Lightning mit 9,47 Sekunden – so berichten unter anderem The Verge und Al Jazeera. Zuvor hatten chinesische Staatsmedien bereits gemeldet, Lightning sei die 100 Meter in 9,32 Sekunden gelaufen; dieser Wert wurde auch von ORF, Der Standard, Die Presse, Kurier und heise übernommen. Nach jetzigem Kenntnisstand dürfte es sich dabei um einen separaten Testlauf außerhalb der offiziellen Wertung gehandelt haben, nicht um denselben Lauf wie den offiziellen Vorlauf – eine ausdrückliche Klarstellung von Honor dazu gibt es aber nicht.

Tiangong Ultra stellte laut The Verge zudem im 400-Meter-Lauf mit 38,16 Sekunden eine Zeit auf, die die 2016 von Wayde van Niekerk erzielte menschliche Weltbestzeit von 43,03 Sekunden unterbietet, und verbesserte sich damit gegenüber der ersten Ausgabe der Games 2025, als er die 100 Meter laut Al Jazeera noch in 21,50 Sekunden absolvierte. Mehrere Berichte zeigen außerdem, dass die Roboter nach dem Sprint nicht selbst abbremsen können und in gepolsterte Fangwände krachen. Lightning hatte im April 2026 bereits einen Halbmarathon in 50 Minuten 26 Sekunden absolviert; seine Beinlänge wurde laut einer einzelnen Quelle vor den Games von 95 auf 105 Zentimeter verlängert.

An den bis 26. August laufenden Games nehmen laut übereinstimmenden Angaben rund 2.000 bis 2.056 Roboter aus 16 Ländern teil, eingebettet in Chinas Förderung humanoider Robotik als Zukunftsbranche – belegt auch durch den Börsengang des Herstellers Unitree mit einem zeitweiligen Kurssprung von 629 Prozent. Wichtig bleibt: Keiner der Läufe ist ein von einer Sportorganisation offiziell anerkannter Rekord, und eine unabhängige technische Überprüfung der Zeiten steht weiterhin aus.

Was passiert ist

Bei den „World Humanoid Robot Games“ in Peking haben mehrere humanoide Roboter die 100 Meter schneller zurückgelegt als Usain Bolts Weltrekord von 9,58 Sekunden aus dem Jahr 2009. Im offiziellen Vorlauf der Sprint-Disziplin zur Eröffnung der zweiten Ausgabe der Games am 22. August 2026 gewann der von der Beijing Humanoid Robot Innovation Center entwickelte Roboter Tiangong Ultra mit 9,39 Sekunden vor dem vom Smartphone-Hersteller Honor entwickelten Roboter Lightning, der 9,47 Sekunden benötigte. Beide Zeiten liegen unter Bolts Bestmarke. Berichtet wurde dieser offizielle Vorlauf unter anderem von The Verge und Al Jazeera, die den Roboter mit Namen und Herstellerangabe benennen; zuvor hatte bereits heise unter Berufung auf ein Video der Eröffnungsfeier von einem Lauf des Teams „X-Humanoid“ mit derselben Zeit von 9,39 Sekunden berichtet – nach jetzigem Kenntnisstand offenbar derselbe Roboter.

Davon zu unterscheiden ist ein zuvor gemeldeter, separater Lauf von Lightning: Chinesische Staatsmedien hatten bereits berichtet, der Roboter sei die 100 Meter in 9,32 Sekunden gelaufen – eine Zeit, die von ORF, Der Standard, Die Presse, Kurier und heise übereinstimmend übernommen wurde. Internationale Berichterstattung zum offiziellen Wettkampf-Vorlauf nennt für Lightning nun jedoch 9,47 Sekunden. Die naheliegendste Erklärung, gestützt durch entsprechende internationale Berichte, ist, dass es sich um zwei unterschiedliche Läufe handelt – einen separaten, außerhalb der offiziellen Wertung stattfindenden Testlauf mit 9,32 Sekunden und den offiziellen Wettkampf-Vorlauf mit 9,47 Sekunden. Eine explizite Klarstellung von Honor selbst dazu liegt nicht vor.

Was die Quellen zeigen

Tiangong Ultra blieb bei den Games nicht beim Sprint stehen: Laut The Verge absolvierte der Roboter auch die 400 Meter in 38,16 Sekunden und unterbot damit die 2016 von Wayde van Niekerk aufgestellte menschliche Weltbestzeit von 43,03 Sekunden um fast fünf Sekunden. Diese Angabe stammt bislang nur aus einer einzigen Quelle. Ebenfalls nur einzeln belegt ist der Vergleich zur ersten Ausgabe der Games 2025, bei der Tiangong Ultra die 100 Meter laut Al Jazeera noch in 21,50 Sekunden absolviert hatte – die aktuelle Zeit markiert damit einen deutlichen Fortschritt binnen eines Jahres.

Übereinstimmend berichten mehrere Quellen von einem kuriosen Nebeneffekt: Die sprintenden Roboter können nach dem Zieleinlauf nicht selbst abbremsen. Mehrere Videos zeigen, wie die Maschinen mit hohem Tempo in gepolsterte Fangwände krachen und anschließend – oder ihre Einzelteile – auf einer Trage abtransportiert werden.

Lightning ist zudem kein Debütant: Bereits im April 2026 hatte er den Halbmarathon von Peking über 21 Kilometer in 50 Minuten und 26 Sekunden absolviert – ebenfalls schneller als die menschliche Weltbestzeit auf dieser Distanz. Laut dem chinesischen Sender CCTV wurden die Beine des Roboters, die beim Halbmarathon noch 95 Zentimeter lang waren, im Vorfeld der Games auf 1,05 Meter verlängert; diese Detailangabe stützt sich bislang nur auf eine einzelne Quelle.

Zu den Games selbst liegen inzwischen mehrfach unabhängig bestätigte Eckdaten vor: Sie finden vom 22. bis 26. August 2026 in der olympischen Eisschnelllaufhalle in Peking statt – der zweiten Ausgabe nach dem Start des Formats 2025. heise hatte unter Berufung auf die Veranstalter von über 660 Teams mit mehr als 2.000 Robotern aus 16 Ländern berichtet; The Verge nennt unabhängig davon die genauere Zahl von 2.056 Robotern aus ebenfalls 16 Ländern, was die Größenordnung bestätigt. Ausgetragen werden rund 51 Disziplinen – von Weitsprung, Gewichtheben, Tischtennis und Fußball bis zu alltagsnahen Szenarien wie Haushaltsaufgaben, Rettungseinsätzen und Fertigungslinien.

Eingeordnet wird die Entwicklung durchgängig in den Kontext der chinesischen Industriepolitik: Pekings Regierung hat verkörperte Künstliche Intelligenz als Zukunftsindustrie festgelegt und fördert die Branche massiv. Als Beleg für den damit verbundenen Investitionsboom wird der Börsengang des Roboterherstellers Unitree genannt, dessen Aktie beim Debüt an der Technologiebörse in Shanghai zeitweise um 629 Prozent über dem Ausgabepreis lag – eine Zahl, die sich auch in einer zusätzlich recherchierten Meldung eines Schweizer Mediums wiederfindet.

Einordnung

Wichtig für die Einordnung bleibt: Keiner der berichteten Läufe wurde von einer Sportorganisation wie World Athletics als offizieller Rekord anerkannt. Der offizielle Vorlauf der Sprint-Disziplin bei den Games ist zwar Teil des veranstaltungsinternen Wettbewerbsprogramms, aber kein von einem Leichtathletikverband gewerteter Wettkampf; der separat gemeldete 9,32-Sekunden-Lauf von Lightning dürfte zudem außerhalb dieser Wertung stattgefunden haben. Es handelt sich damit weiterhin um medial vermittelte Vergleiche von Maschinenleistungen mit menschlichen Bestmarken, nicht um ratifizierte Rekorde.

Die Kernaussage – dass mehrere Roboter bei den Games schneller als Bolt liefen – gilt inzwischen als gut belegt, weil sie unabhängig von chinesischen Staatsmedien, österreichischen Medien und internationalen Redaktionen wie The Verge und Al Jazeera übereinstimmend berichtet wird. Die genauen Einzelzeiten variieren jedoch je nach Quelle und offenbar je nach zugrunde liegendem Lauf, und eine unabhängige technische Verifikation der Messungen – etwa durch externe Zeitnehmer oder unabhängige Robotik-Fachleute – liegt weiterhin nicht vor. Details mit nur einer Quelle (400-Meter-Zeit, Vorjahresvergleich, Beinlänge) werden hier entsprechend vorsichtiger eingeordnet.

Was unklar bleibt

Offen ist, ob Honor oder die Organisatoren die abweichenden Lightning-Zeiten (9,32 versus 9,47 Sekunden) offiziell erklären. Unklar ist auch, ob der von The Verge berichtete 400-Meter-„Rekord“ von Tiangong Ultra von weiteren Quellen bestätigt wird, und ob die genannten Teilnehmerzahlen (rund 2.056 Roboter, über 660 Teams, 16 Länder) in offiziellen Abschlusszahlen der Veranstalter Bestand haben. Weiterhin offen ist, welche weiteren Ergebnisse die bis 26. August laufenden Games noch liefern werden und ob sich Honor, die Beijing Humanoid Robot Innovation Center, unabhängige Robotik-Fachleute oder Vertreter des Leichtathletiksports offiziell zu den Läufen äußern werden.