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Ein interdisziplinäres Forschungsteam – darunter das Forum Donaulimes, die Universität Innsbruck, GeoSphere Austria und die Landesarchäologien von Niederösterreich und Oberösterreich – hat am Donaulimes bei St. Pantaleon-Erla im Bezirk Amstetten die Überreste einer bislang unbekannten römischen Stadt entdeckt. Die Ergebnisse wurden am 23. September 2026 präsentiert.

Geophysikalische Messungen zeigen ein planmäßig angelegtes, 25 bis 30 Hektar großes Areal mit regelmäßigem Straßenraster und einem Amphitheater. Die Besiedlung begann demnach um etwa 80 n. Chr., die Funde brechen um etwa 180 n. Chr. schlagartig ab – laut Forschungsteam ein Hinweis auf einen geordneten Rückzug statt eine gewaltsame Zerstörung. Als möglicher früherer Name gilt “Claudivium”; eine einzelne Quelle beziffert das Amphitheater mit rund 8.000 Plätzen, was nicht durchgängig bestätigt wird.

Eine unabhängige Fachbewertung und eine wissenschaftliche Publikation stehen noch aus. Das Areal wird derzeit landwirtschaftlich genutzt; das Forschungsteam warnt vor einem möglichen unwiederbringlichen Verlust ohne gezielte Untersuchungen. Die Fundstelle liegt am seit 2021 als UNESCO-Welterbe geführten Donaulimes-Abschnitt zwischen Enns und St. Pantaleon-Erla und könnte künftig in eine Erweiterung des Welterbes einbezogen werden.

Was passiert ist

Ein interdisziplinäres Forschungsteam hat am Donaulimes bei St. Pantaleon-Erla im niederösterreichischen Bezirk Amstetten die Überreste einer bislang unbekannten römischen Stadt entdeckt. Beteiligt waren das Forum Donaulimes, die Universität Innsbruck, GeoSphere Austria, Research Archaeology sowie die Landesarchäologien von Niederösterreich und Oberösterreich. Die Ergebnisse wurden bei einer Präsentation am Mittwoch, dem 23. September 2026, öffentlich vorgestellt und in mehreren österreichischen Medien aufgegriffen, darunter ORF, Der Standard und Kurier.

Was die Quellen zeigen

Laut den vorliegenden Berichten zeigen geophysikalische Messungen – also Untersuchungen des Untergrunds ohne Ausgrabung – ein planmäßig angelegtes Areal von 25 bis 30 Hektar mit einem regelmäßigen Straßenraster und einem Amphitheater. Übereinstimmend wird berichtet, dass die Besiedlung um etwa 80 n. Chr. begann und die Funde um etwa 180 n. Chr. schlagartig abbrechen – ein Befund, den das Forschungsteam als Hinweis auf einen geordneten, geplanten Rückzug und nicht auf eine gewaltsame Zerstörung deutet. Als möglicher früherer Name der Stadt, die im Ortsteil Stein von St. Pantaleon-Erla liegt, wird “Claudivium” genannt – eine Zuordnung, die sich auf historische Quellen stützt, aber nicht als gesichert gilt. Der Standard beziffert das Fassungsvermögen des Amphitheaters mit rund 8.000 Personen; diese Zahl wurde in den anderen ausgewerteten Berichten nicht genannt und gilt daher als nur einfach belegt.

Was unklar bleibt

Eine unabhängige Einschätzung von Archäologinnen und Archäologen außerhalb des beteiligten Forschungsteams liegt bislang nicht vor, ebenso wenig eine ausführliche wissenschaftliche Publikation oder detaillierte Karten- beziehungsweise Messdaten. Offen ist auch, ob sich der vermutete Stadtname Claudivium erhärten lässt und wie eine mögliche Erweiterung des UNESCO-Welterbes Donaulimes um die neuen Fundstellen konkret aussehen könnte. Das Forschungsteam selbst warnte zudem, dass Teile des Areals – derzeit landwirtschaftlich genutzt – ohne gezielte Untersuchungen und eine nachhaltige Unterstützung von Forschung und Denkmalpflege unwiederbringlich verloren gehen könnten.

Einordnung

Die Entdeckung reiht sich in ein seit 2015 laufendes interdisziplinäres Forschungsnetzwerk zum rund zehn Kilometer langen Abschnitt des Donaulimes zwischen Enns (Oberösterreich) und St. Pantaleon-Erla (Niederösterreich) ein, der seit 2021 Teil des UNESCO-Welterbes “Grenzen des Römischen Reiches” ist. Bereits Teil des Welterbes sind die Legionslager von Enns und Albing bei St. Pantaleon-Erla. Laut dem Forschungsteam ist die Größe und planmäßige Anlage einer solchen Stadt im Umfeld einer vergleichsweise kleinen Garnison von rund 500 Soldaten im gesamten Römischen Reich bislang ohne bekanntes Vergleichsbeispiel – eine Einschätzung, die derzeit ausschließlich von den an der Entdeckung beteiligten Forschenden selbst stammt und noch nicht von unabhängiger Seite bestätigt wurde.