Rumänien hat innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Tagen dreimal eine in seinen Luftraum eingedrungene Drohne abgeschossen. Den historischen Auftakt bildete der Erstabschuss am 24. Juli 2026 durch einen rumänischen F-16-Piloten nahe dem Dorf Padina, rund 110 Kilometer nordöstlich von Bukarest — nach Angaben von Präsident Nicusor Dan das erste Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Am 25. Juli folgte ein zweiter Abschuss rund 10 Kilometer westlich von Sfântu Gheorghe im Donaudelta, am 26. Juli ein dritter im Grenzgebiet zwischen Donaudelta und Schwarzem Meer nahe Sulina — vom rumänischen Verteidigungsministerium bestätigt, die Untersuchungen dazu aber noch nicht abgeschlossen. Nach diesem dritten Abschuss bestellte Rumäniens Außenministerium den russischen Botschafter ein; Außenministerin Oana Toiu erklärte laut Medienberichten, es sei nicht hinnehmbar, dass Russland weiterhin rumänischen, zugleich NATO- und EU-, Luftraum verletze.
Zur ersten Drohne stellte Rumäniens Generalstaatsanwaltschaft inzwischen offiziell fest, dass es sich um den in Russland eingesetzten Typ Shahed (russische Bezeichnung: Geran-2) handelte. Der genaue Ablauf des ersten Abschusses — Radarerfassung, Aufstieg italienischer Eurofighter und rumänischer F-16-Jets, ein zunächst erfolgloser Raketenschuss, Abschussbefehl durch das NATO-Zentrum CAOC Torrejón — stützt sich weiterhin auf eine einzelne Medienquelle. Rechtliche Grundlage der Abschüsse ist ein Gesetz, das Rumäniens Parlament nach einem Drohnenvorfall Ende Mai 2026 mit zwei Verletzten in Galati beschlossen hatte. Als erster NATO-Partner äußerte sich Belgien: Außenminister Maxime Prévot nannte den Vorfall eine deutliche Erinnerung an die anhaltende russische Bedrohung für die europäische Sicherheit und verwies auf rund 300 belgische Soldaten an der NATO-Ostflanke in Rumänien.
Offen bleiben eine eigene russische Reaktion auf die Serie und auf die Botschafter-Einbestellung sowie die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen zu den Drohnen vom 25. und 26. Juli. Auch eine institutionelle NATO-Erklärung jenseits einzelner Mitgliedstaaten steht bislang aus. Zeitlich parallel, aber inhaltlich getrennt, sollen sich laut Medienberichten US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der kommenden Woche im Weißen Haus treffen, um Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs voranzutreiben.
Was passiert ist
Rumänien hat innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Tagen dreimal eine in seinen Luftraum eingedrungene Drohne abgeschossen. Den Auftakt bildete der historische Erstabschuss am Freitag, dem 24. Juli 2026: Ein rumänischer Pilot an Bord eines F-16-Kampfjets zerstörte gegen 11.00 Uhr Ortszeit eine Drohne über unbewohntem Gebiet nahe dem Dorf Padina, rund 110 Kilometer nordöstlich von Bukarest — laut Präsident Nicusor Dan das erste Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs, dass Rumänien ein solches Fluggerät zerstört hat. Am Samstag, dem 25. Juli, folgte laut rumänischem Verteidigungsministerium ein zweiter Abschuss rund 10 Kilometer westlich der Ortschaft Sfântu Gheorghe im Donaudelta, nahe der Grenze zur Ukraine. Am Sonntag, dem 26. Juli, schoss ein rumänischer F-16-Pilot eine dritte Drohne im Grenzgebiet zwischen Donaudelta und Schwarzem Meer nahe Sulina ab. Nach diesem dritten Abschuss bestellte Rumäniens Außenministerium den russischen Botschafter ein: Außenministerin Oana Toiu erklärte laut Medienberichten, es sei unannehmbar und nicht hinnehmbar, dass die Russische Föderation weiterhin rumänischen Luftraum verletze, der zugleich NATO- und EU-Luftraum sei, und man behandle solche Handlungen gemeinsam mit den Verbündeten mit größtem Ernst.
Was die Quellen zeigen
Für den ersten Vorfall am 24. Juli schilderte Generalstabschef Gheorghita Vlad bei einer Pressekonferenz den Flugverlauf: Die Drohne sei bei der Hafenstadt Sulina eingedrungen, habe einen Zickzack-Kurs über Braila und Fetesti genommen und sei schließlich Richtung Buzau geflogen. Zwei italienische Eurofighter-Jets einer NATO-Luftraumüberwachungsmission hätten das Objekt zunächst identifiziert und erfolglos eine Rakete abgefeuert, bevor ein rumänischer F-16-Jet die Drohne bei Padina abschoss; den Abschussbefehl habe laut dieser — bislang nur einzelquellig belegten — Darstellung das NATO-Zentrum CAOC Torrejón erteilt. Rumäniens Generalstaatsanwaltschaft stellte inzwischen offiziell fest, dass es sich bei dieser ersten Drohne um den Typ Shahed handelte, wie er von russischen Streitkräften im Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt wird — das deckt sich mit der zuvor genannten russischen Bezeichnung Geran-2 für dieselbe Drohnenfamilie. Zu den Abschüssen vom 25. und 26. Juli liegen bislang vor allem knappe Bestätigungen des Verteidigungsministeriums sowie internationaler Agenturmeldungen vor: Die zweite Drohne sei am Samstag sicher in unbewohntem Gebiet nahe Sfântu Gheorghe abgeschossen worden, die dritte am Sonntag laut österreichischen Medien im Grenzgebiet Sulina-Chilia, laut Al Jazeera und AP-Agenturmeldungen über dem Schwarzen Meer — beide Ortsangaben liegen unmittelbar benachbart, ohne dass die Quellen sich exakt decken. Neu hinzugekommen ist die Bestätigung, dass Rumäniens Außenministerium nach dem dritten Abschuss den russischen Botschafter einbestellt hat; als erster NATO-Partner äußerte sich Belgien dazu öffentlich: Außenminister Maxime Prévot bezeichnete den Vorfall als deutliche Erinnerung an die anhaltende Bedrohung durch Russlands Krieg für die europäische Sicherheit und verwies auf rund 300 belgische Soldaten, die im Rahmen der NATO-Ostflanke in Rumänien stationiert sind. Detaillierte technische Untersuchungsergebnisse zu den Drohnen vom 25. und 26. Juli stehen weiterhin aus.
Vorgeschichte
Im Verlauf des seit rund viereinhalb Jahren andauernden Ukraine-Kriegs waren wiederholt Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen, mehrere davon abgestürzt, bis zum 24. Juli 2026 jedoch keine abgeschossen worden. Ende Mai 2026 stürzte laut Medienberichten eine mit Sprengstoff beladene Drohne nahe Galati an der ukrainischen Grenze in ein Wohnhaus und verletzte zwei Menschen; Bukarest ordnete sie damals russischer Herkunft zu. In der Folge beschloss das rumänische Parlament ein Gesetz, das dem Militär den Abschuss unbemannter Drohnen ausdrücklich erlaubt — die rechtliche Grundlage, auf der die aktuelle Serie von drei Abschüssen binnen drei Tagen beruht.
Was unklar bleibt
Eine eigene Stellungnahme Russlands zur Serie der drei Abschüsse oder zur Einbestellung seines Botschafters liegt weiterhin nicht vor — die vorliegenden Quellen beschreiben ausschließlich die rumänische Seite der diplomatischen Reaktion, nicht eine russische Antwort darauf. Die Untersuchungen zu den Drohnen vom 25. und 26. Juli waren zum Zeitpunkt der ausgewerteten Berichterstattung noch nicht abgeschlossen; ob und mit welchen technischen bzw. forensischen Belegen auch diese beiden Objekte Russland zugeordnet werden, ist offen. Für die erste Drohne bleibt trotz der offiziellen Typzuordnung durch die Generalstaatsanwaltschaft unklar, auf welcher Grundlage rumänische Stellen einen Start von der Krim für wahrscheinlich halten. Auch bleibt offen, ob sich die NATO als Bündnis institutionell zur Serie äußert oder es bei Einzelstatements wie jenem Belgiens bleibt — bislang liegt keine gemeinsame Erklärung der 32 Mitgliedstaaten vor.
Einordnung
Aus einem einmaligen, historisch markanten Erstabschuss ist binnen drei Tagen eine Serie geworden, die inzwischen auch eine diplomatische Eskalationsstufe erreicht hat: Nach dem dritten Abschuss bestellte Rumänien den russischen Botschafter ein, was über die bisherigen militärischen Reaktionen hinausgeht und die Vorfälle offiziell als politisches Problem zwischen Bukarest und Moskau markiert. Dass mit Belgien bislang nur ein einzelnes NATO-Mitglied öffentlich reagiert hat, deutet darauf hin, dass die Allianz die Vorfälle weiterhin nicht als Angriff auf das Bündnis insgesamt behandelt — ein Muster, das sich mit früheren Drohnenverletzungen an der NATO-Ostflanke deckt. Die Serie fällt zeitlich mit einem separaten diplomatischen Vorgang zusammen: Laut übereinstimmenden Medienberichten sollen sich US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der kommenden Woche im Weißen Haus treffen, im Rahmen von Bemühungen um eine Wiederbelebung der Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs. Ein direkter Zusammenhang zwischen den Drohnenabschüssen und diesem Treffen lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten. Wie belastbar die rumänische Zuordnung sämtlicher drei Drohnen zu Russland ist, bleibt mangels eigener russischer Stellungnahme und unabhängiger forensischer Bestätigung offen; die Berichterstattung stützt sich weiterhin überwiegend auf rumänische und NATO-nahe Stellen.

